Britney ist »endlich frei«

US-Gericht entzieht Vater Vormundschaft

Britney Spears’ Fans jubeln: 13 Jahre lang wurde der Popstar von ihrem Vater kontrolliert. Jetzt hat ein US-Gericht dem Vater die Vormundschaft endgültig entzogen.

Los Angeles, 30. September 2021 | „Ich bin so erfreut und stolz darüber mitteilen zu können, dass Jamie Spears kein Vormund mehr ist“, verkündete der Anwalt von Brintey Spears, Matthew Rosengart am Mittwoch in Los Angeles. „Es ist ein großartiger Tag für Britney Spears und ein großartiger Tag für Gerechtigkeit. “, so der Anwalt weiter und betonte die Wichtigkeit der #FreeBritney-Bewegung.

Nicht ganz vorbei: Nächste Anhörung im November

Für Britney Spears (39) ist es ein großer Sieg auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben: Nach 13 Jahren ist der Vater der Sängerin als Vormund für seine Tochter abgesetzt worden. Nach übereinstimmenden Medienberichten am Mittwoch kam Richterin Brenda Penny bei einer Anhörung damit einem Antrag von den Anwälten der Sängerin nach. “Britney verdient es, morgen aufzuwachen, ohne ihren Vater als Vormund”, sagte Rosengart vor Gericht, wie der Sender CNN berichtete.

Das Gericht setzte am Mittwoch den Buchhalter John Zabel vorübergehend als Vormund für die Finanzen der Sängerin ein, wie die “New York Times” berichtete. Die Vormundschaftsregelung bleibt zunächst bestehen. Die nächste Anhörung soll laut “TMZ.com” am 12. November stattfinden. Dann könnte das Gericht über die mögliche Aufhebung aller Auflagen entscheiden, hieß es.

Von allen streng kontrolliert

Jamie Spears (69) hatte seit 2008 die Vormundschaft für seine Tochter, nachdem die Sängerin wegen privater und beruflicher Probleme psychisch zusammengebrochen war. Zunächst verwaltete er das Millionen-Vermögen und private Anliegen seiner Tochter. 2019 trat er kürzer, blieb aber für die Finanzen zuständig. Für die persönlichen Belange der Sängerin, darunter medizinische Anliegen, ist seither als Mit-Vormund Jodi Montgomery zuständig. Britney Spears’ Vermögen wird auf 60 Millionen Dollar (51,5 Millionen Euro) geschätzt, im Vergleich zu anderen Popstars ist das eher wenig. Laut dem Wirtschaftsmagazin “Forbes” brachten alleine die Konzerttouren der Sängerin fast 500 Mio. Dollar ein.

Die Sängerin war bei dem Gerichtstermin am Mittwoch nicht anwesend. Bei Anhörungen im Juni und Juli hatte Spears aber in emotionalen Ansprachen ihren Vater heftig angegriffen und Vorwürfe gegen ihre Familie und Betreuer erhoben. Sie werde von allen kontrolliert und könne selbst nicht über ihr Leben bestimmen, erklärte die Sängerin von Hits wie “Oops! … I Did It Again” oder “Baby One More Time”. Sie sei bedroht worden und habe Angst vor ihrem Vater. Stellenweise brach der Popstar dabei in Schluchzen aus.

„Grausam, toxischen und missbräuchlichen Mann“

Anwalt Rosengart hatte im Namen von Spears schon länger auf einen Abtritt des Vaters als Vormund gedrängt. Bei der Anhörung beschrieb er Jamie Spears als “grausamen, toxischen und missbräuchlichen Mann”. Nach einer neuen Dokumentation der “New York Times” soll Spears unter der Vormundschaft ihres Vaters jahrelang massiv überwacht worden sein. In ihrem Schlafzimmer seien ein Abhörgerät angebracht und Daten auf ihrem Handy kopiert worden, hieß es in der Doku “Controlling Britney Spears” unter Berufung auf Material, das von einem ehemaligen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma zur Verfügung gestellt worden sei. Mit “Britney vs. Spears” veröffentlichte der Streaming-Dienst Netflix diese Woche eine weitere Doku mit Vorwürfen.

Der Fall Spears hatte bereits durch die erste Dokumentation der “New York Times” zu dem Thema im Frühjahr viel Aufmerksamkeit erlangt. “Framing Britney Spears” entfachte heftige Diskussionen vor allem in den sozialen Netzwerken. Viele Prominente und Fans bekundeten unter dem Hashtag “#FreeBritney” daraufhin ihre Unterstützung für die Sängerin.

Hunderte Fans hatten sich auch am Mittwoch vor dem Gerichtsgebäude versammelt. Mit Sprechchören und auf Plakaten forderten sie Freiheit für Spears. / Foto: APA

(apa/jz)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

Kommentare sind Geschlossen.

1 Kommentar
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare
Oarscherkoarl
1. 10. 2021 20:57

Freut mich für sie. Muss ein gewaltiger Schritt gewesen sein.
Lichtblick für sie, endlich frei atmen und unabhängig zu sein.
Ja Amerika. ein Land das mich nie sehen wird, da ich die Ausschweifungen immer schon abgelehnt habe