Pflege und Soziales

Gewerkschaft droht mit Warnstreiks

Nach Unterbrechung der Kollektivvertrags-Verhandlungen für die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) findet am Montag ein erneuter Anlauf von Arbeitnehmern und Arbeitgebern statt, zu einer Einigung zu finden. Größtes Anliegen der Arbeitgeber-Vertreter ist die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Sollte es zu keiner Einigung kommen, hat die Gewerkschaft noch diese Woche erste Warnstreiks angekündigt.

Wien, 10. Februar 2020 / Es ist bereits die fünfte Verhandlungsrunde zu den Kollektivverträgen für insgesamt 125.000 Beschäftigte im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich. Die bisherigen Verhandlungs-Marathons verliefen enttäuschend vor allem für die Arbeitnehmer-Seite: Arbeitgebervertreter blockieren bisher, wenn es um die zentralste Forderung der Arbeitnehmervertreter, der 35-Stunden-Woche, geht. Über den bestehenden Personalmangel vor allem im Bereich der Pflege und damit einhergehend die Notwendigkeit einer Arbeitsplatz-Attraktivierung sind sich die beiden Verhandlungsparteien einig, nicht jedoch darin, wie sie zu diesem Ziel gelangen.

Wenn Verhandlungen erfolglos: Warnstreiks bereits am Mittwoch

Sollte es bei den Kollektivvertragsverhandlungen in der Sozialwirtschaft am Montagnachmittag keine Fortschritte geben, dann sollen am Mittwoch erste Warnstreiks beginnen. Das hat Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), bei einer Pressekonferenz gesagt. Betroffen wäre in diesem Fall „Arbeit, die verschoben werden kann, ohne direkt Menschen zu schaden“, so Teiber.

Arbeitszeitverkürzung: Arbeitgeber nicht gesprächsbereit

Die von der GPA geforderte Arbeitszeitverkürzung wäre gleichbedeutend mit einer Lohnerhöhung um 8,6 Prozent. Die Arbeitgebervertreter lehnen das als unfinanzierbar ab. Die Gewerkschaft verweist dagegen auf die hohe Arbeitsbelastung bei gleichzeitig niedrigen Löhnen im Pflegebereich. Teiber kritisiert, dass die Arbeitgeberseite nach anfänglicher Gesprächsbereitschaft zuletzt wieder auf ein Nein zurückgeschwenkt sei. „Wenn es da heute keine Bewegung gibt, was das Thema Arbeitszeitverkürzung angeht, dann wird es aller Voraussicht nach ab Mittwoch erste Warnstreiks in den Betrieben geben“, kündigte Teiber an. Eine Streikfreigabe des ÖGB liegt seit Ende Jänner vor.

Arbeitnehmer-Vertreter bleiben hartnäckig

„Wir hoffen, dass heute Vernunft einkehrt, bei den Arbeitgebern“, betonte Teiber: „Wir werden von unserer Forderung nach Arbeitszeitverkürzung im Interesse der Beschäftigten sicher nicht abrücken.“ Die Gewerkschafterin räumte zwar ein, dass Protestmaßnahmen im Pflege- und Sozialbereich schwierig seien. Daher werde es bei Streiks um Arbeiten gehen, die verschoben werden können, ohne Menschen zu schaden. Aber auch die Beschäftigten im Sozialbereich hätten ein Recht darauf, ihren Protest auszudrücken.

(apa/lb)

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Titelbild: APA Picturedesk

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