Gudenus löscht Facebook-Post

Grotesker Rundumschlag

Nach der ZackZack.at-Story um Johann Gudenus, teilte dieser auf Facebook ein Wut-Posting. Der ehemalige FPÖ-Mandatar griff ZackZack.at frontal an, holte zum Rundumschlag gegen Journalisten und Peter Pilz aus. Nun hat Gudenus den Beitrag gelöscht.

Wien, 28. November 2019 / Gestern haben wir aufgedeckt, welche neuen Spuren die Staatsanwaltschaft nach der Hausdurchsuchung bei Johann Gudenus verfolgt. Sie führten ins Schlafzimmer des Ex-Chefs der Wiener FPÖ und schließlich zu einem weißen Pulver auf Visitkärtchen. Per Drogenschnelltest wurde festgestellt: Positiv!

Gudenus schießt sich auf ZackZack ein

Die Geschichte schoss durch alle Medien des Landes. Gudenus‘ Reaktion: ein Wut-Posting der Sonderklasse.

Screenshot https://wien.orf.at/

Dass gerade Johann Gudenus „journalistische, rechtliche, moralische und jegliche ethische Grundsätze“ anmahnt, lässt zumindest aufhorchen. Der Beitrag enthielt so einiges an interessanten Aussagen. Dazu unten mehr.

Beitrag gelöscht

Doch dann löscht Gudenus sein Posting offenbar über Nacht. Ist ihm die Geschichte zu heiß geworden?

Screenshot https://wien.orf.at/ (siehe oben), nach Klicken auf den Beitrag

Einige Medien betteten das Posting von Gudenus in ihre Artikel über die ZackZack-Story ein. Doch schon gestern Nacht konnte man nicht mehr draufklicken. Gelöscht! Geht man auf die Seite des Ex-Mandatars, sieht man nichts mehr vom Beitrag.

Untergriffige Drohung

Durch die umfassende Berichterstattung ist aber leicht wiederzugeben, was im Gudenus-Posting stand. So ließ er verlautbaren:

„Ich werde mich bei weiteren einschlägigen Vorwürfen medienrechtlich zur Wehr setzen!“ Und weiter: „‘Medium‘ ZackZack – angeführt von einem alten weißen Mann – (…) greift zu besonderen Widerlichkeiten.“

„Alter weißer Mann“. Dass ausgerechnet der weit rechts stehende Johann Gudenus das Totschlagargument links-intellektueller Blasen bedient, hat dabei nochmal eine besondere Note. Und auch der Vorwurf „besonderer Widerlichkeiten“ ist interessant: ZackZack.at hatte erfolgreich versucht, mit Johann Gudenus Kontakt aufzunehmen. An die Redaktion adressiert, bestätigte Gudenus den Fund:

Ich kommentiere keine Zufallsfunde in Form von irgendwelchen Rückständen in einem Haufen vieler fremder Visitenkarten.“

Hätten wir nicht über diese Erkenntnis berichten sollen? Thomas Walach kommentiert, warum es wichtig war, über den Zufallsfund zu berichten.

Gudenus kommentierte in seinem Posting den Fund so:

„Wenn sich auf irgendwelchen fremden Visitenkarten Spuren von Kokain befinden, dann liegt das nicht in meiner Verantwortung.“ Und weiter: „Es wird ein Sachverhalt völlig falsch dargestellt.“

Das stimmt nicht. Wir haben den Sachverhalt genauso dargestellt, wie er ist. Das belegen die Akten, die uns vorliegen und die wir schließlich veröffentlicht haben.

(wb)

Titelbild: APA Picturedesk

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