AUVA:

Deal zwischen Wiener Wirtschaftskammer-Präsident Ruck und türkisen Funktionären?

Die Türkise Mehrheit in der Unfallversicherung hat sich festgelegt: Die AUVA zieht in das leerstehende Haus der Kaufmannschaft am Schwarzenbergplatz. Wie teuer wird das? Und: Gab es einen Deal zwischen dem Präsidenten der Wiener Wirtschaftskammer und der türkisen AUVA-Führung?

Wien, 21. August 2020 | Ausgerechnet die neue Zentrale der Unfallversicherung ist nicht behindertengerecht. Auch die Büroräume müssen für den geplanten Mieter adaptiert werden. Dennoch besteht die ÖVP-Mehrheit im Verwaltungsrat darauf, dass die AUVA von ihrem Gebäude in der Adalbert-Stifter-Straße in das Haus der Kaufmannschaft am Schwarzenbergplatz umzieht. Der Hintergrund: Die Wirtschaftskammer sieht sich als Eigentümervertreter der AUVA. Die Kammer habe am Schwarzenbergplatz leerstehende Flächen, die sie füllen wolle, wie ein Sprecher der Wirtschaftkammer Zackzack mitteilte.

Ein Million Euro soll sich die AUVA durch den Umzug ersparen, sagen die ÖVP-nahen Verwaltungsräte in der Unfallversicherung. Die Arbeitnehmervertreter bezweifeln das. Die nötigen Umbaukosten seien in dieser Summe offenbar noch gar nicht gegengerechnet. Wie viel wird der Umbau kosten? Sowohl die Wiener Kaufmannschaft, als auch die AUVA-Führung wollten Fragen dazu nicht beantworten.

Zackzack liegt aber eine eine parlamentarische Anfrage des SPÖ-Abgeordneten Rudolf Silvan an das zuständige Gesundheitsministerium vor. Dessen Vertreter hatte sich ebenfalls gegen den Umzug ausgesprochen.

Ein Deal unter Freunden?

Silvan will unter anderem wissen, ob Minister Rudi Anschober dem Umzug zustimmen wird. Außerdem fragt Silvan nach der Rolle des Chefs der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck. Hat er mit der türkisen Führung der AUVA, Generaldirektor Alexander Bernart und Obmann Mario Watz einen Deal? Silvans Verdacht: Ruck könnte geholfen haben, die türkisen AUVA-Spitzen in ihre Positionen zu heben – als Gegenleistung sollten sie Ruck und der Wiener Wirtschaftkammer unter die Arme greifen. Wäre ein solcher Deal zum wirtschaftlichen Nachteil der AUVA, würde er wohl den Tatbestand der Untreue erfüllen.

Mehr als Verdacht ist die Frage des SPÖ-Abgeordneten gleichwohl nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung.

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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