Rabensteiner

Es ist Liebe

„Gegen all euer Leiden verschreibe ich euch Lachen“, sagte der französische Arzt und Humanist François Rabelais. Die wöchentliche Dosis Medizin verabreicht Fritz Rabensteiner.

Wien, 17. Juni 2021 |

Ludwig: „Kennts es zwa Voikoffer endlich mit der Streiterei aufhören? Des gfreit nur die anderen Parteien und den Boulevard. Wir ham scho mehr Austritte ois die katholische Kirchn. Do hot kana wos davon.“

Doskozil: „I schon. I kaun die Funsn nämlich net leiden.“

Ludwig: „Oiso bitte, Dosko. Funsn derf ma jetzt wirklich net sogn. Blunzn vielleicht. Des gangert.“

Rendi-Wagner: „Einen anderen Ton, meine Herren. Ich muss doch sehr bitten. Nur wegen mir sind wir ganz knapp an der ÖVP dran. Der Dosko ist doch nur ein Hitzebläschen auf dem Gesäß der SPÖ.“

Doskozil: „Daun sog hoit a Wimmerl am Oarsch, damit di wenigstens a poa Genossen vastengan.“

Ludwig: „Gnihihihihi.“

Rendi-Wagner: „Auf dein Niveau begeb’ ich mich nicht.“

Doskozil: „Warat oba besser. Oda glaubst wirklich, du kenntast amoi Bundeskanzlerin wern? Wer soll bei dir a Kreuzerl mochn? Bevor a ÖVPler dir sei Stimm gibt, frisst er den Zettel auf. Aus den eigenen Reihen host nur mehr Pensionisten, a poa hysterische Weiber…..”

Ludwig: „Gnihihihihi.“

Doskozil: „…und die Bobos. Vielleicht kriagst von den Grünen a poa Stimmen, weil die auf die eigene Partei ang‘fressen san. Oba des gleicht bestenfalls den natürlichen Abgang bei den Pensionisten aus. Die NEOS kennan mit dir nix anfangen und bevor a FPÖler Rendi-Wagner ankreuzt, hängt er sie liaba auf.“

Ludwig: „Eigentlich is ma jo wurscht, oba warum bist du nur so verbittert?“

Doskozil: „Des kaun i da sogn. Sie losst ka andere Meinung gelten. Ständig korrigiert sie mi. Deshoib hot‘s am Parteitog a nur 75% kriagt.“

Rendi-Wagner: „75,3%, lieber Hans Peter. 75,3.“

Doskozil: „Bitte sehr, do hammas. Genau des man i damit.“

Rendi-Wagner: „Was es wiegt, das hat es. Wir müssen da schon korrekt bleiben. Das erwarten die Wählerinnen und Wähler auch von uns.“

Doskozil: „Irrtum, gnä Frau. Die erworten von der SPÖ gaunz was anderes. Soziale Gerechtigkeit, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, leistbares Wohnen, 4-Tage-Woche, Abschiebung straffälliger Asylwerber und so weiter und so furt. Und net die frühere Einbürgerung oder die Gender-Sternderl.“

Ludwig: „Des Gendern geht ma sowas auf die Nerven. Erst unlängst hob i g’sogt, die Weiber kennan mi olle…“

Doskozil: „Gnihihihihi.“

Rendi-Wagner: „Über genau diese Themen halten wir jeden Montag ein Brainstorming ab. Grosso modo müssen die Erfolge Kreiskys unsere Benchmark sein. Das ist natürlich eine Challenge, aber erst gestern haben wir beim Lunchdate…..“

Doskozil: „Brainstorming. Grosso modo. Benchmark. Challenge. Lunchdate. Waunst des im Wahlkampf so erzählst, daun san des mindestens 100.000 Stimmen.“

Rendi-Wagner: „Glaubst du wirklich, das würde 100.000 Stimmen mehr bringen?“

Ludwig: „I glaub, er mant 100.000 weniger. Is oba eh scho wurscht. Hauptsoch, wir bleibn zwastöllig.”

Doskozil: „Sie soll in Zukunft a mei Meinung gelten lossn. Des muass in aner Partei wia da SPÖ doch möglich sein. Und sie soll mi net ständig korrigieren.“

Ludwig: „Kaunst du des dem Dosko versprechen? Bitte. Und daun vertrogst euch wieder.“

Rendi-Wagner: „Also gut. Der Partei zuliebe werde ich ihn künftig nicht mehr korrigieren.“

Doskozil: „Danke. Dein Wort in Gottes Gehörgang. I hob ma des jetzt genau ang’schaut. Du bist seit 965 Tagen Parteivorsitzende….“

Rendi-Wagner: „Seit 966 Tagen, lieber Hans Peter. 966.“

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Titelbild: APA Picturedesk

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