Konzern von Kurz-Berater verliert fast 2 Milliarden Euro

Riesenärger für Kurz-Berater und Großspender Markus Braun: Sein Konzern „Wirecard“ kann fast 2 Milliarden Euro nicht mehr finden. Damit droht dem Konzern sogar die Pleite, Markus Braun die Anklagebank. Dieser ist letzte Woche zurückgetreten, in der Kurz-Denkfabrik „Think Austria“ sitzt er noch immer.

Wien, 22. Juni 2020 | Beim deutschen Zahlungsunternehmen Wirecard sind 1,9 Milliarden Euro verschwunden. In der Bilanz des Konzerns, bei dem bis letzte Woche der Austro-Oligarch Markus Braun Geschäftsführer war, fehlen fast 2 Milliarden Euro, die einfach nicht zu finden sind. Markus Braun ist eine pikante Person in Österreich: er ist nicht nur stolzer ÖVP- und NEOS-Spender, sondern sitzt auch in der ominösen Denkfabrik von Kurz‘ Schattenkanzlerin Antonella Mei-Pochtler.

Wo sind die Milliarden?

Braun ist am Freitag als Wirecard-CEO zurückgetreten. Die Aktie stürzt seit Aufkommen des Skandals ins Bodenlose. Braun ist mit 7 % der größte Einzelaktionär von Wirecard. Der Börsencrash kostete damit Markus Braun über 600 Millionen Euro in seinem Portfolio. Es kommt aber noch dicker für den Kurz-Berater: Die Fondsgesellschaft DWS will sowohl den Konzern, als auch den EX-CEO Markus Braun aufgrund der verschwundenen Milliarden klagen.

Die Spur der Milliarden führt zu philippinischen Banken. Medien berichteten, dass Wirecard dort zwei Konten führen soll. Externe Prüfer hätten Dokumente vorgelegt, die das nahelegen könnten. Doch die beiden philippinischen Banken haben bereits dementiert. “Wirecard ist kein Kunde von uns”, werden die BDO Unibank und die Bank of the Philippine Islands (BPI) zitiert.

Wirecard „too big to fail”?

Markus Braun selbst, der im Wahlkampf 2017 70.000 Euro an Sebastian Kurz und 150.000 Euro an die NEOS gespendet hatte, veröffentlichte am Tag seines Rücktritts ein Video. Er glaube, “dass die Wirecard AG in einem Betrugsfall erheblichen Ausmaßes zum Geschädigten geworden ist”. Das Video ist mittlerweile wieder offline.

Jetzt steht sogar eine Pleite von Wirecard im Raum. Dabei wird gezweifelt, ob Wirecard nicht „too big to fail“ ist. So zählen verschiedene Großbanken zu den Gläubigern, ihnen könnte eine Konzernpleite enorm wehtun. 800 Millionen Euro an Krediten sollen ausständig sein. Zu den größten Gläubigerbanken gehören ABN Amro, Commerzbank, ING, LBBW, Barclays, Credit Agricole, DZ Bank, Lloyds, Bank of China, Citi und Deutsche Bank. Wirecard hat laut Bloomberg auch Kredite bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (60 Mio. Euro) und der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (45 Mio. Euro). Insgesamt soll Wirecard österreichischn Banken 180 Millionen Euro schulden.

Braun ist Zukunftsforscher bei „Think Austria“

Im Kurz-Think-Tank „Think Austria” gilt Markus Brown als „Futurologe”, sein Tätigkeitsbereich ist „Innovationsmanagement.“ So erklärte Schattenkanzlerin Mei-Pochtler im Jänner 2020 zur Neugründung der Denkfabrik: Markus Braun habe einen fundierten Blick für die Zukunft, weshalb er seine Expertise in diesem Bereich einbringen werde. „Daraus leiten wir Handlungsempfehlungen für die Regierung ab“, wird Mei-Pochtler zitiert.

Der Think-Tank wurde von Kanzlerin Bierlein umgehend aufgelöst, nachdem die Regierung Kurz I aufgrund eines Misstrauensantrags aus dem Kanzleramt geflogen war. Als Kurz im Jänner erneut Kanzler wurde, setzte Mei-Pochtler “Think Austria” umgehend wieder ein. Seither steht die Denkfabrik vor allem aufgrund ihrer Intransparenz in der Kritik. Die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Philip Kucher (SPÖ) ergab, dass selbst Vize-Kanzler Werner Kogler nicht wisse, was dort vor sich geht.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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