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Zwei tote Flüchtlinge in Kleinbus an burgenländischer Grenze entdeckt

Im burgenländischen Siegendorf wurde am Dienstag ein Kleinbus von der Polizei angehalten. Im Wagen fanden die Beamten 28 Personen vor, zwei von ihnen waren bereits tot. Der Lenker ist flüchtig, nach ihm wird derzeit gefahndet.

Siegendorf, 19. Oktober 2021 | An der burgenländisch-ungarischen Grenze sind am Dienstag zwei Flüchtlinge tot in einem Kleinbus entdeckt worden. Die beiden Männer dürften die Schlepperfahrt über die Grenze nicht überlebt haben, bestätigte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland gegenüber der APA einen Online-Bericht der “Kronen Zeitung”. 26 weitere Personen wurden aufgegriffen, die Zahlen wurden inzwischen geändert. Nach dem Schlepper wurde im Laufe des Nachmittags gefahndet.

Lenker flüchtig

Soldaten des Bundesheeres hatten das Fahrzeug laut Polizei in der Siegendorfer Puszta (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) angehalten und kontrolliert, weil es ihnen verdächtig vorgekommen war. Der Lenker des Kleinbusses flüchtete. Es wurde eine groß angelegte Fahndung eingeleitet, an der auch Einsatzkräfte aus Ungarn beteiligt waren. Der Lenker war auch gegen 15.30 Uhr noch flüchtig.

Die beiden Männer dürften sich laut Polizei schon vor der Fahrt in einem schlechten körperlichen Zustand befunden haben, bevor sie starben. Den anderen Flüchtlingen sei es den Umständen entsprechend gut gegangen. Die 26 Männer benötigten keine ärztliche Hilfe. Sie wurden mit Wasser versorgt

Wie ein Polizeisprecher gegenüber der APA erklärte, habe es sich bei den Migranten um Syrer und Kurden gehandelt, im Fahrzeug waren keine Frauen und Kinder. Welche Nationalität die beiden ums Leben gekommenen Männer hatten, konnte er noch nicht sagen. Die aufgegriffenen Flüchtlinge wurden am Dienstagnachmittag zu den Vorgängen bei der Schlepperfahrt als Zeugen befragt. Hierzu war auch ein Dolmetscher an Ort und Stelle.

Erinnerungen an 2015

Das Burgenland ist schon einmal Schauplatz einer Flüchtlingstragödie gewesen. Am 27. August 2015 hatte ein Mitarbeiter der Asfinag auf der Ostautobahn (A4) bei Parndorf einen etwa 7,5 Tonnen schweren Kühl-Lkw entdeckt, der in einer Pannenbucht abgestellt war. In dem Lastwagen befanden sich die Leichen von 71 Flüchtlingen. Die drei Haupttäter wurden inzwischen zu lebenslangen Haftstraßen verurteilt.

(apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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9 Kommentare
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diinzs
19. 10. 2021 23:12

Unfassbar traurig für die beiden Verstorbenen und ihre Angehörigen!

Mir fehlen die Worte.

Pflichtfeld
19. 10. 2021 20:59

Solange wir signalisieren: Wenn du es ins Land schaffst hast du gewonnen*
werden solche Tragödien nicht seltener sondern häufiger.
* Sei es Asyl, humanitärer Aufenthalt oder einfach die fehlende Rückführbarkeit – irgendeinen Titel (samt Sozialleistungen) bekommen fast alle.

Daher darf sich die Fraktion der Welcome-Klatscher all diese Toten auf ihre Fahnen schreiben.

Suppenkasper
19. 10. 2021 19:01

Wie kann der Fahrer eines Wagens nach der Anhaltung nun flüchtig sein? Ist der aus dem Auto gesprungen bevor es stehen blieb? Ist schon irre was da abgeht springt der doch aus dem fahrenden Auto und rennt einfach davon und löst sich in Luft auf. Tolle Leistung unserer wackeren Grenzschützer!

Unbekannt
19. 10. 2021 16:28

“Keine Frauen und Kinder”, als ein Teil meiner Vorfahren vor den mordenden und vergewaltigenden Russen geflohen ist, wurden Frauen und Kinder mitgenommen. Wieso werden Frauen, Schwestern und Kinder heute immer vergessen?

Nelke
19. 10. 2021 18:45
Antworte auf  Unbekannt

Nachtrag: Die “mordenden und vergewaltigenden Russen” waren die Antwort auf die mordenden und vergewaltigenden Deutschen und Österreicher. Das will auch gesagt sein.

Anonymous
19. 10. 2021 20:46
Antworte auf  Nelke

Die Frauen, die vergewaltigt wurden, haben aber am wenigsten dafür gekonnt. Vergewaltigung ist eine Form der Kriegsführung.

Die Antwort insbesondere der sich damit auszeichnenden Russen (sie hätten Hannelore Kohl fragen können. Die wurde fast zu Tode vergewaltigt und anschließend aus dem Fenster geschmissen) war keine gerechtfertigte.

Das sollte bitte auch gesagt sein.

Aber Sie haben schon recht. So einseitig kann und sollte man es nicht betrachten.

Sch… Thema.

KarinLindorfer
19. 10. 2021 16:53
Antworte auf  Unbekannt

Genau deshalb..siehe obiger Artikel, weil man dabei sterben kann bzw. nur die Stärksten diese Flucht überleben und das sind Frauen und Kinder nicht. Und was ihre “Vorfahren” betrifft, die hatten vermutlich nicht die Möglichkeit, Frauen und Kinder irgendwann auf sicherem Wege nachzuholen, nehme ich an. Nicht alles was hinkt ist bekanntlich ein Vergleich und so einfach funktioniert die Welt auch nicht, wie uns die polit. Propaganda weismachen will.

Unbekannt
19. 10. 2021 17:52
Antworte auf  KarinLindorfer

Das offenbar “problemlose Nachholen” scheint tatsächlich der Schlüssel zu sein. So furchtbar dürfte es also nicht sein, wie es damals war, wenn man all seine weiblichen Verwandten zurück lassen kann.
Dass Familien ihre in Masse produzierten Söhne in Geburtsreihenfolge in die Welt schicken, um ein besseres Leben zu finden, ist keine Erfindung der letzten Jahrzehnte.

Nelke
19. 10. 2021 18:42
Antworte auf  Unbekannt

Not und Elend, welche machen, dass man seine Söhne in die Welt schickt, sind leider auch keine Erfindung der letzten Jahrzehnte, Und so sie es wären, wäre das auch kein Trost.