Mittwoch, Mai 29, 2024

Reporter ohne Grenzen: Girls just wanna have Pressefreiheit

73 Journalistinnen weltweit sitzen in Haft. Am Weltfrauentag beklagen Journalistinnen außerdem Sexismus am Arbeitsplatz. Dies schränke die Meinungsfreiheit ein und bedrohe die Pressefreiheit.

Wien | Am Weltfrauentag machen “Reporter ohne Grenzen” (RSF) mit einer speziellen Kampagne auf die Situation von Frauen in der Medienbranche aufmerksam. Befragt für ein Video wurden Journalistinnen aus Indien, Mexiko, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Österreich, den Philippinen, Brasilien, Syrien, Russland und Dänemark, inwiefern Sexismus und Queerfeindlichkeit ihre Arbeit beeinträchtigen und was sie sich für die Zukunft wünschen.

Frauen berichten von Sexismus am Arbeitsplatz

Arzu Geybulla, eine Reporterin aus Aserbaidschan, berichtet beispielsweise von Online-Angriffen und Belästigung. Sie merkt positiv an, wie stark der Zusammenhalt gerade unter weiblichen Vertretern der Branche ist, und dass man sich nicht mehr weigere zu schweigen. Auf genau diese Kameradinnenschaft käme es an: “Trotz aller Bedrohungen leisten wir die Arbeit, die wir lieben und nichts kann uns wirklich aufhalten.”

Auch ihre Kollegin Shrishti Jaswal aus Indien beklagt, dass sie trotz gleichen Ehrgeizes, gleicher Fähigkeiten und gleichrangiger Erfahrungen wie ihre männlichen Kollegen seltener berichten darf – “nur, weil ich eine Frau bin”. Das sei eine Verletzung von “Meinungsfreiheit und Pressefreiheit”.

Anlässlich des internationalen Frauentags fordert Reporter ohne Grenzen außerdem die sofortige und bedingungslose Freilassung aller inhaftierten Journalistinnen. Angesichts von sexuellen Übergriffen, Misshandlungen und verweigerter medizinischer Behandlung zähle dabei jeder Tag, so die Organisation. Besondere Sorge hege manum das Schicksal der afghanischen Journalistinnen, die inzwischen fast aus der dortigen Medienlandschaft verschwunden sind.

73 Journalistinnen in Haft

Unter den 550 Medienschaffenden, die derzeit weltweit inhaftiert sind, sind laut RSF-Barometer 73 Frauen. Das sind mehr als 13 Prozent, doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Mehr Frauen berichten vor Ort, sind in den Redaktionen sichtbarer – und seien damit auch häufiger unerbittlicher Verfolgung ausgesetzt. Derzeit sind in 14 Ländern der Welt Journalistinnen inhaftiert. Angeführt wird die Liste von China (21 inhaftierte Journalistinnen), Iran (12), Belarus (10), Vietnam (4) und der Türkei (4).

Titelbild: ZackZack/Christopher Glanzl

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6 Kommentare

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8.3.2023 16:20

Ein Beispiel wie man in Österreich Journalistinnen fertig macht, ist Alexandra Bader. Man hat sie psychiatrisiert und besachwaltet seit Jahren. Sie schreibt dennoch weiter:
https://alexandrabader.wordpress.com/

der Beobachter
9.3.2023 1:16
Antworte auf 

Lieber Tito Bonito, kleiner Zusatz, – unabhängige Journalisten…

Es muss dringend heller werden!

Dealer
8.3.2023 14:43

Wenigstens gibt es das in Österreich nicht?
Was aber sehr viel über die dort gelebte Pressefreiheit aussagt, würde ich zumindest meinen wollen?

hr.lehmann
8.3.2023 12:29

Finde es ja sehr passend dass sich Österreich in dieser illustren Gesellschaft befindet. Bei uns werden kritische wie ungenehme Journalistinnen zwar nicht eingesperrt, doch nach allen Regeln der Kunst eingeschränkt und wenn es sein muss mundtot gemacht. Betrifft zwar auch Männer doch im weit geringerem Ausmaß.

Ichdenkedas
8.3.2023 11:55

Wenn wir in Österreich sonst keine Probleme haben! Wie: Schlichte seichte einfältige Intelligenz Mitläufer ORF Sendungen Musikantenstadl, Glücksrad, Millionenshow, Bauer Frau suchen, Dancing Stars, Moik, Hias, Sarkissova Befindlichkeiten, uvm. Oh du glückliches Insel der Seligen Österreich!

hr.lehmann
8.3.2023 12:11
Antworte auf  Ichdenkedas

Kann es sein dass sie sich in mancherlei Dingen noch in “grauer Urzeit” bewegen? Mein ja nur da sie von Musikantenstadl, Moik, Hias, Glücksrad etc. schreiben. Dazu passen würde auch dass es für sie kein Problem darstellt dass Frauen mit mannigfaltigen Benachteiligungen leben und kämpfen müssen.

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