Dienstag, Juli 23, 2024

ZackZack am Dienstagmorgen – 04. April 2023

Finnland tritt NATO bei, Trump vor Gerichtstermin in New York angekommen, Französische Staatssekretärin sorgt mit “Playboy”-Fotos für Wirbel und Personalmangel in Vorarlbergs Spitälern.

Was am Dienstag wichtig ist:

Finnland tritt NATO bei

Helsinki | Finnland wird an diesem Dienstag offiziell 31. Mitglied der NATO. Zum Beitritt des Landes am Nachmittag ist eine Zeremonie vor dem NATO-Hauptquartier in Brüssel geplant. Dabei soll dort zum ersten Mal auch die finnische Flagge gehisst werden. Zu der Zeremonie werden neben dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö auch die Außenminister der 30 bisherigen Bündnisstaaten erweitert. Mit dem Beitritt verlängert sich die NATO-Grenze mit Russland um mehr als 1.300 Kilometer.

Der finnische NATO-Beitritt ist eine Reaktion auf die russische Aggression gegen die Ukraine. Das nordische Land, das 1917 seine Unabhängigkeit vom Russischen Reich erlangte und sich danach in zwei Kriegen gegen die Sowjetunion behaupten musste, hatte bisher auf Bündnisfreiheit gesetzt. Schweden will ebenfalls NATO-Mitglied werden, um sich gegen den Aggressorstaat Russland zu schützen. Dieser Beitritt wird aber noch vom Bündnismitglied Türkei blockiert. Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der schwedischen Politik mangelnden Einsatz gegen “Terrororganisationen” vor. Dabei geht es Ankara vor allem um die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK. Ähnliche Vorwürfe hatte Erdogan zunächst auch gegen Finnland erhoben.

Trump vor Gerichtstermin in New York angekommen

New York | Nach der beispiellosen Anklage gegen Ex-US-Präsident Donald Trump will der 76-Jährige am Dienstag vor Gericht in New York erscheinen. Das kündigte er über das von ihm mitbegründete Online-Netzwerk Truth Social an. Am Montagnachmittag (Ortszeit) landete sein Privatflugzeug am Flughafen LaGuardia der Ostküstenmetropole, zeigten Fernsehbilder. Eine Wagenkolonne mit zahlreichen Autos hatte am späten Vormittag Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida verlassen.

Der 76-Jährige flog vom Flughafen in West Palm Beach nach New York, wo er die Nacht in seinem Trump Tower verbringen wollte. “Am Dienstagmorgen werde ich, glaubt es oder nicht, ins Gerichtsgebäude gehen. Das ist nicht Amerika, wie es sein sollte!”, schrieb Trump in der Nacht auf Montag.

Die Anklageverlesung in Manhattan, zu der Trump erscheinen muss, ist übereinstimmenden Medienberichten zufolge für Dienstag angesetzt. Der Hintergrund: Kurz vor seiner Wahl zum Präsidenten 2016 ließ Trump Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels zahlen. Diese hatte behauptet, sie habe Sex mit ihm gehabt. Trump bestreitet eine Affäre, nicht aber, dass Geld geflossen ist. Die Zahlung könnte dabei im Konflikt mit Regeln zur Wahlkampffinanzierung stehen.

Französische Staatssekretärin sorgt mit “Playboy”-Fotos für Wirbel

Paris | In Frankreich sorgt eine Staatssekretärin für Wirbel, die sich für das Magazin “Playboy” fotografieren lassen hat. Sie soll nun auf der Titelseite der nächsten Ausgabe im Land zu sehen sein. Auch wenn es nicht um Nacktfotos geht, ist Marlène Schiappa (40) in Erklärungsnot geraten – noch bevor der neue “Playboy” am Donnerstag in den Verkauf geht.

“Das Recht der Frauen, über ihren Körper zu verfügen, zu verteidigen, ist überall und zu jeder Zeit wichtig”, erklärte die Staatssekretärin für Sozial- und Solidarwirtschaft. “In Frankreich sind die Frauen frei.” Das missfalle allenfalls rückwärtsgewandten und heuchlerischen Menschen.

Zu den Fotos wird ein Interview gestellt, in dem Schiappa über Feminismus und Frauenrechte spricht. Auf den Bildern trägt sie ein weißes Kleid und ist zudem teils in die französische Fahne gehüllt, wie die Zeitung “Le Parisien” unter Verweis auf das Büro der Politikerin berichtete, das direkt Premierministerin Élisabeth Borne unterstellt ist.

Auch ohne nackte Haut hagelt es Kritik für den Auftritt in dem Magazin. Die Premierministerin habe Schiappa klargemacht, dass ihr die Sache überhaupt nicht passe, vor allem weil Frankreich derzeit heftig über die Pensionsreform streite, heißt es in der “Le Parisien”. In diesem Moment sei das Fotoshooting absolut unpassend. Beistand gab es dagegen von Innenminister Gérald Darmanin. Schiappa habe Stil und Charakter. “Eine befreite Frau zu sein, ist nicht so einfach.”

Personalmangel in Vorarlbergs Spitälern

Bregenz | Die Vorarlberger Spitalsärzte sehen eine bessere Bezahlung als Schlüssel für eine adäquate personelle Ausstattung an den Krankenhäusern. Geld allein sei nicht die Lösung, aber das unmittelbar wirksame Mittel für ausreichend Personal und damit mehr Zeit und bessere Arbeitsbedingungen, so Ärztekammer-Vizepräsident Hermann Blaßnig am Montag. “Inzwischen verdient ein Oberarzt im Burgenland bis zu 30 Prozent mehr als ein Oberarzt in Vorarlberg”, stellte er fest.

Verbesserungen seien vor allem bei den Arbeitsbedingungen dringend notwendig. Zwar seien die Arbeitszeiten der Spitalsärzte vor einigen Jahren deutlich reduziert worden, in der Regel betrage die geleistete Arbeitszeit aber immer noch meistens 48 Stunden pro Woche. Und obwohl die Arbeitszeiten deutlich über dem Durchschnittswert der Bevölkerung lägen, komme es doch immer häufiger zu Notsituationen wie aktuell im Krankenhaus Bregenz – im Spital der Vorarlberger Landeshauptstadt helfen aktuell wegen Engpässen im ärztlichen Bereich Allgemeinmediziner als freie Dienstnehmer aus.

“Unterbesetzte Abteilungen sind ein strukturelles Problem, das alle Krankenhäuser im ganzen Land betrifft”, sagte Claudia Riedlinger, Betriebsrätin und als leitende Oberärztin im Krankenhaus Bregenz für die Dienstplanerstellung verantwortlich. Man sei personell ständig am Limit, jeder Ausfall im Team – ob in der Pflege oder bei den ÄrztInnen – bereite größte Probleme. Aufgrund der Überlastung komme auch die Ausbildung der Jungärzte zu kurz.

Titelbild: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP / picturedesk.com

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