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Brustkrebs häufigste Krebstodesursache unter Frauen

Die Mehrzahl der Frauen, die in Österreich an Krebs stirbt, stirbt an Brustkrebs. Aufgrund des medizinischen Fortschritts ist ein langes Leben trotz Krebs immer besser möglich. Die Krebshilfe sieht aber Verbesserungsbedarf in der Infrastruktur, Unterstützung und Betreuung für Betroffene.

Wien, 21. September 2022 | Wenn Frauen an Krebs sterben, ist überwiegend Brustkrebs dafür verantwortlich. Er ist auch die häufigste Krebsart unter Frauen. In Österreich wurde 2019 bei 5.568 Frauen Brustkrebs festgestellt – rund 30 Prozent aller Krebsdiagnosen. 1.610 Frauen sind 2019 an Brustkrebs verstorben, also 18 Prozent aller Krebstoten in der Gruppe.

Weltweit gab es 2020 mehr als 2,26 Millionen neue Brustkrebsfälle und 685.000 Todesfälle aufgrund der Erkrankung.

Immer mehr Diagnosen

Brustkrebs wird bei Frauen immer häufiger festgestellt. 1985 wurde in Österreich bei 3.501 Frauen Brustkrebs festgestellt, 2019 bereits bei 5.568 Frauen – ein Plus von 59 Prozent. Das erklärt Krebshilfe-Präsident und Brustkrebsexperte Paul Sevelda „durch die gesteigerte Inanspruchnahme von Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen – insbesonders durch die Einführung des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms – und der zunehmenden allgemeinen Lebenserwartung von Menschen.“ Je älter Menschen würden, umso höher sei die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. Gleichzeitig sei es durch den medizinischen Fortschritt immer besser möglich, „trotz oder mit einer Brustkrebserkrankung ‚gesund‘ alt zu werden.“ Es wird daher erwartet, dass die Zahl der mit Brustkrebs lebenden Frauen in Österreich weiter ansteigt.

Krebshilfe fordert bessere Betreuung

Weil die Überlebenszeit mit einer Krebsdiagnose immer weiter steigt, fordert die Krebshilfe, dass die Versorgungsinfrastruktur und das Betreuungsangebot entsprechend angepasst werden. Sie fordert etwa Förderungen für die psychoonkologische Betreuung, den Ausbau von palliativen Einrichtungen und, dass die Krankenkasse die Kosten für Kinderwunschbehandlungen bei krebskranken Frauen übernimmt.

Pink Ribbon wird 20 Jahre alt

Im Oktober feiert die Rosa Schleife als Symbol für die Aufmerksamkeit für Brustkrebs ihren 20. Geburtstag. Auf Initiative der American Cancer Society wurde 1985 der Oktober zum Brustkrebs-Monat erklärt. Die Farbe der Schleife geht auf eine Aktion im Rahmen der Oktober-Ausgabe des US-Mode-Magazins Self im Jahr 1992 zurück. Die Aktivistin Charlotte Haley verteilte damals bereits Pfirsich-farbene Schleifen, um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen. Weil keine Kooperation zwischen ihr, dem Magazin und dessen Kooperationspartner für die Ausgabe, der Kosmetikfirma Estée Lauder, zustande kam, wich man auf die Farbe Pink aus.

(pma)

Titelbild: JOAQUIN SARMIENTO / AFP / picturedesk.com

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