Es sitzt ein Mann im Kanzleramt, der hat ein Herz aus Stein

Köhlmeiers Neujahrsgruß

Zum Jahreswechsel widmet der Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier dem Bundeskanzler einen „Neujahrsgruß“ – ein Appell in vier Strophen, der sich gegen die Weigerung der türkis-grünen Regierung richtet, Menschen von den griechischen Inseln aufzunehmen.

 

Wien, 5. Jänner 2020 | Die österreichischen Initiative „Courage – Mut zur Menschlichkeit“, der zahlreiche prominente Vertreter aus Kunst, Kultur, Sport und Politik angehören, kritisiert vor allem das entmenschlichte Verhalten der österreichischen Regierung und der EU gegenüber der humanen Katastrophe, die sich derzeit in den Flüchtlingslagern in Griechenland abspielt.

Vor diesem Hintergrund hat der Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier zum Jahreswechsel einen speziellen Neujahrsgruß für Kanzler Sebastian Kurz in Form eines Gedichtes geschrieben. Darin richtet er sich scharf gegen die Weigerung der türkis-grünen Regierung, Geflüchtete von den griechischen Inseln aufzunehmen.

Hier der Originaltext des Gedichtes, der in einer Aussendung veröffentlicht wurde:

“Neujahrsgruß 2021” von Michael Köhlmeier

Es sitzt ein Mann im Kanzleramt,
der hat ein Herz aus Stein.
Er möchte gern ein Großer sei
und ist erbärmlich klein.

Minister flüstern ihm ins Ohr,
dass er der Größte sei,
wenn er kein bisschen Mitleid zeigt,
denn Mitleid sei Geschrei.

Es leben auf der Insel weit
viel hundert Kinder klein,
die möchten gern ein warmes Bett
und ohne Ratten sein.

Sag nur ein Wort, du großer Mann
im fernen Kanzleramt:
Ein „Ja“ heißt: Ihr dürft glücklich sein,
ein „Nein“: Ihr seid verdammt.

Es sitzt ein Mann im Kanzleramt,
der hat ein Herz aus Stein.
Er möchte gern der Größte sein
und darum sagt er: „Nein!“

Band vertont den Neujahrsgruß

Anschließend hat die Tiroler Band “Bluatschink” Köhlmeiers Gedicht mit der Melodie von “The house of the rising sun” (1964) vertont. Wie sie unter dem Video schreiben, seien die Bandmitglieder selbst vierfache Eltern und Großeltern von drei kleinen Enkeln und könnten die Bilder aus Griechenland einfach nicht mehr ertragen.

“Alleine die Tatsache, dass die häufigsten Verletzungen bei Kleinkindern Rattenbisse sind, ist einfach menschenunwürdig und eine Schande für Europa.”,

so die Band.

In dem Video bezieht sich die Band auch auf einen ZackZack-Artikel über das Moria-Ersatzlager Kara Tepe.

(jz)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

ZackZack unterstützen

Jetzt Mitglied werden!

Folge einem manuell hinzugefügten Link
Link zu: InlandLink zu: Meinung
Link zu: AuslandLink zu: Leben

Dazu brauchen wir eure Unterstützung:

im ZackZack-Club.

Kurz attackiert ZackZack!

Wir bleiben dran: in Wien,

Ibiza und Mallorca.

Schließen