Hacker schuld an Stephansdom-Gebimmel

Die nächtlichen Glockentöne des Wiener Stephansdoms waren ein Hackerangriff, wie der Dompfarrer Toni Faber am Mittwoch klarstellte. Er stoppte via Tablet das Gebimmel persönlich.

Wien, 16. März 2022 | Die Glocken des Wiener Stephansdoms haben in der Nacht auf Mittwoch zahlreiche Bewohner der Innenstadt aus dem Schlaf gerissen, berichteten “Heute” und andere Medien. Das Gebimmel startete um 2.11 Uhr und dauerte etwa 20 Minuten, bis der ebenfalls geweckte Dompfarrer Toni Faber den Lärm um 2.34 Uhr persönlich abschaltete, so Michael Prüller, Pressesprecher der Erzdiözese Wien. Ursache war ein Hackerangriff, erzählte Faber der APA.

Hacker läutete zuerst den Südturm dann Heidenturm

Der Angreifer habe sich Zugang über die Firewall verschafft und ausgenutzt, dass für die Fernwartung eine Internetverbindung mit der Innsbrucker Glockenfirma besteht. Der Hacker startete zunächst das sogenannte Festgeläute im Südturm und danach das barocke Geläute im nördlichen Heidenturm. Die Pummerin habe nicht geläutet, diese sei auch nicht ans Internet angeschlossen.

Er sei von Kardinal Christoph Schönborn angerufen worden, habe das Telefon aber erst beim zweiten Anruf gehört, als er selbst durch die Glocken bereits geweckt worden war. Es sei ihm gelungen, die Glocken “händisch” über ein Tablet zu stoppen. Am Nachmittag habe man die Glocken vom normalen Netz genommen und eine feste VPN-Leitung installiert.

“Wir entschuldigen uns bei allen, die dadurch geweckt wurden”, betonte Prüller. Seinen Worten zufolge weiß man bisher nichts über die Herkunft des Hackerangriffs, “da gibt es nur wilde Spekulationen”.

(bf/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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8 Kommentare
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Herbstzeitlose
17. 03. 2022 8:39

Ich habe bezüglich des hier in Rede stehenden Glockengeläuts vor einer halben Stunde mit dem Herrgott gesprochen. Seine Kernaussage: ” Scheiß – Digitalisierung!”

Lojzek
17. 03. 2022 8:57
Antworte auf  Herbstzeitlose

Am Trienger-Läutwerk im Nordturm beißt sich der Gesundheitsstadtrat (noch) die Zähne aus, falls er/sie versucht die Pummerin via Internet zu aktivieren – außer er/sie kraxlt in der Nacht rauf und dreht die Glocke per Hand auf…

Zuletzt bearbeitet 3 Monate zuvor von Lojzek
Strawo
16. 03. 2022 19:16

Ich wusste zuerst an den Wiener Gesundheitsstadtrat denken.

Herbstzeitlose
17. 03. 2022 8:40
Antworte auf  Strawo

Ich auch!

f_mallaschek
16. 03. 2022 19:11

Ich tät ja mal sagen, “schuld” ist da nicht der Hacker, sondern wer auch immer da für die EDV-Sicherheit zuständig ist… Ist ja jetzt nicht so, dass man nichts gegen das Hackerunwesen tun kann… 🙂

16. 03. 2022 16:03

Storno. Lojzek hatte ich noch nicht gelesen 🙂

Zuletzt bearbeitet 3 Monate zuvor von Summa summarum
Lojzek
16. 03. 2022 14:53

‘Hacker schuld an Stephansdom-Gebimmel’

Gesundheitsstadtrat lässt die Glocken um 10 nach 2 in der Früh erklingen …
Ned schlecht.

Alpenfex
16. 03. 2022 15:06
Antworte auf  Lojzek

Das war auch mein erster Gedanke.