42 Prozent in Ischgl corona-positiv

Antikörper-Studie

Die nächste Studie, die zeigt, dass Covid-19 möglicherweise weiter verbreitet ist als angenommen. In Ischgl sollen sich über 40 Prozent mit dem neuartigen Virus infiziert haben.

Wien, 25. Juni 2020 | 42,4 Prozent der Bevölkerung des Tiroler Wintersportorts Ischgl dürften Antikörper haben. Dies ergab eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck, die am Donnerstag präsentiert wurde. Rund 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung nahmen an der Studie teil. 1.473 Probanden waren zwischen 21. und 27. April untersucht worden.

85 Prozent unbemerkt infiziert

Der Anteil der positiv auf Antikörper Getesteten liege damit etwa sechs Mal höher als die Zahl der zuvor mittels PCR-Test positiv getesteten Personen, erklärte Studienleiterin Dorothee van Laer. 85 Prozent haben die Infektion unbemerkt durchgemacht. Trotzdem könne auch in Ischgl nicht von einer Herdenimmunität ausgegangen werden, die Bevölkerung des Wintersportorts dürfte aber zu einem Gutteil geschützt sein.

Diese Studie bestätigt auch die Heinsberg-Studie von Hendrik Streek. Diese war vor Wochen noch in der Öffentlichkeit scharf kritisiert worden! Laut der Heinsberg-Studie war die Infektionszahl in Heinsberg um das Fünffache größer als die offiziell bestätigte Zahl. Ähnliche Studien gibt es aus der USA.

Wie gefährlich ist Corona?

Aus diesen Studien schloss die CDC (Center for Disease Control and Prevention), dass die Letalitätsrate aktuell auf 0,4 Prozent geschätzt wird, wie ZackZack berichtete. Darin werden auch Hospitalisierungsraten berechnet. Von jenen Infektionen, die symptomatisch verlaufen, müssen 1,7 Prozent der unter 49-jährigen ins Spital, bei Kranken über 65 Jahren müssen 7,4 Prozent hospitalisiert werden.

Die Ischgl-Studie ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Gefährlichkeit von SARS-CoV2 noch nicht bestmöglich bestimmt wurde. Das Robert-Koch-Institut rechnet nach wie vor mit einer weitaus höheren Letalität:

„In Deutschland liegt der Fall-Verstorbenen-Anteil aktuell bei 4,7 %. Eine Studie aus China schätzte den Fall-Verstorbenen-Anteil in einer Patientengruppe von 1.099 Personen auf 8,1 % (14 / 173) unter schweren Erkrankungen (Beatmung oder Sepsis) und 0,1 % (1 / 926) bei leichten Erkrankungen (gesamt 1,4 %).“

Mittlerweile ist ergänzt:

“Wenn tatsächlich die Zahl der erkrankten Fälle um einen Faktor 4,5–11,1 unterschätzt ist, dann beträfe das vermutlich v.a. die Zahl der (leichter) Erkrankten, die nicht durch das Überwachungssystem erfasst werden würden. Damit würde sich auch die (näher an der Wirklichkeit liegende) Letalität vermutlich um einen ähnlichen Faktor senken.”

(apa/ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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