Freitag, Juli 12, 2024

Top-Quoten für Böhmermanns Kurz-Abrechnung – “Türkiser Familie” gefiel Sendung nicht

“Türkiser Familie” gefiel Sendung nicht

Am Freitag gab es in den sozialen Netzwerken nur ein Thema: Jan Böhmermanns Show über den Weg zur „türkisen Autokratie“. Die TV-Quoten bestätigen den Erfolg. Der “türkisen Familie” gefiel die Show nicht, war ihr der Inhalt doch hinlänglich bekannt.

 

Wien, 10. Mai 2021 | Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann knöpfte sich am Freitag in seinem fast 30-minütigen Beitrag im “ZDF Magazin Royal” Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor. Die Sendung war bereits im Vorfeld mit Spannung erwartet worden, hatte Böhmermann doch in Richtung Finanzminister Gernot Blümel angekündigt: „Noch hat Gernot Blümel Zeit zurückzutreten, ohne dass es aussieht, als wäre das @zdfmagazin Schuld daran. P.S.: HUCH! Heute ist ja unsere letzte Sendung vor der Sommerpause. Um 23 Uhr im @ZDF!“

Zwar sollte keine rücktrittsauslösende Bombe kommen, für große Teile der Zuseher war die Zusammenfassung der Kurz-Regierung I und II allerdings erschreckend. Böhmermann erklärte, wie Sebastian Kurz die vier Säulen Regierung, Medien, Parlament und Justiz „verändern“ möchte oder dies bereits getan habe, jeweils belegt mit Medienberichten.

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„Grandiose Quoten“

Die Quoten der Sendung waren dementsprechend hoch, wie das Wirtschaftsmagazin „Meedia“ am Montag veröffentlichte. Insbesondere im jungen Publikum hat die Sendung erneut grandiose Quoten geholt, war mit 947.000 14- bis 49-Jährigen die klare Nummer nach 23 Uhr und erreichte einen grandiosen Marktanteil von 17,1 Prozent.“ Damit übertraf man sogar die ansonsten quotenmäßig bessere „Heute Show“. Auf YouTube erreichte der Beitrag innerhalb von zwei Tagen über eine Million Aufrufe. Der Hashtag #böhmermann und #zdfmagazin trendete auch am Samstag noch auf Twitter.

Kurz’ Medien-Dompteur gefiel es nicht

Einem, dem die Show ganz und gar nicht gefallen hat, ist Gerald Fleischmann, der Medienbeauftragte im Kanzleramt. Er teilte am Montag einen Beitrag mit dem Satz: „Ich hab noch nie #Boehmermann geschaut, gibt es einen Grund das zu tun?“ Für Fleischmann hat es wohl wirklich keinen triftigen Grund gegeben – er kennt die Geschehnisse aus erster Hand. Auch Manfred Jurazka, ehemaliger ÖVP Wien-Chef und mit historischen neun Prozent bei der Wien-Wahl 2015 baden gegangen, ist kein Fan: „Selbst Schuld, wer Hoffnungen in halblustige, linke Clowns setzt“.

Für Personen, die nicht aus der Familie der ÖVP stammen, war die Sendung allerdings aufschlussreicher. Ex-Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) schrieb auf Facebook: „Jan Böhmermann hat umgesattelt. Statt Satire macht er jetzt Dokumentationen – bei denen einem das Lachen gefriert. Diesmal über Österreich. Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Demokratie nicht mit einem lauten Knall zerbricht. Sie wird durch viele kleinere und größere Schritte ausgehöhlt und zersetzt. Die Ignoranz des Rechtsstaates, die Attacken auf die Justiz, die Aushöhlung der Medienfreiheit stammen aus dem Drehbuch autokratischer Systeme. Böhmermann führt uns vor, wie weit wir dabei schon gekommen sind.“

Auch die deutschen Medien waren eher der Meinung des ehemaligen Bundeskanzlers Kern, als der des türkisen Mediendompteurs Fleischmann. “Der Stern” titelte: “Jan Böhmermann zerlegt Österreich-Kanzler Sebastian Kurz”. Für den bayrischen Rundfunk eine “Herbe Abrechnung mit den österreichischen ´Zuständen´”. Für den türkisen Teil Österreichs war es wohl “nichts Neues”.

(bf)

Titelbild: screenshot/youtube

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