Eklat um Edtstadler

Foto-Montage sorgt für Skandal

Kurier-Kolumnisten Dieter Chmelar entfachte mit einem Tweet eine Debatte zum Thema „Hass im Netz“. In einer Bildmontage verglich er Europaministerin Karoline Edtstadler mit US-Musiker Marilyn Manson. Integrationsministerin Raab eilte Edtstadler zur Rettung. Allerdings ging ihre Hilfeaktion nach hinten los.

Wien, 20. Jänner 2020 / Am vergangenen Samstag erhitzte sich der Druckkochtopf „Twitter“ wieder einmal gefährlich. Wieder einmal ist die ÖVP-Ministerin Karoline Edtstadler Anstoß einer Debatte. Diesmal kann die aus Brüssel zurückgeholte Ministerin jedoch im Gegensatz zu ihrem nichtssagenden ZIB 2 – Interview nichts dafür. Kurier-Kolumnist Dieter Chmelar postete eine Montage der Europaministerin Karoline Edtstadler neben dem US-Rocker Marilyn Manson mit dem Hashtag „Zwillinge seit der Geburt getrennt“. Bei vielen sorgte der Vergleich für Erheiterung, andere bezeichneten ihn als geschmacklos.

Ministerin heizt Debatte an

Für eine Eskalation des Themas sorgte jedoch erst ein Tweet der Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP). Sie „verurteile alle Formen von Hass im Netz“, sagte Raab zu Chmelars Tweet. Chmelar löschte kurz darauf seinen Tweet. Jedoch postete er danach ein Foto von Manson mit dem Untertitel „Zwilling dringend gesucht, Keine Zuschriften aus Österreich“.

Integrationsministerin Susanne Raab über Chmelars Tweet. Screenshot Twitter

Twitter auf Chmelars Seite

Der überwiegende Tenor der „Twittergemeinschaft“ sieht in Raabs Post eine Verharmlosung von „Hass im Netz“. Denn Manson mag zwar für manch Einen ein gewöhnungsbedürftiges Aussehen haben, doch ein Vergleich mit einem Musik-Superstar ist nicht ehrenrührig oder beleidigend .

Für viele ist die Verwendung vom Hashtag „Hass im Netz“ eine Verharmlosung. Screenshot Twitter.

Für viele ist die Verwendung vom Hashtag „Hass im Netz“ eine Verharmlosung

Marilyn Manson muss das aushalten. Screenshot Twitter

Differenzierung zwischen Hass, Häme und Satire wird gefordert. Screenshot Twitter

Kein Vergleich zu Zadic

Besonders offensichtlich wird das im Vergleich zur Situation der grünen Justizministerin Alma Zadic, die sich aufgrund ihrer bosnischen Herkunft seit ihrem Amtsantritt mit Morddrohungen  konfrontiert sieht. Zu den Angriffen auf Zadic äußerte sich auch Kanzler Sebastian Kurz im Puls 4-Interview: „Das muss man auch aufhalten, wenn man in der Politik ist“. Auch stellte er den Vergleich an, dass er auch Opfer von Hass im Netz sei, schließlich sei er schon „Baby-Hitler“ genannt. Nach kurzer Zeit ruderte Kurz jedoch zurück und ließ über Twitter ausrichten, dass er jegliche Form von „Hass im Netz“ verurteile.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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