Dienstag, Juli 23, 2024

US-Leaks befeuern Putin-Krebs-Spekulationen

Der jüngste Datenleck von US-Regierungsdokumenten enthält nicht nur brisante Sicherheitsgeheimnisse, sondern auch Informationen zum vermeintlich prekären Gesundheitszustand Putins.

Washington | Bereits seit Beginn des Krieges in der Ukraine kursieren Gerüchte um eine mögliche Krebserkrankung Putins. Es gab zahlreiche Verhaltensauffälligkeiten in den öffentlichen Auftritten Putins, die Grund zur Annahme gaben, dass sich sein Gesundheitszustand seit Beginn des Krieges zusehends verschlechtert. Videos, in denen eine Hand deutlich schwächer und verfärbter wirkte als die andere, ein humpelnder Gang oder Fotos, in denen sich der russische Machthaber mit einer Hand an der Tischkante stützt, befeuerten das Gemunkel.

US-Geheimdienst im innersten Kreis um Putin

Die Gerüchte wurden anfangs schnell vom Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dementiert. Doch im Sommer 2022 und zu Beginn des Jahres wurde die Gerüchteküche durch den ukrainischen Geheimdienst wieder angeheizt. Nun geht selbige Information auch aus den geleakten US-Dokumenten hervor und erhöht damit den Wahrheitsgehalt der Spekulationen.

Brisante Randnotizen aus den im Internet durchgesickerten Datenleck der US-Regierung zeigen, wie sehr die Amerikaner den inneren Zirkel Putins infiltriert haben. Demnach soll es in der Führungsriege wiederholt zu internen Spannungen zwischen dem russischen Geheimdienst FSB und dem Militär gekommen sein. In Bezug auf die Fortsetzung der Offensivmaßnahmen in der Ukraine sollen interne Konflikte existieren, wobei einige sogar bemüht sein sollen, diese zu untergraben. Angeblich hätten Moskauer Regierungs- und Militärvertreter einen Sabotageplot ausgeheckt und über einen günstigen Zeitpunkt beraten.

Heimliche Truppenverlegung

An dem Komplott sollen der Sekretär des russischen Sicherheitsrats Nikolai Patruschew und der Generalstabschef Valeri Gerassimow beteiligt gewesen sein. Sie wollten hinter dem Rücken des russischen Staatsoberhauptes den Kriegsverlauf beeinflussen, indem sie russische Truppen an die Südfront der Ukraine verlegen. Dafür wurde der 5. März angedacht, weil, wie besagte Randnotiz aus dem Datenleck verrät, Putin zu der Zeit „einen neuen Zyklus Chemotherapie beginnt“ und nicht im Stande sein werde einzugreifen. Sofern das abfotografierte Dokument und die darin enthaltenen Informationen als authentisch erachtet werden, würde dies erstmals offiziell die anhaltenden Gerüchte über die schwere Erkrankung des Kreml-Herrschers bestätigen.

Inhaltlich weitgehend wahrheitsgetreu

Der Militäranalyst und Garde-Kommandant des Österreichischen Bundesheers, Markus Reisner geht davon aus, dass die Dokumente inhaltlich weitgehend stimmen, wie er im Ö1-Morgenjournal wissen lässt. Dies sei “eine fatale Situation für die USA”. Aber die Auswirkungen seien weitreichender. Denn die Dokumente enthielten Hinweise, die die Situation der Ukraine “sehr prekär” darstelle.

So habe die ukrainische Luftabwehr offensichtlich nicht ausreichend Flugkörper für ihre Fliegerabwehrsysteme zur Verfügung. Die Russen würden es zudem schaffen, den Einsatz von Präzisionsbomben, die die USA geliefert hätten, zu “stören” – und “offensichtlich” komme es auch beim Abwurf “zu Herausforderungen, die man kaum lösen kann. Und das kann ja auch unter Umständen kriegsentscheidend sein”, so der Militäranalyst im Radiointerview.

Titelbild: MIKHAIL KLIMENTYEV / AFP / picturedesk.com

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