Donnerstag, April 25, 2024

Krisenmodus – Karli auf Kurs

Krisenmodus

Glosse, die. (Spöttische) Randbemerkung, journalistische Kürzestform. Heute: Womit haben wir das verdient?

Wien, 23. Mai 2022 | Wie hat sich Laura Sachslehner die österreichische Staatsbürgerschaft verdient? Sie weiß es nicht. Trotzdem findet die ÖVP-Generalsektretärin, die österreichische Staatsbürgerschaft würde „entwertet“, wenn Leute, die hier geboren sind und hier ihre Heimat haben auch politische Rechte bekämen. Warum, das kann sie nicht erklären.

Ähnlich muss es Karl Nehammer gehen, der nicht erklären kann, womit er hundert Prozent Zustimmung als Parteiobmann verdient hat, was im Übrigen bedeutet, dass er sich sicherheitshalber gleich selbst gewählt hatte. „Karli, der Kurs stimmt!“ möchte man ihm zurufen. Die ÖVP scheint wild entschlossen, das Schicksal der Democrazia Cristiana zu teilen, aus Solidarität zur verblichenen italienischen Schwesterpartei vielleicht.

In Wirklichkeit findet hier bloß eine Anpassung auf das Normalmaß statt. Die ÖVP ist der politische Arm der Oligarchen, mutmaßlich korrupt und latent rassistisch. Selbst in Österreich fühlen sich nicht so viele Leute durch so eine Partei vertreten.

Einen guten Wochenbeginn wünscht: Ihr Thomas Walach

Titelbild: ZackZack

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21 Kommentare

  1. warum darf man hier nur + vergeben. zu einer objektiven diskussion geört ja auch ein – zu vergeben. traut man sich das hier nicht?

  2. Es begann, wie einst bei uns im Mai (2019)
    Im Feber 1992 wurde Mario Chieso, Bürgermeisteraspirant der PSI (Partito Socialista Italiano) bei der Übernahme von Schmiergeld verhaftet.

    Staatsanwalt Antonio Di Pietro ermittelte unter dem Namen Mani pulite und im April 1992 wurden viele Industrielle und Politiker fast aller Parteien wegen Verdachts auf Korruption verhaftet. Ein System von Korruption, Amtsmissbrauch und illegaler Parteifinanzierung offenbarte sich.

    Minister, gegen die Anklage erhoben wurde, wurden sofort entlassen.

    Praktisch die gesamte politische Klasse Italiens war betroffen. Besonders die größte Partei des Landes, die Democrazia Cristiana, rückte nun ins Rampenlicht, zahlreiche Exponenten wurden mit Prozessen überzogen. Ergebnis: der Zusammenbruch der damals wichtigsten politischen Parteien, wie der Democrazia Cristiana und des Partito Socialista Italiano

    https://www.hagerhard.at/blog/2021/06/mani-pulite/

    • Wenn das wirklich so ist (worüber mir – noch? – die Kenntnis fehlt) dann werden’s ihm mutmaßlich noch schnell ausrichten haben lassen, dass er gefälligst seinen “Saustall” (fig.) daheim in internat. akzeptabel gefälligen Standard ausmisten sollte, wenn er wieder einmal irgendwo auf oberster Bühne dabei sitzen – und zuhören – möchte …
      [Genau so nämlich, könnte man dem Volk (Medien?) ausrichten, dass da endlich mal aufgeräumt werden muss – Gefahr in Verzug ist, u.a.v.m. -> Stw. niedergehaltene Neutralitätsdebatte mit implizierten mannigfachen Doppelgleisigkeiten in eine öffentliche Diskussion zu bringen…]

  3. Bitte hackt doch nicht immer auf dem Herrn Karl herum, der hat doch erst letzte Woche die einzige Wahl in seinem politischen Leben gewonnen.

  4. Leider gibt es noch immer viel zu viele Anhänger dieser komischen türkisen Sekte .

  5. Die italiener haben nicht so viel geduld mit ihren politikern, die sind zb streiks gewohnt.
    (Ok, wir jetzt auch wegen corona).
    Im vergleich zu den italienern agieren unsere wähler wie die lämmer.
    Und ja, ein ende wie bei der dc würde meine stimmung anheben.
    Und der bast: würde eine kornblumenblaupartei gründen.

  6. Dass das so ist, wie von ihnen hier beschrieben, das steht schon lange ausser Zweifel!
    Was aber passiert hier konkret dagegen?

    Warum interessiert es beispielsweise noch immer keine Öffentlichkeit und vor allem auch keine Opposition (Ein Schelm der böses denkt, auch was die FPÖ und ihre Mandatare anbetrifft, welche doch sonst alles aufgreift?) dass die Frau Zadic ihre vielfache Ankündigung den Immunitätserlass zu kippen, endlich in die Tat umsetzt?
    Aber wie kann der Bundespräsident nun zur Wahl antreten und gleichzeitig die vorliegenden Fakten zu den gekauften Medien noch immer weiter unbehelligt bleiben, um nur zwei Beispiele zu nennen, wo schon lange eine Überfälligkeit herrscht?

  7. Die ÖVP in Vorarlberg ist nur um 4% in den Umfragewerten gesunken und das nach so einem Skandal. Die Bundes ÖVP führt einen Eiertanz nach dem anderen auf. Die Fälle von mutmaßlicher Korruption und Amtsmissbrauch werden wöchentlich mehr aber die Wählerschaft scheint das nicht zu kümmern. Ist der Anspruch an die Politik mittlerweile so gering? Die Kurz Jünger unter den Wählern haben zwar das sinkende Schiff verlassen aber alle anderen halten stur heil an “ihrer” Partei fest obwohl die ÖVP keine Ziele hat oder benennen kann. Wer ist so verrückt und wählt einen Kapitän der nicht weis wo er hin will?

    • Die politik spiegelt die bevölkerung. Wir sind ein land von schlawinern, nutznießern von postenschacher, etc. Rassisten sowieso. Und oft blöd wie die hackln.

    • das ist recht einfach erklärt: es fängt beim sogenannten pfusch an und hört bei politikerkorruption auf. und da die meisten österreicher den pfusch sogar begrüssen …

  8. Der Totschnik ist also der Lobbyist von den Bauern und Bäuerinnen und nicht vom Bauernbund. Was für eine progressive Ansage. Da geht wohl ein neuer Stern auf über dem Landwirtschaftshimmel und gravierende Verbesserungen sind damit vorprogrammiert. Ob das auch das Tierwohl betrifft? Ich wage es zu bezweifeln.

    • Im Krone Interview hat er sich de facto für nicht zuständig erklärt was das “Tierwohl” betrifft. Das würde in das Ressort von Rauch fallen, er würde sich daher nur auf seine “Kernbereiche” konzentrieren (was immer das auch sein mag). Sehr schlau, Totschnik sagt Rauch sei für den Tierschutz zuständig, damit ist er das lästige Thema Vollspaltenböden los und wenn Rauch eine Verbesserung will, wird Totschnik und die ÖVP alles blockieren und als Rechtfertigung dafür, mögliche Einkommensverluste für die Bauern nennen. Neuerdings muss ja sogar der Ukrainekrieg herhalten, Stichwort “Versorgungssicherheit”. Also wird alles wie bisher laufen. Mit der ÖVP im Landwirtschaftsministerium wird es niemals echte Verbesserungen geben. Es ist dann so wie Totschnik sagt, er ist angeblich der Lobbyist der Bauern. Den Bauern ihre Mehraufwendungen für “Tierwohl” abzugelten kostet Geld. Geld das die ÖVP lieber ihren Großspendern zukommen lässt oder gleich in die eigene Parteikassa wirtschaftet. Und das Verrückte daran, die Bauern durchschauen das nicht und fühlen sich wegen ihrer Existenzängste von der ÖVP gut vertreten.

      • … ich behaupte jetzt mal mutig (unwissend), dass die Bauernschaft das sehrwohl(!) so glasklar auf ihrem Radar hat (weiss). Es ist halt nur so: Lagerhaus u.ä. Interessens-Genossenschaften (in standes(!)amtlich bäuerischer Interessensvertretung) und das heilige Giebelkreuz samt sonstiger Konsortial-Partner:innen sprechen da auch noch ein gewichtiges Wörtchen mit, wie es um das Wohl und (oft genug) auch das Wehe unserer landschaftspfleglichen Nahrungsmittelproduktion stehen soll … (nach wie vor de fakto in zelebrierter Leibeigen- / Lehenschaft, die in offizieller Diktion eigentlich ab 1848 im Vormärz und der Bauernbefreiung abgeschafft zu sein schien, oder treffender: eigentlich abgeschafft hätte werden sollen…)

        • Die Bauern sind, leider, in der Lagerhausstruktur gefangen. Da geht so gut wie kein Alleingang.
          Nicht umsonst spricht man von der grünen Mafia.

  9. Thomas auf Kurs! Alles Gute für heute! Leider unaufschiebbar in Graz, sonst wäre ich aus Solidarität dabei. Sie sind nicht allein und können auf die Unterstützung so vieler zählen, die diese offensichtliche Problemverschiebung nicht tolerieren. Es wird eine gute Lösung geben. Wenn nicht sofort, dann mittelfristig.

  10. Guten Morgen zusammen!
    Mein Montagmorgen ist grade etwas grauer geworden…

    „Die Welt ist so schön bei allem Graus und wäre noch schöner, wenn es keine Schwächlinge und Feiglinge auf ihr gäbe.“
    ―Rosa Luxemburg

    „Die wirkliche Politik ist klein, grau, hässlich und schweißtreibend.“
    ―Wolfgang Thierse

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