Aktivisten besetzten Shell-Tankstelle in Graz

“Shell must fall!”

Anlässlich der Aktionärsversammlung des Shell-Konzerns besetzten Aktivisten eine Shell-Tankstelle in Graz. Die Aktion wurde von der Polizei aufgelöst. Die Aktivisten zeigten sich aber zufrieden, konnten sie ihre Forderungen doch anbringen.

Graz, 21. Mai 2020 | Mit Masken und Sicherheitsabstand besetzten am Dienstag laut Polizei rund 40 Aktivisten eine Shell-Tankstelle in Graz. Die Protestaktion mit dem Titel „Shell must fall“, sei “anlässlich der jährlichen Aktionärsversammlung des Öl-Konzerns” durchgeführt worden. Shell ist einer der größten Öl-Konzerne weltweit, 2018 machte man 388 Milliarden US-Doller Umsatz. Etwa eine Million Aktionäre besitzen zusammen rund 8 Milliarden Aktien.

Fossiles Zeitalter soll zu Ende gehen

Die Aktion sei eine „symbolische Blockade“ gewesen, die das Ende des „fossilen Zeitalters“ fordert. Die Shell-Tankstelle in der Grazer Wiener Straße wurde als Ziel gewählt, um mit einer kurzen, spontanen Protestaktion die Forderungen der Aktivisten auszudrücken. Shell steht fast wie kein anderer Öl-Multi für die Macht der Öl-Lobby über die globale Wirtschaft.

In Den Haag, wo Shell ihre Aktionärsversammlung durchführte, war es zu einer Großdemo mit Sicherheitsabstand gekommen.

“Was wir inmitten der Corona- und Klimakrise am wenigsten gebrauchen können, sind Aktionäre eines Ölriesen, die darüber diskutieren, wie sie ihre Gewinne weiter maximieren können.”

betont Sabine Klinger, eine Aktivistin vor Ort. Laut einer Untersuchung von 2019 war Royal Dutch Shell (wie der Konzern mit voller Bezeichnung heißt, Red.) mit einem Ausstoß von 31,95 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten seit 1965 das Unternehmen mit dem weltweit siebthöchsten Ausstoß.

Polizei löst Besetzung schnell auf

Die Aktivisten fordern eine dezentrale, sozial gerechte Energiedemokratie, die Kontrolle über Erzeugung und Verteilung soll allen Menschen zustehen. Aktuell läge sie in der Hand weniger Konzernspitzen, geben die Aktivisten zu bedenken.

Eindrücke von der Protestaktion bei der Shell-Tanke.

Schnell tauchte die Polizei an der Tankstelle auf. Zu diesem Zeitpunkt drehten die Aktivisten, die meisten auf Fahrrädern, Runden um die Zapfsäulen und hatten Banner ausgerollt.

“Die Kollegen sind kurz nach 17 Uhr informiert worden. Es waren dann mehrere Streifen vor Ort, auch im Sinne einer allfälligen Absicherung des Verkehrs”, so Polizeisprecher Fritz Grundnig gegenüber der „Kleinen Zeitung“.

“Die rund 40 Aktivisten wurden dann unmittelbar aufgefordert, die Aktion zu beenden, was sie auch getan haben. Die Beamten vor Ort haben auch Identitätsfeststellungen durchgeführt, es wird auch in der Folge zu Anzeigen kommen”, so Grundnig seitens der Grazer Polizei.

Dem widersprechen die Aktivisten. Es hätte keine Identitätsfeststellungen gegeben, die angekündigten Anzeigen verstehen sie als typische Repressionstaktik, um vor Wiederholungen dieser Art abzuschrecken, sagen sie gegenüber ZackZack.

(ot)

 

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Titelbild: APA Picturedesk

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