Kurz mit peinlichem Geographiefehler

Setzen, nicht genügend

Für einen ehemaligen Außenminister hat sich der jetzige Bundeskanzler Sebastian Kurz mit seinen Geographiekenntnissen nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Afghanistan dichtete er im Bild-Interview ein neues Nachbarland an.

 

Wien, 27. Juli 2021 | „Ich will diese kranke Ideologie nicht in Europa“: groß titelte die deutsche Boulevardzeitung „Bild“ nach dem Interview mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Kurz möchte weiterhin nach Afghanistan abschieben, trotz der steigenden Macht der Taliban. Der Bundeskanzler findet deswegen, dass die Situation vor Ort verbessert werden müsse.

Peinlicher Geographiefehler

Doch dann geschah dem Bundeskanzler ein peinlicher Fehler, insbesondere für einen ehemaligen Außenminister. Afghanistan dichtete er ein neues Nachbarland an. „Wenn Menschen fliehen müssen, dann halte ich Nachbarstaaten, wie die Türkei oder sichere Teile Afghanistans, definitiv für den richtigeren Ort, als dass die Menschen alle nach Deutschland, Österreich oder Schweden kommen.“ Die Türkei grenzt allerdings nicht, wie von Kurz behauptet, an Afghanistan.

Die Türkei befindet sich sogar näher an Österreich, als an Afghanistan. Österreich und die Türkei trennen rund 1000 Kilometer. Die Türkei und Afghanistan hingegen mehr als 1400 Kilometer. Die „Bild“-Zeitung änderte im Artikel sogar das Zitat des Bundeskanzlers, dass es richtiggestellt wurde.

Dort steht: „Wenn Menschen fliehen müssen, dann halte ich Nachbarstaaten, die Türkei oder sichere Teile Afghanistans…“ Die Nachbarländer Afghanistans sind übrigens der Iran, Turkemistan, Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan und China.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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