Dienstag, Juni 18, 2024

Maskiert Rückenschwimmen – Kommentar

Begleiten Sie ZackZack-Herausgeber Peter Pilz in seinem Kommentar durch einen Tag im baldigen quarantänefreien Monat August.

Peter Pilz

Wien, 27. Juli 2022 | Guten Morgen, Covid! Jetzt, mit der Rauch-Verordnung beginnt ein freies infiziertes Leben. Endlich. Also, so könnte es ab jetzt sein:

Frisch infiziert teile ich mir meinen Covid-Tag ein. Zuerst gehe ich ins Bad. Klarerweise mit Maske. Covid-Schwimmer erkennt man daran, dass sie maskiert rückenschwimmen, weil beim Brustschwimmen die Maske volläuft.

Dann in die U-Bahn. Viele Masken. Alle positiv?

Nächstes Ziel: Kaffeehaus. Der maskierte Kellner (auch einer von uns?) fragt mich, was ich wünsche. Ich sag ihm, einen negativen Test. Er findet das nicht witzig.

Konsumieren darf ich nichts. Nur die Zeitungen lesen. Allein mit Maske ist das bald fad. Und Covid-Stammtische gibt es noch nicht…

Die Geschichte könnte weitergehen mit einem Besuch im Büro, mit… Nur eines kommt nicht vor: ein Treffen mit vulnerablen Menschen. Mit denen, für die herumspazierende Virenträger lebensgefährlich sind. Die Vulnerablen sind im Gegensatz zu ihnen gesund. Und jetzt in größter Gefahr. Also bleiben sie zu Hause.

Mit der Quarantäne waren Covid-Infizierte eingesperrt. Jetzt werden statt ihnen Gesunde eingesperrt. Das ist der Übergang von der staatlichen Fürsorge zur „Eigenverantwortung“.

Der „Gesundheitsminister“ nennt seine Maßnahme „Verkehrsbeschränkung“. Vielleicht sollte man seine Verordnung „Ministerbeschränkung“ nennen.

Aber Rauch ist nicht dumm. Er denkt nur „politisch“ und ist damit der erste Gesundheitsminister, der

  • nur ÖVP-regierte Länder rechtzeitig informiert
  • damit Quarantäne-Parteiwirtschaft betreibt
  • auf ÖGB und Arbeiterkammer pfeift
  • und vor allem: vulnerable Menschen im Stich lässt.

Bei Wahlen haben die Grünen von der MFG besonders viel zu befürchten. Also werden die Gräben zu den Schwurblern zugeschüttet. In einigen der Gräben dürften sich vulnerable Menschen aufhalten. Die sieht man dann nicht mehr.

Bei Karl Nehammer war die Ansprache mit den vielen Viren und ÖVP-Funktionären in einem Raum noch ein Witz. Bei Johannes Rauch wird aus dem Kanzlerwitz Ministerernst.

Das einzig Verlässliche an der Covid-Politik des Gesundheitsministers ist jetzt das Virus selbst. Es wird sich seine neue Chance nicht entgehen lassen.

Titelbild: APA Picturedesk

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