Dramatische Szenen:

Jahrtausendflut in China

Menschen, die in reißenden Fluten ums Überleben kämpfen, eine explodierende Aluminium-Fabrik, schwimmende Autos, einbrechende Staudämme: Die Unwetter und Rekordfluten in China führen zu dramatischen Szenen.

Wien, 21. Juli 2021 | Die Unwetter-Katastrophen nehmen kein Ende: Nach den dramatischen Hochwasser-Szenen in Deutschland und Österreich kommt es jetzt in China zu Rekordfluten. Das Land kämpft regelmäßig mit Überschwemmungen nach Monsunregen, doch diesmal ist es anders – es sollen die stärksten Regenfälle seit Beginn der Aufzeichnungen sein, die derzeit die zentralchinesische Millionenmetropole Zhengzhou heimsuchen:

“Solche Regenfälle gibt es normalerweise nur einmal in 100 Jahren. Die Lage ist düster”,

berichtete der Krisenstab der neun Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt von Henan laut “China Daily”. Die “South China Morning Post” schreibt von den schlimmsten Regenfällen in 1.000 Jahren. Die Folgen seien verheerend. Laut offiziellen Angaben soll es bisher mindestens 16 Tote geben, 100.000 Menschen wurden evakuiert.

Hunderte in überfluteter Ubahn eingesperrt

In Staatsmedien und im Kurznachrichtendienst Weibo zirkulierten auch Videos von dramatischen Rettungsaktionen, bei denen Menschen aus reißenden, braunen Fluten gerettet wurden. Internetnutzer beklagten allerdings, dass die staatliche Zensur auch Beiträge löschen ließ.

Die Wasser- und Stromversorgung ist vielerorts unterbrochen, der Verkehr lahmgelegt. Ein Krankenhaus musste wegen Stromausfalls evakuiert werden. Das Wasser suchte sich seinen Weg auch ins Ubahn-Netz. Hunderte Fahrgäste wurden von den Fluten überrascht und steckten in der Ubahn mit Wasser bis zu den Schultern fest.

Dieser Twitter-Thread zeigt dramatische Überflutungs-Szenen in Zhengzhou.

Aluminium-Fabrik explodiert

In der zentralchinesischen Provinz Henan ist der Fluss Jing über die Ufer gelangt und hat eine Aluminium-Fabrik geflutet. Das Wasser ist Berichten zu Folge in einen Tank mit einer chemischen Lösung gelaufen und hat dort zu einer chemischen Reaktion geführt. Das Werk wurde noch vor der Explosion evakuiert, die Druckwelle der Explosion soll kilometerweit spürbar gewesen sein:

Bereits drei Staudämme eingebrochen

Was die Überschwemmungen in China noch dramatischer werden lässt, sind seine teils hastig errichteten Mega-Staudämme. Seit Beginn der Regenfälle sind bereits drei Staudämme gebrochen – zunächst zwei in der inneren Mongolei, zuletzt war es der Damm des Guojiaju Wasserreservoirs im Süden von Zhengzhou.

Schwere Unwetter wurden auch aus Südchina gemeldet, wo in der Provinz Guangdong ein weiterer Taifun mit dem Namen “Cempaka” mit Windgeschwindigkeiten bis zu 110 Stundenkilometern bei der Stadt Yangjiang auf Land traf. Der Wetterdienst warnte am Mittwoch erneut vor heftigen Regenfällen in vielen Provinzen.

(lb/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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