Montag, Juli 22, 2024

Taliban nehmen letztes umkämpftes Tal ein

Mit der angeblichen Eroberung des Panjshir-Tals ist Afghanistan nun komplett in die Hände der Steinzeit-Islamisten gefallen. Diese biederten sich zuvor via “Bild” bei Angela Merkel an.

Kabul, 06. September 2021 | Die radikalislamischen Taliban haben nach eigenen Angaben die letzte Bastion des Widerstands in Afghanistan eingenommen. Das Panjshir-Tal sei “vollständig” erobert”, erklärte Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid am Montag. “Mit diesem Sieg ist unser Land vollständig aus dem Sumpf des Krieges befreit.”

Kurz zuvor hatten die afghanischen Widerstandskämpfer rund um Anführer Ahmad Massoud noch einen Waffenstillstand vorgeschlagen. Von Massoud gab es zunächst aber keine weitere Stellungnahme.

Hochburg des Widerstands fällt

Bilder in den sozialen Medien zeigten Mitglieder der Steinzeit-Truppe, die vor dem Tor des Gouverneursgebäudes der Provinz Panjshir standen. Die Taliban waren am Wochenende im Panjshir-Tal weiter vorgerückt. Sie meldeten schwere Kämpfe und Gebietsgewinn in der Provinz nördlich von Kabul. Wie die Nationale Widerstandsfront (NRF) am Sonntagabend mitteilte, wurden bei den Kämpfen auch ein bekannter Sprecher sowie ein General der Widerstandsgruppe getötet.

Das Panjshir-Tal war bereits in den 1990er Jahren eine Hochburg des Widerstands gegen die Islamisten und bisher noch nie unter deren Kontrolle. Vor drei Wochen formierte sich in dem Tal die Nationale Widerstandsfront (NRF) unter Führung des Sohns des 2001 getöteten afghanischen Kriegsherrn und Taliban-Gegners Ahmed Shah Massoud sowie des ehemaligen Vizepräsidenten Amrullah Saleh. Letzterer hatte angesichts der Belagerung durch die Taliban vor einer humanitären Krise im Tal gewarnt.

Würden sich über Merkel-Besuch freuen

Unterdessen schlägt die neue Herrschaft der Steinzeit-Islamisten seltsame Blüten. Die Taliban würden einen Besuch von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel in Afghanistan begrüßen. “Angela Merkel würde besonders herzlich aufgenommen werden. Wir würden uns wirklich sehr über sie freuen”, sagte ein Vertreter der Taliban, Zabihullah Mujahid, dem Boulevardblatt “Bild”. “Wir wollen eine voll und ganz sichere Umgebung hier in Afghanistan – das von allen Ländern der Welt akzeptiert wird, und an das die Staats- und Regierungschefs glauben.”

(red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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