Sonntag, Juli 12, 2026

SPÖ-Debatte neu entbrannt – Interne Nervosität

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Hartnäckig halten sich Gerüchte um eine Ablöse von Pamela Rendi-Wagner. Am Montag nahm die Debatte nach Medienberichten wieder einmal Fahrt auf. Die Sozialdemokraten dementieren hastig.

Wien | Der „Kurier“ heizte am Montag neuerlich die Gerüchteküche um die SPÖ-Spitze an. Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner soll vor dem Aus stehen. Es drohe den Sozialdemokraten sogar eine „Kampfabstimmung“ um die Führung.

Neue Scheite ins rote Feuer

So soll laut der Tageszeitung ausnahmsweise nicht die burgenländische Partei rund um Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil neue Scheite ins Feuer gelegt haben, sondern die Wiener Sozialdemokraten. Bürgermeister Michael Ludwig soll demnach gesagt haben, dass es nach den kommenden Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg eine Lösung für die Parteispitze brauche. „In die eine oder die andere Richtung“, soll der Wiener Parteichef unter Berufung auf Funktionäre zitiert worden sein.

Der Druck aus den Flächenbezirken Wiens, die sich eher mit Doskozil an der Partei-Spitze anfreunden könnten, solle größer werden, so der „Kurier“. Bei der Wiener Parteispitze ist man hingegen kein großer Fan von Doskozil.

Personalrochade: Ein Doskozil-Schutzschirm

Die Tageszeitung bringt auch eine Personalrochade an der Spitze ins Spiel. Statt den seit Wochen diskutierten Personalien Alexander Wrabetz, Ex-ORF-General, und Christian Kern, Ex-Kanzler, fällt jetzt ein neuer Name: die Zweite Nationalratspräsidenten Doris Bures aus dem Wiener SPÖ-Lager solle vorübergehend die Parteispitze übernehmen, bis ein Spitzenkandidat für die Nationalratswahl 2024 gefunden sei. Rendi-Wagner könnte hingegen Bures’ Posten übernehmen.

Angenommen Pamela Rendi-Wagner tritt als SPÖ-Chefin zurück: Wer soll übernehmen?
  • Christian Kern 50%, 887 Stimmen
    887 Stimmen 50%
    887 Stimmen – 50% aller Stimmen
  • Hans-Peter Doskozil 27%, 481 Stimme
    481 Stimme 27%
    481 Stimme – 27% aller Stimmen
  • Doris Bures 10%, 178 Stimmen
    178 Stimmen 10%
    178 Stimmen – 10% aller Stimmen
  • Michael Ludwig 9%, 156 Stimmen
    156 Stimmen 9%
    156 Stimmen – 9% aller Stimmen
  • Alexander Wrabetz 5%, 82 Stimmen
    82 Stimmen 5%
    82 Stimmen – 5% aller Stimmen
Abstimmungen insgesamt: 1784
28.2.2023
Die Umfrage wurde geschlossen

Die aktuelle Zweite Nationalratspräsidentin könnte als eine Art Doskozil-Schutzschirm agieren. Allerdings: Bures dementierte in der Vergangenheit stets Ambitionen, Partei-Chefin zu werden. 2018 hatte sie nach dem Kern-Abgang den Posten abgelehnt. SPÖ-Enfant Terrible Rudi Fußi verbreitete das “Buschgetrommel” am Montag ebenso weiter.

Debatte bereits seit Monaten

Die Debatte um den SPÖ-Vorsitz ist feilich keine neue. In den vergangenen Wochen sorgten etwaige Berichte immer wieder für Unruhe in der Löwelstraße. Etwa eine vom Doskozil-Umfeld gespielte Umfrage, die ihm bessere Werte als der amtierenden Vorsitzenden, insbesondere bei FPÖ-Wählern, attestierte.

Hinzu kam das Peter Kaiser-Missverständnis in einem “Puls24”-Interview, in welchem ihm in den Mund gelegt wurde, er würde sich für eine Partei-Doppelspitze aussprechen. Der Kärntner Landeshauptmann dementierte zwar heftig, der Schaden war da allerdings bereits angerichtet.

Interne WhatsApp-Nachricht: “Unwahr”, “entbehrt jeder Grundlage”

Angesichts der immer wieder aufkommenden Debatte dürfte zunehmend Nervosität innerhalb der Partei einkehren. Dienstagvormittag veröffentlichte der „Kurier“ eine WhatsApp-Nachricht von Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch, in dem er sich in einem internen Verteiler über den Montagsbericht der Tageszeitung erboste. Der Bericht über die Personalrochade sei „unwahr“ und entbehre “jeder Grundlage“. Sowohl Michael Ludwig als auch Doris Bures würden zu 100 Prozent die Parteivorsitzende unterstützen.

Bereits am Montagabend dementierte man mehreren Medien gegenüber den “Kurier”-Bericht. Die Vorsitz-Debatte ist jedoch knapp vor der Kärnten-Wahl so oder so erneut entbrannt.

Titelbild: GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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