Kurz-Freund René Benko legt Pläne für sein Kaufhaus in der Mariahilferstraße vor. Kurz hatte Benko persönlich beim Kauf des Leiner-Hauses unterstützt. Nun sehen wir zum ersten Mal, was der Immobilienmogul damit vorhat.

Wien, 03. Oktober 2019 / Es war ein ganz besonderer Deal: Weil Kika-Leiner in finanziellen Schwierigkeiten steckte, musste das Unternehmen sein Prunkstück, das Haus in der Mariahilferstraße 10-18, verkaufen. Am Weihnachtsabend 2017 bekam René Benko den Tipp, das Haus zu kaufen. Dann ging alles ganz schnell: Bundeskanzler Sebastian Kurz und Justizminister Moser sorgten persönlich dafür, dass nicht nur das zuständige Bezirksgericht in den Weihnachtsfeiertagen eigens aufgesperrt wurde, sondern sogar der zuständige Beamter aus dem Urlaub geholt wurde, um den Deal abzuwickeln.

Ein Schnäppchen

Am 29. September war es soweit. Benko legte 60 Millionen Euro auf den Tisch. Er bekam dafür eine Immobilie, die laut Pfandvertrag mit der Raiffeisen 95 Millionen wert ist. Die Beteiligten erklärten das mit dem besonderen Interesse, das an der Rettung von Arbeitsplätzen bei Kika-Leiner bestehe. Er wolle Unternehmen „serviceorientierte Verwaltung anbieten“, sagte Kanzler Kurz dazu.

KaDeWe_Wien

So soll das KaDeWe Wien von der Mariahilferstraße aus auf den Betrachter wirken. Bild: O.M.A.

KaDeWe Wien

Nun macht Benko aus dem prächtigen Gründerzeithaus eine Filiale des berühmter Berliner KaDeWe („Kaufhaus des Westens“), das ihm ebenfalls gehört. Anders als das Berliner Stammhaus soll das Gebäude der Wiener Niederlassung radikal modernisiert werden. Zuständig dafür ist das Architekturbüro O.M.A. des Niederländers Rem Koolhaas.

Konsumtempel für „100 Jahre“

Gar nicht Oma-mäßig wird das Gebäude. Ein Teil der historischen Fassade bleibt zwar erhalten, an anderer Stelle wird dafür kräftig umgebaut: Für die Fassade sind gewölbte Glasmodule geplant, aufs Dach kommt sogar ein Garten. Insgesamt sollen 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Außerdem zieht ein Hotel mit ein. Was das kostet: Christoph Stadlhuber, Geschäftsführer von Benkos Signa-Gruppe rechnet mit 300 Millionen Euro, um ein Kaufhaus zu bauen, das „die nächsten 100 Jahre Strahlkraft hat“. Die Fertigstellung ist für 2023 geplant.

(tw)

Titelbild: O.M.A.

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