Freitag, Juli 12, 2024

Problematisch für Ungeborene: Nur 14 Prozent der Schwangeren in Wiener Klinik gegen Corona geimpft

Problematisch für Ungeborene

Die Leiterin der Gynäkologie der Klinik Ottakring hält die Impfpflicht-Ausnahme von Schwangeren für eine fatale Botschaft. Seit Monaten hält sich das Gerücht, dass die Corona-Impfung unfruchtbar macht und zu vermehrten Fehlgeburten führt.

Wien, 09. Februar 2022 | Die Impfquote bei Schwangeren ist offenbar deutlich niedriger als beim Rest der Bevölkerung. Das zeigen Daten der Wiener Klinik Ottakring, wo zwischen Mitte September 2021 und Ende des Jahres von allen Frauen, die dort entbunden haben, im Schnitt nur 13,6 Prozent geimpft waren.

Schwangere und ihre Ungeborenen durch Corona besonders gefährdet

Das sei sehr problematisch, denn „Schwangere haben ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Verläufe”, betonte die dortige Vorständin der Gynäkologie, Barbara Maier, am Dienstagabend in ORF-“Wien heute”. Frauen seien als Risikogruppe in der Schwangerschaft durch eine Corona-Infektion besonders gefährdet und damit auch ihre ungeborenen Kinder. Das Risiko, eine Frühgeburt zu erleiden, sei mit Corona-Infektion drei- bis viermal höher als bei gesunden Müttern, berichtete Maier.

In die Klinik Ottakring kommen die meisten an Corona erkrankten Schwangeren in Wien, berichtete der ORF. 250 Covid-19-kranke schwangere Frauen habe man dort schon behandelt, 15 davon mussten auf die Intensivstation, eine Frau ist nach ihrem Kaiserschnitt verstorben. Alle Betroffenen waren ungeimpft.

Schwangere von Impflicht ausgenommen

Die Impfpflicht ist in Österreich am 5. Februar in Kraft getreten, es gibt aber etliche Ausnahmen. Auch Schwangere müssen sich nicht impfen lassen, denn die Impfstoffe sind formal für Schwangere nicht zugelassen und werden im Rahmen eines Off-Label-Use verabreicht. Eine Verpflichtung ist daher nicht möglich.

Barbara Maier kann die Ausnahme nachvollziehen sagt, aber, sie sende eine fatale Botschaft. Die Fachärztin empfiehlt wie die Medizinerinnen und Mediziner des Nationalen Impfgremiums (NIG) ausdrücklich die Corona-Schutzimpfung für werdende Mütter, auch die Booster-Impfung. Nach der Geburt profitiere das Baby weiter von den Antikörpern und ist noch einige Zeit geschützt.

Hartnäckige Falschmeldung

Die Falschmeldung, dass die Corona-Impfung unfruchtbar macht und bei Schwangeren die Wahrscheinlichkeit erhöht, eine Fehlgeburt zu erleiden, kursiert seit Monaten in den sozialen Netzwerken. Als „Beleg“ werden Studien oder Daten angeführt, die aus fehlendem Verständnis für die Materie falsch interpretiert werden – oder auch ganz bewusst. Für Laien ist schwer oder nicht erkennbar, dass kein Zusammenhang besteht. Medien und diverse Fachleute in den sozialen Medien bemühen sich seit Monaten um Aufklärung.

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(pma/APA)

Titelbild: Pixabay

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