KPÖ bekommt dritten Stadtrat

Zirngast im Gemeinderat

Das endgültige Wahlergebnis in Graz steht fest: Die KPÖ erringt einen dritten Sitz in der Stadtregierung. Dieser geht an den bisherigen Klubchef Manfred Ebner. Max Zirngast zieht in den Gemeinderat ein.

Wien/Graz, 28. September 2021 | Das endgültige Grazer Wahlergebnis steht fest: Mit 28,8 Prozent erhält die KPÖ einen dritten Sitz im Stadtsenat, der Stadtregierung. Bisher war die ÖVP mit drei Sitze vertreten, die KPÖ hatte zwei Stadträte.

Dritter kommunistischer Stadtrat

Neben Elke Kahr und dem 34-Jährigen Deutschlehrer Robert Krotzer holt die KPÖ Manfred Ebner in den Senat. Der langjährige Parteifunktionär Manfred Eber war zuletzt Klubchef und Sprecher für Finanzen und Kontrolle im KPÖ-Gemeinderatsklub. Elke Kahr holte ihn nach Graz, als sie 2005 das Wohnbauressort übernommen hatte.

Elke Kahr sagt zu ihrem neuen Stadtrat gegenüber dem „Standard“: “In Wohnungsfragen, in der Stadtplanung, beim Verkehr oder zuletzt als Finanz- und Kontrollsprecher der KPÖ im Gemeinderat genießt Manfred Eber einen Ruf als konstruktiver Sachpolitiker.” Er habe ein „humorvolles Wesen“, sei für genaues Arbeiten bekannt und die Arbeit über Parteigrenzen hinweg sei bei ihm in guten Händen.

Auch Zirngast im Gemeinderat

Welche Ressorts die KPÖ übernehmen wird ist offen. Aktuell stellt man Verkehrsrätin (Elke Kahr) und Gesundheitsrat (Robert Krotzer). Den Wohnbau hatte Türkis-Blau den Kommunisten im Jahr 2017 entzogen. Nun wird verhandelt. Die SPÖ ist wieder nicht dabei: Sie konnte auch diesmal keinen Sitz im proporzregierten Graz erringen. Grüne und FPÖ haben je einen Sitz errungen, die ÖVP hat nun zwei.

In der Volkspartei stellte man bereits die Weichen für die Zeit nach Nagel. Der bisherige Stadtsenat Kurt Hohensinner übernimmt die Agenden der Grazer VP.

Durch den Wahlerfolg der KPÖ gewann auch der Journalist Max Zirngast einen Platz im Grazer Gemeinderat. Er wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, nachdem er in der Türkei in Haft genommen worden war. Später wurde er freigesprochen und dockte bei der KPÖ Graz an. Diese sei die einzige Partei gewesen, die sich damals „öffentlich solidarisch“ mit ihm erklärt habe.

Im Gemeinderat wird die KPÖ 15 Mandatare stellen, die ÖVP 13. Rot-Rot-Grün hätten gemeinsam 28 Mandate von insgesamt 48.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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3 Kommentare
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mayanard
29. 09. 2021 9:51

Stadtsenat Kurt Hohensinner:
Gewaltig, der Senat trägt allein seinen Namen? Gibts schon einen Kurt-Hohensinner-Platz?

Huabngast
29. 09. 2021 0:38

Elke Kahr for Bürgermeister!

Dies soll den grazer GrünInnen geraten sein!

Tony
28. 09. 2021 16:38

Elke Kahr macht das gut. Und wie sie gestern höflich und souverän blieb, als der Wolf sie mit saublöden Fragen löchern wollte, das hatte Stil. Bravo, Elke !