Strafanzeige gegen ÖVP-Großspender Alexander Schütz

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat gegen den scheidenden Aufsichtsrat der Deutschen Bank, Alexander Schütz, im Zuge der Wirecard-Affäre Strafanzeige gestellt.

Wien/Aschheim/Frankfurt, 19. April 2021 | Paukenschlag in der Wirecard-Affäre: die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat gegen das Noch-Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank, Alexander Schütz, wegen seines Handels mit Wirecard-Papieren Strafanzeige gestellt. Das bestätigte laut Nachrichtenagentur “Bloomberg” eine Sprecherin der Münchener Staatsanwaltschaft, bei der die Anzeige eingegangen ist. Die Staatsanwaltschaft müsse nun zunächst prüfen, ob sie für die Anzeige zuständig ist, sagte die Sprecherin. Schütz, für den die Unschuldsvermutung gilt, ist österreichischer Staatsbürger und lebt in Wien. Der Vorstand des Wiener Vermögenswalters C-Quadrat spendete 2017 und 2018 insgesamt 85.000 Euro an die ÖVP.

Ein Coup, der zum Albtraum wurde

Eine Bafin-Sprecherin wollte den Vorgang nicht kommentieren, während ein Vertreter von Schütz zunächst nicht erreichbar war. Bloomberg hatte im Jänner berichtet, dass die Bafin Wertpapier-Transaktionen von Schütz im Zusammenhang mit der Wirecard untersuche. Die Geschäfte sollen unter anderem Optionen auf Wirecard-Aktien betroffen haben und fanden in zeitlicher Nähe zum April 2019 statt, als die SoftBank Group Corp. bekanntgab, in das Unternehmen investieren zu wollen.

Der mögliche Einstieg der SoftBank galt damals als Coup des mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleisters rund um die Ex-Chefs Markus Braun (ebenfalls ÖVP-Großspender) und Jan Marsalek. Beide sind Österreicher. Braun sitzt in Deutschland in U-Haft, während Marsalek flüchtig ist – er wird per internationalem Haftbefehl gesucht. Schütz hatte Braun mit Blick auf die Wirecard-kritischen Berichte der “Financial Times” geraten: “Mach diese Zeitung fertig”. Die Aussage wurde Schütz zum Verhängnis: „Ich habe mich dazu entschieden, den Aufsichtsrat der Deutschen Bank zur nächsten Hauptversammlung zu verlassen“, so Schütz am 10. März.

(red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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