ÖVP-Landeshauptmann will neue Karfreitagsregelung

Kocher-Absage

Die derzeitige Karfreitagsregelung stößt einem ÖVP-Landeshauptmann sauer auf. Eine Neu-Regelung wird gefordert. Der Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) winkt aber ab.

Wien, 15. April 2022 | Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) hat sich für eine neuerliche Diskussion zum Karfreitag als Feiertag ausgesprochen. “Die Evangelischen im Lande wurden damit brüskiert. Das ist nicht in Ordnung”, sagte er in der “Kleinen Zeitung”. Es brauche eine “mutige und zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten”. Eine Absage gab es hingegen von Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP).

Kocher: Keine Feiertagsregelung vorgesehen

Der Karfreitag war für die Angehörigen der protestantischen Kirchen sowie der Alt-Katholiken ein gesetzlich anerkannter Feiertag. Nach der Beschwerde eines konfessionslosen Arbeitnehmers, der diesen nicht in Anspruch nehmen konnte, hob der Verfassungsgerichtshof jedoch die Regelung auf. Laut der neuen Regelung können Angehörige dieser Religionsgemeinschaften derzeit lediglich einen Urlaubstag aus dem bestehenden Kontingent verbrauchen.

Vertreter der evangelischen Kirchen fordern seitdem regelmäßig, den Karfreitag zu einem Feiertag für alle zu machen, was aus ihrer Sicht auch verfassungskonform wäre. Von Regierungsseite sieht es dahingehend derzeit eher schlecht aus. Kocher ließ laut Tageszeitung “Österreich” etwa ausrichten, es sei keine Feiertagsregelung vorgesehen.

(apa/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

Wir geben rund einer halben Million Menschen im Monat die Möglichkeit, sich über Österreich und die Welt zu informieren – gratis, denn wir sind überzeugt, dass möglichst viele Menschen Zugang zu unabhängiger Berichterstattung haben sollen.
Doch unsere Arbeit kostet Geld. Hinter ZackZack steht kein Oligarch, keine Presseförderung und kein Inseratengeld der Regierung. Genau das ist unsere Stärke.

Jetzt ist die richtige Zeit, uns zu unterstützen. Wenn du dir nur gelegentlich einen Beitrag leisten kannst, ermöglichst du damit jetzt gleich unabhängigen Journalismus. Wenn du kannst, werde Mitglied im ZackZack-Club! Das ist eine Investition in die Zukunft von Demokratie und Freiheit. Danke.

Lesen Sie auch

12 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare
seppl
16. 04. 2022 16:20

Wenn die ÖVP endlich Geschichte ist ist jeder Tag ein Feiertag.

baer
16. 04. 2022 9:35

Ich würde den Karfreitag zu einem Gedenktag machen an dem alle frei haben, unabhängig von der Religion. Ich würde den Karfreitag den Menschen widmen die verfolgt werden.

nikita
16. 04. 2022 10:24
Antworte auf  baer

👍100% d’accord.

Lojzek
16. 04. 2022 9:05

Nach aktueller Lage, nimmt sich kaum jemand den Karfreitag als ‘persönlichen Feiertag’ frei, zumal das vom herkömmlichen Urlaubskontingent abgeht.
In der ÖVP kann man sich zurecht folgende Fragen stellen
‘warum ham wir das ned schon früher so gelöst’
und
‘worauf warten wir eigentlich noch und machen das nicht mit allen anderen Feiertagen auch so, denn dann werden wir an allen anderen ‘Feiertagen’, nur noch arbeitende Menschen haben.’

Zuletzt bearbeitet 7 Monate zuvor von Lojzek
Mr. Hankey
15. 04. 2022 20:48

Dass der Tag, an dem Jesus von Nazareth an‘s Kreuz genagelt wurde, in Österreich kein Feiertag ist——-> ist an Gottlosigkeit nicht zu überbieten.
Die neue christlich soziale Regelung ist eine Verhöhnung der arbeitenden Menschen in diesem Land.
Dass Fickzwerg Kocher an einer anderen Lösung nicht interessiert ist wundert mich nicht im geringsten, ist er doch eine Hure der Reichen und der Wirtschaft.
Eigentlich geht mir die ganze Jesus-Geschichte ohnehin am meinem gottlosen Arsch vorbei, aber sollten Kocher und seine verkackten Parteifreunde jemals an‘s Kreuz genagelt werden, wird das mein neuer persönlicher Feiertag.

idefix2
17. 04. 2022 1:28
Antworte auf  Mr. Hankey

Gott sei Dank sind wir in Österreich wenigstens so “gottlos”. In vieler anderer Hinsicht sind die Kleriker bei uns ja immer noch viel zu laut.

15. 04. 2022 22:08
Antworte auf  Mr. Hankey

Fickzwerg hat was!
Chapeau mon cher!
Endlich jemand, der es sich nicht nehmen läßt, die Dinge beim Namen zu nennen!

Pflichtfeld
15. 04. 2022 20:59
Antworte auf  Mr. Hankey

Nach heutigem Rechtsverständnis wäre Jesus von Nazareth ein Terrorist.
Die Leute sind ihm nachgelaufen. Somit war er eine Gefahr für das römische Reich – auf dessen Payroll er nicht stand.
Die Devise “Divide et impera” gibt es nicht erst seit gestern.

ManFromEarth
15. 04. 2022 21:22
Antworte auf  Pflichtfeld

in der Tat ist das in unserer “kill the Messenger” Gesellschaft gar nicht unwahrscheinlich.
Ein Langhaariger der komplett unbewaffnet Menschen heilt, Missstände aufzeigt und sich auch noch mit dem Klerus anlegt, der kann nur verdächtig sein, mindestens ein Terrorist….

Samui
15. 04. 2022 16:41

Der Schützi hat uns schon den Prinz Eisenherz in die Regierung geschickt.
Jetzt sollte er mal bissi brav sein.

nikita
15. 04. 2022 14:50

Eier_Kopf, Tschuldigung, _Kocher

Zuletzt bearbeitet 7 Monate zuvor von nikita
DaSchauHer
15. 04. 2022 13:09

Ob das nicht als eine “maskierte” Offerte für ein Wahlzuckerl (mutmaßlich zeitnah bevorstehender Neuwahlen) interpretiert werden kann, darf man insofern verwundert argwöhnen, weil dieser Vorschlag nämlich ausgerechnet aus dem Munde eines unternehmerfreundlich politisierten Vertreters zu hören ist …
[“Nebelgranate” wäre vielleicht die geeignete Kurzform – “Tu’ so als ob!” und zelebriere soziale Scheinheiligkeit]