Nawalny lässt Putin wissen: Habe keine Angst!

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny, der einen Giftanschlag überlebte, verdächtigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Drahtzieher seiner Vergiftung. Er habe aber keine Angst und wolle zurück in seine Heimat.

 

Wien, 01. Oktober 2020 | “Ich behaupte, dass hinter der Tat Putin steht, und andere Versionen des Tathergangs habe ich nicht”, zitierte das deutsche Magazin “Spiegel” Nawalny in einem am Donnerstag zunächst in Auszügen veröffentlichten Interview.

Will zurück nach Russland

Der Oppositionspolitiker kündigte demnach an, dennoch in seine Heimat zurückzukehren.

“Meine Aufgabe ist jetzt, der Typ zu bleiben, der keine Angst hat. Und ich habe keine Angst!”

Nawalny war im August auf einem Flug zusammengebrochen. Zuerst wurde er im sibirischen Omsk und dann in der Charite in Berlin behandelt. Die deutsche Regierung erklärte nach Tests, Nawalny sei mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden. Die Regierung in Moskau weist jede Verantwortung zurück. Nawalny erklärte gegenüber dem “Spiegel” zur Wirkung des Gifts, dass man keine Schmerzen spüre, aber man wisse, dass man sterbe.

Merkel mit Besuch in Charité

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Nawalny im Berliner Krankenhaus besucht hatte. In Diplomatenkreisen gilt dies als symbolisch starke Aufforderung in Richtung Russland, zur Aufklärung des Anschlags beizutragen. Alexej Nawalny sei Medienberichten zufolge “sehr dankbar” über den Kanzlerinnenbesuch gewesen. Es sei kein geheimes Treffen gewesen, die Kanzlerin habe sich auch mit seiner Familie unterhalten.

(apa/red)

Titelbild: APA Picturedesk

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