SPÖ fordert Sperre von Risiko-AKW

Nach Erdbeben

Julia Herr (SPÖ) fordert die Schließung des Risiko-AKW Krško, nicht weit vom Epizentrum des gestrigen Erdbebens in Kroatien und nur 100 Kilometer von der österreichischen Grenze. Heute kam es zu Nachbeben am Westbalkan. Türkis-Grün unternahm kürzlich eine Anti-Atom-Kampagne, jetzt könnten sie liefern.

 

Wien, 30. Dezember 2020 | Am Tag nach dem starken Erdstoß in Zentralkroatien, der am Dienstag sieben Menschenleben gefordert und großen Schaden angerichtet hatte, gab es in Petrinja und Sisak eine Reihe von Nachbeben. Mittwoch früh erschütterten wieder drei stärkere Stöße die Gegend. Der heftigste um 6.26 Uhr hatte nach Angaben von Seismologen eine Stärke von 4,8 auf der Richterskala. Die Nachbeben waren auch in Slowenien spürbar.

Verheerende Schäden

Die Rettungs- und Aufräumarbeiten, die auch in der Nacht andauerten, wurden am Mittwoch fortgesetzt. Die Bergrettung hatte nachts mehr als 80 Objekte auf mögliche Verschüttete überprüft, ihre rund 100 Mitglieder setzen die Arbeit am Mittwoch fort, berichteten Medien.

Viele Menschen verbrachten die Nacht in Wägen oder Zelten. Um sich warm zu halten, entzündeten sie Feuer im Freien. Wasser, Essen und Decken wurden verteilt. Obwohl Notunterkünfte organisiert wurden, blieben viele bei ihren zerstörten Häusern. „Glücklicherweise ist es derzeit ein milder Winter“, sagte ein Bewohner von Petrinja zum Nachrichtenportal „24sata“, der zusammen mit seiner Familie die Nacht im Auto vor seinem Haus verbrachte.

Nach dem starken Erdbeben am Dienstag haben sich SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr und SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll für ein Aus des an einer seismologischen Bruchlinie liegende slowenisch-kroatische Atomkraftwerk Krško ausgesprochen. Der Atommeiler sorge „immer wieder für Probleme und Sicherheitsrisiken“, heißt es in einer Aussendung am Dienstag. „Es ist hoch an der Zeit, dass das AKW Krško für immer vom Netz geht.“ Es befindet sich nur 100 Kilometer von der österreichischen Grenze, seit Dienstagnachmittag ist es heruntergefahren.

Türkis-Grün nach Anti-Atomkampagne unter Druck

Die türkis-grüne Regierung wurde von Herr und Schroll aufgefordert, „den vielen Worten endlich konkrete Taten folgen zu lassen“ und Druck auf ihre slowenischen sowie kroatischen Amtskollegen „für die Stilllegung des gefährlichen Atomkraftwerks Krško“ auszuüben. Atomkraft dürfe keine Zukunft haben und der Atomausstieg müsse vorangetrieben werden, heißt es in der Aussendung weiter. Zur Erinnerung: Erst kürzlich forderten ÖVP-Abgeordnete im Hohen Haus per Aktivismus ein Ende der Atomkraft – inklusive Fake-News über die SPÖ.

Am Mittwoch äußerten sich auch die Grünen zum AKW. Diese „Gefahr für Europa“ müsse beendet werden, teilte der Anti-Atom-Sprecher der Grünen, Martin Litschauer, am Mittwoch in einer Aussendung mit. „Ein zweites Fukushima würde Europa in diesen Zeiten ins Chaos stürzen.“ Er sprach sich gegen die geplante Betriebsverlängerung des Atommeilers aus. Vom Regierungspartner ÖVP hat man bis dato noch nichts gehört.

(apa/ot)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

ZackZack unterstützen

Jetzt Mitglied werden!

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben

Regierung feiert mitten im Lockdown Party

Am Mittwoch tanzte ein großer Teil der Regierung bei der „Licht ins Dunkel“-Gala an. Danach feierte man auch noch eine Aftershowparty. Unter den Feiernden: Bundeskanzler Schallenberg.

Ermittlungen gegen ÖVP-Spitzendiplomat

Ex-Generalsekretär Johannes Peterlik wurde suspendiert. Gegen den Diplomaten laufen Ermittlungen. Peterlik hat Verbindungen zum flüchtigen Wirecard-Manager Jan Marsalek.

Inseratenaffäre: Es ging unter Löger weiter

Der Verdacht der Ermittler gegen Sebastian Kurz und seine Berater beginnt im Jahr 2016. Chats aus dem Finanzministerium zeigen: auch 2019 wurde noch Inseratengeld für "persönliche Zwecke" verwendet.