Krisenmodus

Eingesperrt wie ein Hund

In der Redaktion von ZackZack ist immer etwas los. Den wöchentlichen Einblick gibt Markus Steurer.

Wien 6. Februar 2021 | Freitagnachmittag war es soweit, als es seitens der Chefredaktion hieß: “Markus, schreib du doch für Samstag mal ein paar Zeilen über die Geschehnisse in der Redaktion.” Das ist leichter gesagt als getan, spielt sich “in” der Redaktion gerade ja eher weniger ab.

Es ist schon lustig. Ich bin erst seit Dezember 2020 bei ZackZack und die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen habe ich bis jetzt öfter über Skype als im echten Leben gesehen. Und trotzdem habe ich nach zwei Monaten in der Redaktion bereits das Gefühl, ein fester Bestandteil des Teams zu sein. Das zeugt einerseits von einem sehr guten Arbeitsklima, andererseits ist man es als junger Mensch nach knapp einem Jahr Corona einfach gewohnt, ausschließlich übers Netz zu kommunizieren.

Aber ja, die Home Office-Wochen während des Lockdowns können sich oft ganz schön ziehen. Für eine Ferienwoche gab die Nachrichtenlage in den letzten Tagen aber einiges her. Na no na ned, wir befinden uns auch in einer historischen Gesundheitskrise. Der Corona-“Spaziergang”, Zweitwohnsitze in Skigebieten, die wie Schwammerl aus dem Boden schießen, der Grünen-Umfaller im Parlament, angekündigte Lockerungen – die Liste der Aufreger ist lang.

Mein persönliches Highlight diese Woche war aber ein anderes. Als Leiter des Leben-Ressorts darf ich mich im Rahmen meiner Recherchen zum Glück auch mit Menschen unterhalten, die positiv zur Krise beitragen und Außergewöhnliches leisten. So auch am Dienstag, als ich mit der Pflegedienstleiterin eines steirischen Altersheimes telefoniert habe.

Dort wohnen Menschen, die nach eigenen Worten “eingesperrt wie ein Hund” die letzten Tage ihres Lebens verbringen müssen. Abgeschottet von allem Schönen, dass die Welt noch für sie zu bieten hätte. Keine Besuche von Angehörigen, keine Umarmungen, kein Turnen, kein Mensch ärgere dich nicht. Das Gedicht von Heimbewohnerin Edith (92) (nachzulesen am Ende des Beitrags), hat mich dabei besonders berührt und nachdenklich gemacht.

Und so weiß man als junger gesunder Mensch seine privilegierte Lage in der Pandemie wieder etwas mehr zu schätzen, auch wenn man sich im Home Office selbst oft wie ein eingesperrter Hund fühlt. Ich freu mich jedenfalls auf eine baldige Entspannung der Lage und auf die für mich persönlich wichtigste Öffnung: die der Gastronomie, um dann das erste gemeinsame Bier mit dem Team genießen zu können. Der Schmäh unter den Kolleginnen und Kollegen rennt sicher auch im echten Leben.

Titelbild: APA Picturedesk

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3 Kommentare
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hr.lehmann
8. 02. 2021 0:41

Auch ich möchte mich für diesen Bericht bedanken. Ich hoffe ihr gebt noch öfter vergessenen Menschen unter uns ein Gesicht und noch viel wichtiger, eine Stimme

KarinLindorfer
6. 02. 2021 14:03

Danke für den Bericht über das Altenheim. Eine für viele unbekannte Welt die sie oft nur von netten Bildern kennen. Wie anders die Wirklichkeit ist (auch ohne Pandemie) wurde sehr anschaulich geschildert.

Fuchur
6. 02. 2021 13:23

Da haben Sie sich aber einiges vorgenommen 😉
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