Freitag, Juli 19, 2024

Doppel-Frauenmord in Salzburg

Ex-Freundin und deren Mutter erschossen

In der Nacht auf Donnerstag erschoss in Salzburg ein Mann seine Ex-Freundin und deren Mutter. Es sind bereits der zehnte und elfte Frauenmord in Österreich 2021.

Wals-Siezenheim, 06. Mai 2021 | Ein Beziehungsstreit endete in der Nacht auf Donnerstag in Wals-Siezenheim im Salzburger Flachgau mit einem mutmaßlichen Doppelmord. Ein 51-Jähriger hat dabei offenbar seine ehemalige Lebensgefährtin (50) und deren Mutter (76) erschossen. Danach ist der Mann mit dem Auto geflüchtet. Er nahm noch in der Nacht selbst über Notruf mit der Polizei Kontakt auf. In den Morgenstunden wurde er im Raum St. Wolfgang (Bezirk Gmunden) von der Polizei festgenommen, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion.

Die Tat dürfte sich kurz nach Mitternacht beim Einfamilienhaus der beiden Frauen in der Stadtrandgemeinde ereignet haben. Der Mann aus der Stadt Salzburg suchte seine frühere Lebensgefährtin auf. Dabei kam es zu einem Streit, der so laut wurde, dass Nachbarn den Lärm hörten und die Polizei verständigten. Danach hörten sie auch noch Schüsse und sahen, wie der Mann zu Fuß flüchtete.

Beim Eintreffen der Polizei entdeckten die Beamten die beiden toten Frauen im Eingangsbereich des Hauses. Da zunächst nicht klar war, wohin der Täter verschwunden war, wurde laut ORF-Radio die Nachbarschaft und auch ein Haus abgesucht. Die Suche blieb ohne Erfolg.

Noch in der Nacht meldete sich dann der mutmaßliche Täter via Notruf bei der Polizei. Im Verlauf des Gesprächs versuchten die Polizisten, den Mann zur Aufgabe zu überreden. In St. Wolfgang am Wolfgangsee hat sich der 51-Jährige schließlich nach Angaben des Polizeisprechers selbst gestellt. Er wurde in den Morgenstunden festgenommen, zwei Schusswaffen wurden bei ihm sichergestellt.

Die Hintergründe zur Tat waren in der Früh noch nicht bekannt. Mit weiteren Einzelheiten sei im Lauf des Vormittages zu rechnen, sagte der Sprecher.

Tragischer Sonderfall Österreich

Nirgends in der Europischen Union gibt es gemessen an der Bevölkerung so viele Frauenmorde wie in Österreich. Nur hierzulande werden mehr Frauen als Männer ermordet – meist von ihren (Ex-)Partnern. Die in der Nacht getöteten Frauen waren bereits das zehnte und elfte Opfer solcher Taten in diesem Jahr.

Erst vergangene Woche hatte ein Mann in Wien-Brigittenau seine Partnerin ermordet. Ein am Montag von der Bundesregierung einberufene Sicherheitskonferenz brachte als fassbares Ergebnis lediglich das Versprechen von Innenminister Nehammer, mehr Polizeibeamte in Sachen Gewaltschutz zu schulen.

Vertrerinnen von Opferschutzeinrichtungen beklagen, dass es an Geld für ihre Arbeit fehle. Jährlich würden 228 Millionen Euro gebraucht. Das derzeitige Budget beträgt 14,5 Millionen. Allein für Inserate und Kommunikation gab die Regierung im Vorjahr 73 Millionen Euro aus.

(APA/tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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