Meinl Bank am Ende

EZB zieht Banklizenz zurück

Wirtschaftspolitischer Paukenschlag: Die Europäische Zentralbank (EZB) zieht ab heute die Banklizenz der Anglo Austrian Bank AG (AAB) – der vormaligen Meinl Bank zurück. Die berüchtigte Bank, mit der prominente FPÖ-Politiker, darunter Ex-Finanzminister Karl Heinz Grasser, Geschäfte machten, ist seit heute keine Bank mehr.

Wien/Frankfurt, 15. November 2019 / Wie die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) heute bekanntgab, zog die EZB gestern die Banklizenz der ehemaligen Meinl Bank ein. Die Entscheidung der Zentralbank ist mit Zustellungsdatum – also heute – wirksam. Die AAB ist damit keine Bank mehr. Die Privatbank muss die Einlagen ihrer Kunden so schnell wie möglich zurückzahlen. Gründe für die Entscheidung der EZB gab die Finanzmarkaufsicht nicht an.

Skandalbank

Die ehemalige Meinl Bank sorgte in den vergangenen Jahren für eine Reihe von Skandalen. Der bekannteste davon ist die Affäre um “Meinl European Land” (MEL). Eine eigene “Soko Meinl” ermittelte im Auftrag der Staatsanwaltschaft zehn Jahre lang wegen Betrug, Marktmanipulation und Untreue. Tausende Anleger klagten die Bank. Ex-Finanzminister Karl Heinz Grasser (FPÖ), heuerte 2007 als Vorsitzender der “Meinl International Power” (MIP).

Die Bank spielt auch eine Rolle in der Causa um den mutmaßlichen Kauf des Nationalratsmandats des FPÖ-Abgeordneten Thomas Schellenbacher (ZackZack.at berichtete). Meinl-Vorstand Peter Weinzierl bezeichnete seine Bank damals als “Türöffner” für die Geschäfte des ukrainischen Oligarchen Victor Babushchak, des Geschäftspartners von Schellenbacher.

Vertreter der Bank hatten den Behörden vorgeworfen eine “Hexenjagd” gegen Meinl zu inszenieren. Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien wegen Untreue gegen Julius Meinl V. und Peter Weinzierl. Deren Skandalbank ist jetzt keine mehr.

(red)

Titelbild: APA Picturedesk

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