Trotz Lockdowns:

Silvesterparty bei Martin Ho

Zu Silvester galten die strengen Ausgangsbeschränkungen des Lockdowns. Doch der Szenegastronom und enge Freund von Kanzler Kurz, Martin Ho, kann es nicht lassen: Obwohl schon während des ersten Lockdowns eine Party in einem von Hos Lokalen von der Polizei aufgelöst worden war, veranstaltete er zu Silvester ein Fest. Und diesmal war Ho sicher nicht im Bett.

 

Wien, 08. Jänner 2021 | „Es gibt keine Silvesterparty“ sagte Innenminster Karl Nehammer bei einer der vielen Regierungspressekonferenzen. Es gab dann aber doch eine – nämlich bei Szenegastronom Martin Ho. In dessen exklusivem Boutique Hotel „La Petite Ivy“ in der Wachau, eine gute Stunde von Wien entfernt, stieg eine Party.

Die Party

Augenzeugenberichte, Fotos und Tonaufnahmen, die ZackZack vorliegen, lassen die Unterscheidung von fünf anwesenden Personen zweifelsfrei zu – es dürften aber wohl noch mehr gewesen sein. Sechs Autos waren vor Ort, ein Zeuge spricht davon, wenigstens „sechs bis sieben“ Personen gesehen zu haben.

Zuvor hatte Martin Ho selbst ein Video in den sozialen Medien geteilt, in dem eine gedeckte Festtafel zu sehen war. Hos Frau Ivana teilte auf Instagram mit, den Abend auf dem Schlösschen zu verbringen. Martin Ho selbst wurde von mehreren Augenzeugen vor Ort gesehen.

Das “La Petite Ivy” am Silvesternachmittag. Bilder: ZackZack

Schon ab dem Nachmittag gab es auf „La Petite Ivy“ Livemusik, die ersten Gäste verließen das Anwesen in den frühen Morgenstunden. Interessant: Mitten in der Nacht wurden die Kennzeichen der vor Ort befindlichen Autos abmontiert und Wachen am Gelände aufgestellt.

Ho-Sprecher sagt die Unwahrheit

Ho ist die Angelegenheit offenbar peinlich. Ein Sprecher teilt auf ZackZack-Anfrage mit, es sei „im kleinsten Familienkreis (Herr Ho, dessen Frau und ihre beiden Kinder sowie Herrn Hos Mutter)“ gefeiert worden. Fotos, die ZackZack vorliegen, zeigen aber eindeutig noch weitere Personen im Haus. Diese wurden auch von Augenzeugen vor Ort gesehen. Da es sich nicht um Personen öffentlichen Interesses handelt, verzichten wir zunächst auf die Veröffentlichung dieser Fotos.

Vier der am Gelände geparkten Autos. Nicht alle gehören Hos Familie oder sind auf seine Firmen angemeldet. In der Nacht wurden die Kennzeichen von allen Autos entfernt. Bilder: ZackZack

NEOS-Abgeordneter Helmut Brandstätter stellt in der Angelegenheit parlamentarische Anfragen an Innen- und Gesundheitsministerium. Er will wissen, ob die Behörden über die Party bei Ho informiert waren und ob Strafen gegen die Anwesenden verhängt wurden.

Schon bei der aufgeflogenen Party im Mai hatte Ho Fehlinformationen an die Öffentlichkeit gegeben. Er hätte nichts von der Feier gewusst und sei bereits im Bett gewesen. ZackZack liegen jedoch Beweise vor, die zeigen, dass Ho sogar die Getränkepreise für die Geburtstagsparty festgelegt hatte. Nach der medialen Aufregung hatte Ho seinen Freund Sebastian Kurz kontaktiert und war von diesem ins Kanzleramt eingeladen worden.

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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