US-Geheimdienste:

Trump ernennt Raubein zum Direktor

Medienberichten zufolge unterrichteten die US-Geheimdienste Abgeordnete über eine erneute Einmischung Russlands bei der Präsidentschaftswahl. Die Folge: Trump war so erbost, dass er prompt den Generaldirektor umbesetzte. Der Neue ist kein Unbekannter.

Washington, 21. Februar 2020 / US-Präsident Donald Trump hat den Geheimdienstdirektor des Landes Medienberichten zufolge aus Wut darüber ausgetauscht, dass die Abgeordneten des Kongresses über eine erneute Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf informiert wurden.

Russland will Trump

Trump sei nach der Unterrichtung vom 13. Februar äußerst wütend auf den bisherigen geschäftsführenden Koordinator der US-Geheimdienste, Joseph Maguire, gewesen, berichteten verschiedene US-Medien am Donnerstag. Demnach soll Maguires Beraterin Shelby Pierson den Abgeordneten in der Sitzung gesagt haben, dass Russland sich erneut zugunsten Trumps in den diesjährigen Wahlkampf einmische. Laut “New York Times” soll Trump insbesondere erbost über die Anwesenheit von Adam Schiff gewesen sein. Das ist der demokratische Abgeordnete, der die Ermittlungen zum Amtsenthebungsverfahren gegen Trump geleitet hatte.

Will Trump ausländische Einmischung?

Die “Washington Post” berichtete, Maguire habe eigentlich gute Karten gehabt, den Posten des Geheimdienstdirektors dauerhaft zu übernehmen. Trump habe sich aber gegen ihn gewendet, als er von der Unterrichtung der Abgeordneten erfahren habe. Der Präsident habe Maguire dann vergangene Woche im Oval Office wegen der “Illoyalität” von dessen Mitarbeitern gescholten und seine Chance auf die dauerhafte Übernahme des Geheimdienstdirektor-Postens zunichtegemacht.

Der demokratische Abgeordnete Bennie Thompson erklärte, dass Trump mit der Absetzung Maguires der Präsident geradezu zur ausländischen Einmischung aufrufe.

Kurz-Fan und umstrittener Botschafter als Nachfolger

Doch wer folgt auf Maguire? Trump hatte am Donnerstag den US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, zum neuen amtierenden US-Geheimdienstdirektor ernannt. Grenell gilt als treuer Jünger des Präsidenten und hat in der Vergangenheit Zweifel am Ausmaß der russischen Einmischung geäußert. Ebenso ist Grenell dafür bekannt, dass er sich, entgegen diplomatischer Gepflogenheiten, immer wieder auf äußerst ungute Weise in die innenpolitischen Belange des Gastlandes Deutschland einmischte. So kritisierte er Merkel mehrfach wegen ihrer Flüchtlingspolitik und lobte Kurz als „Rockstar“ der Konservativen in Europa. Abgeordnete fast aller deutscher Parteien äußerten in der Vergangenheit des Öfteren ihren Unmut über den Botschafter. Jetzt wird er Trumps rechte Hand für die Geheimdienste. Pikant: er wird das Amt nur geschäftsführend antreten, da er sonst vom Senat bestätigt werden müsste.

(wb/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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