Trauer um Rudolf Edlinger

Ex-Rapid-Präsident verstorben

Rapid Wien trauert um seinen Ex-Präsidenten Rudolf Edlinger. Er wurde 82 Jahre alt.

Wien, 21. August 2021 | Fußball-Rekordmeister Rapid Wien trauert um seinen ehemaligen Präsidenten Rudolf Edlinger. Der Ex-Finanzminister der Republik (SPÖ) hatte die Grün-Weißen vom 22. Oktober 2001 bis 18. Oktober 2013 als Präsident geleitet.

Am Samstag verstarb er im 82. Lebensjahr. Noch vor zwei Wochen war Edlinger beim 3:0-Heimsieg Rapids in der Bundesliga gegen den WAC auf der Tribüne gesessen. Der Rapid-Präsident mit der zweitlängsten Amtszeit war im November 2014 zum Ehrenpräsidenten des Clubs gewählt worden.

“Rudi Edlinger hat eine Ära geprägt und war ein Präsident, der ein echtes Vorbild bleibt”, sagte der aktuelle Rapid-Präsident Martin Bruckner. “Ich habe auch seinen Rat sehr geschätzt und oft angenommen. Seine Verdienste rund um unseren Herzensverein sind nicht hoch genug einzuschätzen. Meine persönliche Anteilnahme und jene des SK Rapid gilt der Familie von Rudi Edlinger, sowie allen Wegbegleitern. Wir werden unserem Ehrenpräsidenten stets ein ehrendes Andenken bewahren.”

Ähnlich reagierten die beiden Rapid-Geschäftsführer. “Rudi Edlinger war ein großer Rapidler und auch eine enorm große menschliche Persönlichkeit”, meinte Christoph Peschek. “In seine Ära fallen großartige sportliche Erfolge und wichtige infrastrukturelle Maßnahmen und Weichenstellungen. In Gedenken an Rudi werden wir selbstverständlich unser Heimspiel gegen Ried mit einer Trauerminute beginnen und mit Trauerflor antreten. Unser Klub verliert einen großen Rapidler.”

„Ein echter Sir“

Zoran Barisic bezeichnete Edlinger als väterlichen Freund. “Vorwiegend ihm habe ich zu verdanken, dass ich nach meiner Tätigkeit als Co-Trainer bei der Kampfmannschaft beim SK Rapid weiterarbeiten und viel lernen durfte.” Auch Ehrenkapitän Steffen Hofmann trauert um Edlinger: “Er hat unseren Club über mehr als ein Jahrzehnt wie ein echter Sir und Gentleman geführt.” 2006 habe ihn Edlinger von München zu Rapid zurückgeholt. “Er wurde für mich rasch zu einer Art Wiener Opa.”

Der Verein führte in einer Aussendung Erfolge von Edlinger an. So sei unter der Präsidentschaft Edlingers in Sachen Infrastruktur nicht nur die Komplettüberdachung des Hanappi-Stadions und der Bau der Tiefgarage abgeschlossen (2002), sondern u.a. auch eine Rasenheizung (2006) installiert sowie ein moderner Fanshop (2010) und das Rapideum (2011) eröffnet worden. Zudem sei eine zeitgemäße Geschäftsstelle bezogen (2007) und das Trainingszentrum im Ernst-Happel-Stadion (2012) eröffnet worden.

Auch Polit-Welt trauert

Tief betroffen zeigte sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen. “Mit großer Leidenschaft hat Rudolf Edlinger Jahrzehnte lang das politische Geschehen in Österreich geprägt, zunächst als Gemeinde-und Stadtrat in Wien und dann als Finanzminister der Republik. Ich habe ihn in meiner Zeit im Parlament als sozial verantwortungsvollen Politiker sehr geschätzt, und es war immer eine Freude mit ihm zu diskutieren. Besonders in Erinnerung bleibt mir sein ausgeprägter Sinn für Humor”, so der Bundespräsident in einer Aussendung.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner würdigte Edlinger als aufrechten und engagierten Sozialdemokraten, der sich in all seinen Funktionen immer für die Anliegen der Menschen stark gemacht habe. “Die Lücke, die er hinterlässt, ist groß. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie”, so Rendi-Wagner. Dass Edlinger “unfassbar fehlen” werde, betonte auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch.

Wiens Bürgermeister und SP-Landesparteichef Michael Ludwig reagierte in tiefer Trauer. “Als einer meiner Amtsvorgänger als Wiener Wohnbaustadtrat, langjähriger Mandatar des Wiener Landtages und Gemeinderats, als Nationalratsabgeordneter sowie als Finanzminister und zuletzt als Präsident des PVÖ Wien hat Rudi dem politischen Geschehen in Österreich immer seinen Stempel aufgedrückt”, teilte der Bürgermeister mit. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) würdigte ihn als “Politiker, der Empathie und sozialdemokratische Wert großgeschrieben hat”.

“Es ist unfassbar traurig, dass Rudi Edlinger von uns gegangen ist”, erklärte Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl: “Ein langjähriger Wegbegleiter in der Politik und bei Rapid wird sehr fehlen. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.” PVÖ-Präsident Peter Kostelka würdigte die “lange und erfolgreiche politische Karriere” des Verstorbenen, und PVÖ-Ehrenpräsident Karl Blecha hob die freundschaftlich und politische Verbundenheit seit Jugendtagen hervor.

Seitens der ÖVP zeigt sich Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec bestürzt. “Rudolf Edlinger war ein fachlich versierter Sozialpolitiker, der sich durch Feingefühl und Konstruktivität ausgezeichnet hat”, erklärte sie. FPÖ-Frauen- und Seniorensprecherin Rosa Ecker bezeichnete ihn als starkes Sprachrohr für die Anliegen der Senioren.

(red/apa)

Update am 21.08. um 12:09 Uhr

Titelbild: APA Picturedesk

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9 Kommentare
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Bastelfan
22. 08. 2021 8:07

Großteils positive erinnerungrn.
Schwarzer fleck: eads mio spende für rapidnachwuchs.

nikita
21. 08. 2021 19:32

Einer von den großen Sozialen!
Mach’s gut Rudi!

Samui
21. 08. 2021 22:27
Antworte auf  nikita

👍

hagerhard
21. 08. 2021 13:19

Eher lasse ich meinen Hund auf meine Wurst aufpassen als die ÖVP auf das Geld der Steuerzahler.

#Edlinger

WernerB
21. 08. 2021 21:50
Antworte auf  hagerhard

Im Original ist der Spruch mit der SPÖ.

Bastelfan
22. 08. 2021 8:08
Antworte auf  WernerB

?

Luftblaserl
21. 08. 2021 15:29
Antworte auf  hagerhard

So true … und (zu) viele kapieren immer noch nicht!
Ja, er wird fehlen.

Lojzek
21. 08. 2021 13:00

Und.
Da Wuffi hätt die Knacka ah scho längst gfressn …

Bastelfan
22. 08. 2021 9:00
Antworte auf  Lojzek

Da tlane wuffi? Dr lüssel?