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    Weiterer Reporter in Mexiko erschossen – Hohe Gefahr für Journalisten

    Hohe Gefahr für Journalisten

    Dass Mexiko einer der gefährlichsten Orte für die Berufsausübung von Journalisten ist, bestätigt ein weiterer Mord an einem Reporter. Damit ist das bereits der Zwölfte in diesem Jahr.

    Wien, 30. Juni 2022 | Die Welle an Journalistenmorden in Mexiko setzt sich fort. Die Berichterstattung über Korruption und Drogenkartelle haben einem weiteren Reporter das Leben gekostet. Der Journalist der Regionalzeitung “El Expreso”, Antonio de la Cruz, wurde in der Stadt Victoria im Bundesstaat Tamaulipas am Mittwoch an seiner Türschwelle, als er sein Haus mit seiner 23-jährigen Tochter verlassen wollte, erschossen. Seine Tochter und seine Frau wurden beim Attentat schwer verletzt.

    Gefährliches Land für Journalisten

    Laut „Reporter ohne Grenzen“ und dem Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) ist Mexiko einer der gefährlichsten Orte weltweit für Medienschaffende. Einen Monat nach Beginn des Jahres verzeichnete Mexiko bereits fünf ermordete Journalisten. Im April kam es zu vier weiteren Ermordungen innerhalb eines Monats.

    Nun ist die Zahl nach sechs Monaten auf zwölf gestiegen und hat die sieben Morde vergangenen Jahres schon längst überholt. Die Kritik der Menschenrechtsorganisationen an unzureichenden Schutzmaßnahmen für Journalisten bekommt jedoch keine Resonanz von der Politik. Seit 2012 gibt es zwar einen staatlichen Schutzmechanismus für Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, das durch Druck der Zivilgesellschaft entstanden ist, allerdings ist es mittlerweile überlastet, hat eingeschränkte finanzielle Ressourcen und gilt als überholt. Denn die Nachfrage nach Schutz ist seit 2012 stark gestiegen.

    Misstrauen zwischen Politik und Presse

    Dem Präsidenten Andrés Manuel López Obrador wird eine medienfeindliche Einstellung nachgesagt. Obrador hat wiederholt mexikanische Journalisten diskreditiert und wirft ihnen mangelnde Professionalität vor. Die mexikanische Presse sei voreingenommen und der „Abschaum des Journalismus“. Seit dem Amtsantritt von Obrador im Dezember 2018 sind die Angriffe auf die Presse zudem um 85 Prozent gestiegen.

    Zwischen Beamten und organisierten Verbrechern kommt es oft zu Absprachen, was für die Sicherheit von Journalisten, die dazwischen geraten, eine ernsthafte Bedrohung darstellt. Journalisten, die auf lokaler Ebene über heikle politische Themen oder über organisierte Kriminalität berichten, werden zuerst gewarnt, bedroht und letztendlich kaltblütig ermordet. Der Präsident ist bislang in notwendigen Reformen, um die Sicherheit der Presse zu gewährleisten, säumig geblieben.

    (nb)

    Titelbild: APA Picturedesk

    Autor

    • Nura Wagner

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