Sonntag, Juli 14, 2024

Zusammenbruch des Internets?

Wie gut ist unsere heimische IT

In Krisenzeiten entsteht ein erhöhter Kommunikationsbedarf, weil die Dinge des täglichen Lebens anders sind, als gewohnt. Die Zeit, in denen Radio und Fernsehen die vorherrschenden Kommunikationsmittel waren, sind vorbei. Die persönliche Kommunikation ist heute digitalisiert. WhatsApp, Instagram und Co sind aus dem Leben der meisten Österreicher nicht mehr wegzudenken. Kommt es nun zu einem wahrscheinlichen Shut-Down des öffentlichen Lebens, stellt sich die Frage, wie sich das auf die Netz-Infrastruktur auswirken kann.

Wien, am 13. März 2020  / Das Bild, das unsere Recherche ergibt, lässt darauf schließen, dass alle Betreiber von kritischer Infrastruktur offenbar gut auf die Krise vorbereitet sind. Es stehen ausreichend Kapazitäten, auch im Bereich der Mobilfunk-Infrastruktur, bereit. Das ist auch der Bereich, bei dem die großen Anbieter eine Zunahme des Traffics erwarten. Die großen Anbieter gehen auch von einer Verlagerung des Traffic aus, da viele Firmen ihre Mitarbeiter aus dem Homeoffice arbeiten lassen. Die Technik der Infrastruktur scheint topfit zu sein.

Personal als möglicher kritischer Punkt

Ein etwas differenzierteres Bild ergibt sich bei der Nachfrage nach den Personalressourcen. Hier dürfte es Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern geben. Während ein Teil laut eigener Aussage sehr gut darauf vorbereitet ist, ist hinter vorgehaltener Hand dann doch zu hören, dass es die Personaldecke schon für den Normalbetrieb, recht dünn ist. Was das konkret für Krisenzeiten mit womöglich einer teilweise kranken Besetzung bedeutet, dazu war nichts zu erfahren. Aktuell stellen einige Provider auf Homeoffice, um eine Erkrankung des Personals zu verhindern. Eine spannender Detailaspekt sind vermutlich die ungarischen Mitarbeiter und deren Einsatzbereitschaft bei manchen ostösterreichischen Anbietern nach der Grenzschließung durch die ungarische Regierung.

Vereinzelt Engpässe bei VPN möglich

Da nun auch viele Firmen Homeoffice verordnen werden (müssen), könnte es laut Aussage eines IT-Insiders bei dem einen oder anderen Internetprovider zu Engpässen bei VPN-verschlüsselten Verbindungen kommen. Davon sind wahrscheinlich die betroffen, die nur über eine Softwareverschlüssung für VPN-Verbindungen verfügen. Wie und ob sich das dann im Detail auswirkt, muss sich aber noch zeigen.

Lage derzeit sehr entspannt

Die kritischen Infrastrukturbetriebe wie Strom, Wasser und Gas müssen über Krisenpläne verfügen und die allermeisten laufen schon seit mehr als 14 Tagen in diesem Modus. Hier scheint es keine Gefahr von Engpässen oder einer ungeregelten Versorgung zu geben. Ein Blick nach Italien zeigt, dass wir uns hier keine Sorgen machen müssen.

(sm)

Titelbild: APA Picturedesk

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