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Pressestimmen zu Trumps Kandidatur

Die internationale Presse bewertet Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur durchwegs als Scheideweg für die Republikaner.

London/Zürich/Brüssel, 17. November 2022 | Die erste Kandidatur Donald Trumps für das Amt des US-Präsidenten war von Ungläubigkeit bis Abwinken begleitet, die am Wahltag allesamt in Erstaunen mündeten. 2020 dann die Niederlage gegen Joe Biden, begleitet von wilden Behauptungen Trumps und seinen Verbündeten, man hätte ihm „die Wahl geklaut“. Nun beschäftigt Trumps Ankündigung die internationale Presse, für 2024 erneut antreten zu wollen.

“Financial Times” (London):

“Bei Trumps Bekanntgabe für 2024 fehlte der Schwung, mit dem er bei der Vorstellung seiner Kandidatur im Jahr 2016 eine goldene Rolltreppe hinuntergefahren war. Gemäßigte Republikaner und Unterstützer aus der Wirtschaft haben jetzt die Gelegenheit, die Republikanische Partei von ihm und seinem unheilvollen Einfluss zu befreien. Sie sollten sie ergreifen. Der ehemalige Präsident hat bewiesen, dass er eine Gefahr für die US-Demokratie ist. (…)

Hochrangige Persönlichkeiten in der Partei und auch Spender sollten gründlich darüber nachdenken, wie ihre Entscheidungen dazu beigetragen haben, Amerika auf den Trumpschen Weg zu führen – samt aller schädlichen Folgen, die das mit sich brachte. Die Entscheidung des Gründers der Investmentgesellschaft Blackstone, Stephen Schwarzman, seine Hilfe für Trump einzustellen und einen Kandidaten der “neuen Generation” zu unterstützen, ist ein deutliches Zeichen. Andere sollten ihm folgen.”

“Neue Zürcher Zeitung”

“Will die Partei ihre Chance auf das Weiße Haus wahren, muss sie Trumps Nominierung verhindern. Das wird nicht mit Überzeugungsarbeit oder Aussitzen gelingen, sondern nur in einem erbarmungslosen Kampf. (…) Er wird nicht davor zurückschrecken, jeden innerparteilichen Gegner zu beschädigen. Sollte er in den Vorwahlen trotzdem unterliegen, gibt es keinerlei Garantie, dass er dies akzeptiert.

Trump könnte dennoch bei der Präsidentschaftswahl antreten oder seine Anhänger dazu aufrufen, nicht zu wählen – beides bedeutete eine sichere Niederlage für die Republikaner. Sie sind mit Trump in vollem Bewusstsein einen Teufelspakt eingegangen. Ihn wieder aufzulösen, stellte die Partei vor eine Zerreißprobe, die bis zur Spaltung führen könnte. Den ehemaligen Präsidenten kümmert das wenig.”

“De Standaard” (Brüssel):

“Die Republikaner sind nun vollauf mit sich selbst beschäftigt. Es ist ein interner Streit zwischen Extremisten und Gemäßigten um die Führung im Kongress ausgebrochen. Dies droht sich bei den Vorwahlen für die Präsidentschaft zu wiederholen. Das Albtraumszenario? Ein erbitterter Kampf zwischen Ex-Präsident Donald Trump und dem Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, oder jemand anderem.

Wenn Trump diese Schlacht verliert, scheint es fast unvorstellbar, dass er seine Wähler auffordert, sich mit Würde hinter seinen Gegner zu stellen. Viel wahrscheinlicher wäre dann, dass er als Unabhängiger antritt und dadurch Wähler der Rechten in den USA spaltet. Ein solches Untergangsszenario wollen die Republikaner unbedingt vermeiden. Aber wie?”

(pma/apa)

Titelbild: ALON SKUY / AFP / picturedesk.com

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