SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner muss sich wieder einmal mit ihrem Tiroler Enfant Terrible herumschlagen. Nachdem sie die abtastenden Sondierungsverhandlungen mit ÖVP-Chef Kurz für beendet erklärt hatte und nur mehr für Koalitionsverhandlungen bereitstehe, fühlte sich der Tiroler SP-Obmann Georg Dornauer wieder einmal zu einer lautstarken Meldung verpflichtet. Der rote Druckkochtopf pfeift aus allen Löchern.

Wien, 18. Oktober 2019 / Als ersten Partner lud sich Altkanzler Kurz die sozialdemokratische Chefin Pamela Rendi-Wagner ins Winterpalais des Prinz Eugen zu den Sondierungsgesprächen. Kaum getroffen, war es dann auch wieder vorbei zwischen den alteingesessenen Parteien. Rendi-Wagner erklärte die Sonderungsgespräche für beendet, man stehe nur mehr für Koalitionsverhandlung zu Verfügung. Parallelverhandlungen der ÖVP werden nicht geduldet unter der angeschlagenen Parteivorsitzenden. Die SPÖ müsse der einzige Verhandlungspartner sein. Ein mutiger Schritt für eine Partei, die vor weniger als drei Wochen eine Wahl mit einem Minus von 5,7 Prozent abschloss und das historisch schlechteste Ergebnis der Sozialdemokratie in Österreich einfuhr.

Dornauer schmeckt das nicht – wieder einmal

Kaum wird eine Entscheidung in der Bundeshauptstadt von Rendi-Wagner gefällt, fühlt sich einer ganz besonders auserkoren, seinen Senf dazu zu geben: Der Tirol-Chef Georg Dornauer. Für ihn sei klar: „Es ist jetzt auch nicht die Zeit, Ultimaten zu stellen.“ Mit wem Kurz Gespräche führe sei, laut Dornauer dessen eigene Sache. Dornauer will die SPÖ scheinbar um jeden Preis in der kommenden Regierung sehen, eine Taktik, die der ÖVP in die Hände spielen könnte.

Kurz reibt sich die Hände

Die SPÖ steht vor einer Neuaufstellung, thematisch wie personell. Kurz erster potenzieller Partner scheint sich damit bereits aus dem Rennen genommen zu haben. Als nächstes dürfen Koglers Grüne zur Audienz beim ÖVP-Obmann. Sollte diese auch scheitern stünde ja noch Kurz Expartner bereit: Die FPÖ.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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