16. Okt. 2026
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    Schulden und Klagen: Verpächter setzte Ho vor die Tür

    Martin Ho verlässt das alte Novomatic-Forum offenbar wegen eines Streits mit dem dortigen Verpächter Lukas Neugebauer. Letzterer hatte Ho geklagt, weil der Gastro-Multi seine Schulden angeblich nicht begleichen wolle.

    Update, 13.02.23, 19:50 Uhr: Stellungnahme von Martin Ho wurde nachgereicht

    Wien | Lange hat es Martin Ho (bürgerlicher Name: Anh Turn Ho) am prestigeträchtigen Standort vor den Toren des Wiener Naschmarkts nicht gehalten. Erst im Sommer 2021 war Gastro-Jongleur Ho im alten Novomatic-Forum („Kleines Haus der Kunst“) eingezogen, um das hochpreisige Lokal 404 – Don’t Ask Why zu eröffnen. Doch der anfängliche Hype hielt dem Vernehmen nach nur ein paar Monate an. Zuletzt sei kaum mehr etwas los gewesen, sagt jemand, der es wissen muss: Lukas Neugebauer. Der Immobilienentwickler der LNR Development GmbH war bis vor kurzem Hos Verpächter. Dann eskalierte der Streit. Es geht um angebliche Schulden Hos.

    Neugebauer: Rund 67.000 Euro ausständig

    Demnach sollen von Ho rund 67.000 Euro ausständig sein, so Neugebauer gegenüber ZackZack: „Wir haben geklagt, es läuft auch ein Räumungsverfahren“. Medienberichten war zu entnehmen, dass die DOTS Group laut eigener Aussage dem „Kleinen Haus der Kunst“ wegen „zahlreichen Klagen und rechtlichen Fragestellungen“ den Rücken kehrt. Geht Ho freiwillig? Spricht man mit Neugebauer, klingt das anders.

    Man habe das Gespräch mit Ho gesucht, doch Neugebauer habe beim Gastro-Multi eine gewisse Resistenz bemerkt. Für Ho sei offenbar „nicht schlüssig, warum Strom und Gas so teuer sind. Er akzeptierte die Rechnung nicht“, erzählt der Immo-Unternehmer. 

    Hos Sprecher dementiert

    Hos Sprecher, der nach Redaktionsschluss eine Stellungnahme schickte, sieht das ganz anders und spricht von lediglich rund 39.000 Euro „offene Kosten“. Die Abrechnungen der LNR seien aus Sicht der DOTS Group nicht nachvollziehbar. Außerdem schulde die LNR wiederum der DOTS Group etwa 24.800 Euro „Konsumationskosten“, auch hier sei ein Verfahren anhängig. Offenbar deckt man sich gegenseitig mit Klagen ein. Es gebe laut Hos Sprecher mehrere „Besitzstörungen“ und angeblich daraus resultierende Schadensersatzansprüche seitens der 404-Betreiber zu vermelden, weshalb von offenen Schulden gegenüber Neugebauer keine Rede sein könne.

    Rund um den Streit in der alten Wirkungsstätte kommuniziert man seitens der DOTS Group fleißig. Kein Wunder: Ho muss nach nicht einmal zwei Jahren das Haus verlassen, der deutsche Künstler Johann König dürfte aus dem Quartier schon vorher abgezogen sein, wie ZackZack aus Kunstkreisen erfahren hat. Noch dazu hat Ho mit Betrugsermittlungen zu kämpfen. Dabei geht es um mutmaßlichen Coronafördermittel-Betrug – es gilt die Unschuldsvermutung. Fest steht: Ho steht vor gewaltigen Herausforderungen.

    Da kommt es nicht ungelegen, wenn das Genussmagazin „Falstaff“, dessen Herausgeber Wolfgang Rosam geschäftlich mit Hos Sprecher Alexander Khaelss-Khaelssberg verbunden ist, eine passende Erzählung zu den Vorgängen im Domizil am Naschmarkt findet. In einem Bericht des „Falstaff“ erfährt man, dass das „italienische Gastrokonzept“ des Lokals 404 – Don’t Ask Why vorläufig durch eine Suppenküchen-Aktion ersetzt werden soll. Zumindest am Naschmarkt-Standort, denn das Restaurant selbst soll unweit des Stephansplatzes neu eröffnet werden. Wird Ho jetzt zum Samariter oder wird aus der Not eine Tugend gemacht? Dazu äußerte sich sein Sprecher nicht, sondern verwies lediglich auf den „Falstaff“-Artikel.

    „Novomatic Forum“: So war das Haus früher beschriftet, jetzt steht dort „Kleines Haus der Kunst“. (c): ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com

    Alte Fassade muss wiederhergestellt werden

    In jüngsten Berichten, etwa des „Standard“, war die Rede von einem Eigentümerwechsel. Gehört Neugebauer die steinerne Immobilie des „Kleinen Hauses der Kunst“ überhaupt noch? In entsprechenden Berichten sei die neue Eigentümerstruktur zum Teil falsch verstanden worden, betont Neugebauer. Neugebauers LNR ist derzeit Leasingnehmerin und bleibt de facto im Gebäude. Man nutze weiterhin den Firmensitz vor Ort, die Leasing-Konstruktion sei in der Immo-Branche nichts Unübliches.

    Jedenfalls muss Neugebauer ordentlich aufräumen. Das Denkmalamt will die Fassade, die man trotz Bedenken weiß anstreichen ließ, wieder in altem Zustand sehen. Laut Denkmalamt habe „die Wiederherstellung der Schuldtragende zu tragen“, wie der „Standard“ schreibt. Auf wen die Idee des weißen Anstrichs aus Neugebauers Sicht zurückzuführen ist, ist nicht schwer zu erraten: Ho. Doch die Umsetzung obliegt wohl dem Eigentümer. 

    Allfällige Maßnahmen seien noch abzustimmen, „da die vom Denkmalamt präferierte Variante bereits in kleineren Stellen der Fassade getestet wurde und diese nicht den gewünschten Effekt gebracht hat“, sagt Neugebauer. Zuletzt wurde die Terrasse des 404 – Don’t Ask Why eingerissen. Kein Bild könnte das Verhältnis zwischen Neugebauer und Ho besser beschreiben. Es bleibt abzuwarten, wie es mit dem Verfahren wegen ausständigen Mietzinses und Räumung weitergeht.  

    Titelbild: ZackZack/Christopher Glanzl

    Autor

    • Ben Weiser

      Ist Investigativreporter und leitet die Redaktion. Recherche-Leitsatz: „Follow the money“.

      @BenWeiser4

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