Massiver Löschapparat gegen Fake-News

Youtube und Facebook

Seit Corona sind auch die Tech-Konzerne in Aufruhr. YouTube und Facebook änderten ihre Richtlinien, um umfangreich gegen „Fake-News“ vorzugehen. Was Falschinformation ist und was nicht, beurteilen private Techkonzerne, man hält sich an die WHO. Aber auch Kritik an Bill Gates wird auf Facebook offenbar gelöscht.

Wien, 27. April 2020 | Die WHO gibt die Linie vor – zumindest auf YouTube. Inhalte, die den offiziellen Angaben der WHO widersprechen, werden gelöscht, sagte YouTube-Chefin Susan Wojcicki letzte Woche gegenüber CNN. Auch Theorien, die nicht den Erzählungen von Regierungen und WHO entsprechen, würden gelöscht werden.

WHO gibt Linie vor

So hat man es beispielsweise bei YouTube auch auf Videos abgesehen, die einen Zusammenhang zwischen dem neuen 5G-Netz und Corona konstruieren. Weiters sind Videos, die „Knoblauch gegen Corona“ oder „Vitamin C Mangel als Corona-Ursache“ zum Inhalt haben, auf der Abschussliste.

Neben Youtube führte sondern auch Facebook in der Corona-Krise neue Richtlinien ein. Damit wird es leichter, Videos oder andere Beiträge zu löschen. Betroffen sollen auch Videos sein, in denen Microsoft-Gründer Bill Gates kritisiert wird. Das könnte damit zu tun haben, dass unterschiedliche politische Gruppierungen in den USA Verschwörungstheorien über Gates und das Coronavirus in Umlauf gebracht haben.

Dieses Video soll von Facebook zensiert werden. Gegenüber ZackZack hat sich Facebook dazu noch nicht geäußert.

Kritik an Bill Gates gefährlich?

Ob und warum Facebook bestimmte Videos zensiert, wollte der Konzern gegenüber ZackZack nicht beantworten. Facebook hat im Zuge der Pandemie jedenfalls einiges geändert:

„Wir werden Nutzern, die gefährliche Falschinformationen über Covid-19 geliked, darauf reagiert oder kommentiert haben, die wir seitdem entfernt haben, Nachrichten im News Feed anzeigen”,

sagte eine öffentliche Aussendung des Zuckerberg-Konzerns. Nutzer, die mit Falschinfos interagieren, bekommen danach Informationen der WHO in ihre Timeline gespült.

Gefährlich seien Falschnachrichten dann, wenn sie direkt die Gesundheit von Menschen schädigen können. Das oben gezeigte Video ist zwar ohne Zweifel polarisierend, scheint jedoch nicht unmittelbar gefährlich für die Gesundheit zu sein.

Die Social Media Plattformen von Youtube über Twitter bis Facebook haben jedenfalls aktuell viel zu tun und eine äußerst sensible Aufgabe. So muss zwischen eindeutigen Falschmeldungen und kritischer Beurteilung der Regierungspositionen unterschieden werden. Dass privaten Unternehmen eine solche Autorität in der Entscheidung, was gesagt werden darf und was nicht, zukommt, macht die Corona-Krise so deutlich wie nie.

(ot)

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Titelbild: APA Picturedesk

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