Tanner als Verteidigungsministerin tauglich?

Türkise Heeres-Chefin stellt Pläne vor

Die neue Verteidigungsministerin will mehr Grundwehrdiener. Deshalb soll eine weitere Tauglichkeitsstufe eingeführt werden. Doch wie diese genau aussehen soll, weiß Klaudia Tanner noch nicht. Zur drohenden Pleite des Heeres hatte sie im ZIB 2-Interview wenig Antworten.

Wien, 17. Jänner 2020 / Aktuell ist fast ein Drittel der gemusterten Männer untauglich. Bisher war dieser Teil der männlichen Jugendlichen vom Grundwehrdienst befreit. Das findet die neue Verteidigungsministerin Klaudia Tanner äußerst schade. Stattdessen solle die „Zeit des Grundwehrdienstes als etwas Sinnstiftendes“ angesehen werden. „Zeitnah“ werde deshalb die „Teiltauglichkeit“ eingeführt.

Was will Tanner eigentlich?

Rasch sollen die jungen Männer im Büro oder in der Küche eingesetzt werden können. So will das Verteidigungsministerium mehr Grundwehrdiener ins Bundesheer holen. Konkretisiert ist das Vorhaben von Tanner noch nicht. Sie bleibt im ZIB 2-Interview äußerst vage. Die „genaue Zeitleiste“ werde „präsentiert“.

In Zukunft soll es zwei Tauglichkeitsstufen geben: „Volltauglich“ heißt, wie bisher, uneingeschränkter Einsatz beim Bundesheer und beim Zivildienst, und „Teiltauglich“ eine Verwendung im Büro, in der Küche oder einer anderen individuell passenden Tätigkeit. Nur wer auf Grund (sic!) einer körperlichen oder geistigen Behinderung wirklich nicht dazu in der Lage ist, soll auch in Zukunft nicht zum Heer oder Zivildienst. (Auszug aus dem Regierungsprogramm, nach dem Tanner-ZIB-Auftritt weiß man nicht mehr, Red.)

Was genau unter eine körperliche oder geistige Behinderung fällt, ist nicht geklärt. Auch in anderen Punkten wich die neue Verteidigungsministerin den Fragen aus. Danach wussten die Zuseher kaum mehr von ihren Plänen als zuvor. Wie schon von Karoline Edtstadler eindrucksvoll gezeigt wurde, scheuen sich türkise Minister offenbar, Antworten auf die eigentlichen Fragen zu geben.

Fordert Tanner ausreichend Geld?

Laut Ex-Verteidigungsminister Thomas Starlinger steht das Bundesheer vor der Pleite. Wie kann die neue oberste Heeres-Spitze Klaudia Tanner das ändern? Das Heer braucht Geld. Doch die neue Verteidigungsministerin sieht das möglicherweise anders. Sie habe, so Tanner im ZIB 2-Interview, bei ihrer Amtsübernahme keine Budgetforderungen an Sebastian Kurz gestellt. Es gebe „unterschiedliche Vorstellungen“ und aktuell sei man „mit der Lagefeststellung zuständig“.

Doch Starlinger hatte den Bedarf eigentlich schon genau beziffert: Knapp 4 Milliarden Euro. Die neue Verteidigungsministerin verweist allerdings auf die Budgetverhandlungen.

Viele Personen in den Sozialen Medien waren wenig zufrieden mit der Vorstellung der neuen Verteidigungsministerin. Die besten Reaktionen:

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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