Widerruf Benko

EU baut globale Macht aus

300 Milliarden für Mega-Investitionsprojekt

Mit einem gewaltigen Investitionspaket will die EU ihren weltweiten Einfluss erhöhen. Die Maßnahme versteht sich auch als Reaktion auf die aggressive globale Expansion Chinas.

Wien/Brüssel, 01. Dezember 2021 | „Global Gateway“ nennt sich das 300 Milliarden schwere Investitionspaket, das die EU heute, Mittwoch, vorstellen will. Mit dem Geld sollen vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer auf dem afrikanischen Kontinent modernisiert werden. Von der Errichtung von grünen Transportwegen, sowie von Energie- und Datentechnologien war im Vorfeld die Rede.

Neue Partnerschaften

Mit dem „Global Gateway“-Programm soll die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern intensiviert werden. Die EU-Gelder seien dazu da, aufstrebende Staaten aus Afrika nachhaltig in ihren Modernisierungsbestrebungen zu unterstützen. Dadurch sollen etwa afrikanische Staaten diplomatisch enger an die Union gebunden werden. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass das Projekt nicht als neuartige Form der Kolonialisierung verstanden sein will. „Wir wollen neue Verbindungen schaffen, keine Abhängigkeiten“, sagte sie.

Gegen Chinas Expansion

Gänzlich neutral ist „Global Gateway“ dennoch nicht. In den Führungsetagen der Europäischen Kommission verfolgt man mit dem Hammerbudget ein klares Ziel: Die Eindämmung chinesischer Expansionspolitik.

Besonders die neue Seidenstraße ist den Europäern ein Dorn im Auge. Das gigantische Infrastrukturprojekt Chinas verbindet die Volksrepublik in Zukunft via Straße und Schiene mit Europa. Dadurch gelangen chinesische Exporte leichter nach Mittelasien und Europa. Doch China denkt nicht nur an eigene Exporte. Im letzten Jahrzehnt hat man in Reich der Mitte massiv in den Zugang zu Ressourcen in Entwicklungsländern investiert. Seltene Metalle wie etwa Lithium, Kupfer und Gold in Afrika befinden sich zunehmend in chinesischer Hand. Von der Leyen mahnte daher die Priorität der strategischen Investitionen ein, schließlich will Europa mit „Global Gateway“ seine weltweite Macht ausbauen. „Es macht keinen Sinn für Europa eine perfekte Straße zwischen einer Kupfermine in chinesischem Besitz und einem Hafen in chinesischem Besitz zu bauen“, so von der Leyen. Wert soll nicht zuletzt auf Nachhaltigkeit gelegt werden. So setzt sich die EU das Ziel, grüne Technologien in Afrika zu unterstützen.

Das Budget betreffend kann man mit Chinas Seidenstraße nicht konkurrieren. Deren Investitionssumme wird auf über eine Billion Dollar geschätzt. In Afrika könnte man mit strategisch eingesetzten 300 Milliarden Euro jedoch zukunftsweisende Partnerschaften gewinnen und China entscheidend ausstechen.

(dp)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

24 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare
[gelöschter User]
2. 12. 2021 18:42

‘EU baut globale Macht aus’ …. huuuuuh. Jetzt bin ich aber beeindruckt.

Mit dieser (aus D entsorgten) Flasche an der Spitze….

Solange jeder MS seine ohnehin schon unterdurchschnittlichen Politker in die EU entsorgt, wird das nix mehr werden…

Kalle
2. 12. 2021 14:36

Klingt zunächst nicht schlecht – jetzt kommt es aber auf die Umsetzung an. Wenn man wirklich Synergien in Afrika erzeugen kann und China in bestimmten Bereichen ausbooten kann, warum nicht. Insgesamt ist die EU schließlich wirtschaftlich deutlich stärker als China

plot_in
2. 12. 2021 1:45

Ich habe den Eindruck, dass diesbezüglich bei den wichtigsten Regierungschefs im Europäischen Rat und in der EU-Kommission Einigkeit herrscht, damit drücke ich eine Hoffnung aus. Die neue deutsche Regierung will D ein neues Geschäftsmodell geben. Ausrollen von Grüner Energie. D will es der Welt vormachen, wie es geht: Legistisch (es wird Massen an Gesetzen brauchen), organisatorisch (wann was ausrollen?), technologisch (Geld für die Verfeinerung der Technologien) und Bürgerbeteiligung (durch dezentrale Energiebereitstellung). Danach will D all das in der Welt verkaufen.

Da passt der Überbau der EU-Kommission dazu. Umgekehrt: Der Ampel-Plan passt da hinein.

Sprich: Mit der Umgestaltung der Energiewirtschaft wird versucht werden über die legistische Schiene demokratische Verfahren in der Welt zu implementieren. Da ist Afrika und Südamerika sicher das Hauptfeld. Man darf nicht vergessen, dass fossile Energie mit Großindustrie gekoppelt ist, die selbst Diktaturen sind.

Spassvogel
1. 12. 2021 23:34

Alles leeres Geschwätz von Uschi. Wollte die EU den afrikanischen Staaten helfen, müssten sie nur die Exportsubventionen für die Landwirtschaft dorthin abschaffen. Dank dieser Subventionen können EU-Agrarindustrielle (ich sage absichtlich nicht Bauern) Hühner und v.a. nach Afrika exportieren und die Preise der lokalen afrikanischen Produzenten unterbieten und diese werden so kaputt gemacht. Dazu kommen noch die riesigen Fangschiffe, mit denen die Küsten des afrik. ontinents leer gefischt werden, alles subventioniert. Abholzungen und Bergbau mit Kinderarbeit, Kakaoproduktion mit Kindersklaven, alles seit langem bekannt. Und die EU hat davon stets profitiert und wird weiterhin profitieren. Maul zu Uschi !

Waldecho
1. 12. 2021 22:09

300 Milliarden sind in der großen Welt ein Furz im Wind. Sie brechen aber der maroden EU zusammen mit dem grünen Deal und all den noch geplanten Fußfesseln für das EU-Pack das Genick. Egal, denn bis dahin wirken die Spritzen.

joseph53
1. 12. 2021 20:35

Das ist doch der reinste Komödienstadl.

Wie sollte man mit dem Personal –
von der Leyen, Lagarde, Michel,
Scholz, Baerbock, Harbeck, Heil,
Macron, Draghi, etc. etc.
Schallenberg, Kogler, Linhard …

einen globalen Einfluß erlangen???

Da lachen ja die Hühner – der ganzen Erde.

Alternative:
Wir drehen den Geldhahn komplett zu!

Zuletzt bearbeitet 10 Monate zuvor von joseph53
Prokrastinator
1. 12. 2021 18:54

Ich habe eher das Gefühl die EU will in die Macht über ihre Bürger investieren, weil sie an China sieht, dass man so w-/billigere Arbeitskräfte bekommt….

RLoecker
1. 12. 2021 17:56

Ursula von der Leyen, die Frau, welche als Verteidigungsministerin die Deutsche Bundeswehr kampfunfähig gemacht hat. Eigentlich gebührt ihr dafür der Friedensnobelpreis.

der Beobachter
1. 12. 2021 17:33

Auch wenn man den theoretischen Absichten von Leyen (die in jeder bisherigen Position versagt hat) glauben schenken will, kommt die Initiative um ca. 10-15 Jahre zu spät. Und über die 300 Milliarden Euro beabsichtigten Investitionsmittel, dürfte sich China den Bauch vor Lachen halten und nicht in große Angstzustände verfallen.
Vielmehr ist zu befürchten, dass große Mengen des Kapitals in dunkle Kanäle und einem Verwaltungsdickicht verschwinden werden. Nicht umsonst hat ja die EU in ihrem Haushaltsetat einen eigenen Posten für zu erwartende “Abgänge” in Milliardenhöhe geschaffen. Man stelle sich vor, ein kleiner Gewerbetreibender tätigt so seine Buchführung, ein Besuch der Finanzpolizei mit Anzeige und Gerichtsverfahren wäre die Folge.
Ich freue mich aber schon auf die zukünftige Außenministerin Baerbock, wenn selbige mit afrikanischen Staaten über einen Liefervertrag von Kobold verhandeln wird…
Trotzdem muss es heller werden Österreich!

Andi_H
1. 12. 2021 14:52
der Beobachter
1. 12. 2021 17:22
Antworte auf  Andi_H

Lieber Andi_H, herrlich lustig, wenn die Sache an sich nicht so traurig wäre…
Es muss trotzdem heller werden Österreich!

Dealer
1. 12. 2021 16:21
Antworte auf  Andi_H

Wahrlich treffend und wirlich zu lachen, bis zum Bauchheben vor lauter Schmerzen!
Ja aktuell ist unsere EU wohl noch viel schlimmer als unsere kleine Diktatur.
Da wünschte ich mir ihren Voränger zurück. War zwar auch nicht perfekt, aber zumindest eine zu respektierende Persönlichkeit mit zahlreich sichtbar gewesenen menschlichen Zügen – einfach viel näher bei den Menschen als diese Frau es auch mit größtem Bemühen sein könnte

Dealer
1. 12. 2021 14:39

Ein neuer Korruptionskuchen ist schon wieder ausgelegt.
Gleichzeitig wird dann wohl wieder laufend dazu mit den eigens dafür eingerichteten Behörden laufend ermittelt werden, aber so wie seit dem Bestehen der EU wird hier auch wieder nichts Substantielles dabei rauskommen.

Aber trotzdem fröhliche und gesegnte Weihnachten für diese Nutznieser daraus. Ich meine dabei natürlich nicht die in den betroffenen Gebieten, sondern hauptsächlich die hier involvierten Berater, Zulieferer und Finanzierer.

plot_in
2. 12. 2021 1:59
Antworte auf  Dealer

Ja, das ist zu befürchten. Ich gebe zu bedenken, dass gerade massive Kampagnen gegen Korruption in Europa anlaufen. Das halte ich für keinen Zufall, dass die Ausschüttungsfonds erst nach der neuen europäischen Staatsanwaltschaft für Korruption ins Leben gerufen wurden. Ich hoffe sehr, dass das Problem erkannt wurde. Das wird vor allem die Konservativen in Mark und Bein treffen, weil diese in der EU 40 Jahre lang die Macht untereinander aufgeteilt haben. Die werden nun nicht mehr bedient werden.

Ausschließlich elektrische Energie ist ein Risiko, weil man dann von nur einem Energieträger abhängig sein wird. Darum hat man bisher auf diverse Energieträger gesetzt, der Unabhängigkeit wegen. Dem kann man nur begegnen, wenn man den Strommarkt divers aufstellt. Ich orte vor allem in D mit der Ampel den Zug, hier ganz neue gesetzliche Basis zu schaffen. Wer darf Strom erzeugen und am Markt anbieten? Die Ampel will all das in Europa dann auch legistisch ausrollen. In Europa zuerst, aber nicht nur dort. Wer wird die E-Autos für die Welt bauen? Es wird D sein, da sind sie sich einig.

Wenn also jeder Mieter zum Beispiel zum Stromanbieter wird/werden kann, dann hat auch der Mieter Marktmacht. Die diverse Stromerzeugung wird den Einzelnen mehr faktische Macht in die Hand geben und den Großkonzernen nehmen (Strom von jedem Haushalt selbst produziert, wäre schon 1955 möglich gewesen. Energiekonzerne (große Stromerzeuger, Kohle- Erdölschürfer) haben das abgestellt durch Lobbying und Aufkauf der Photovoltaikfirmen, die es in den 50igern in den USA ja schon gab.).

Mit jeder massigen Geldausschüttung ist die Gefahr der Korruption verbunden. Das müssen wir ernst nehmen und wachsam bleiben. Ich bin sehr dafür.

O_ungido
1. 12. 2021 16:09
Antworte auf  Dealer

Nutznieser hat was 😉

Dealer
1. 12. 2021 16:22
Antworte auf  O_ungido

…vor allem kriegen die bald (wieder) was…

AsNr1
1. 12. 2021 14:38

“EU baut globale Macht aus”

Die EU ist eine globale Macht? Wo denn? Die unfähigen, korrupten und strunzdummen EU-Bürokraten können nicht einmal der Präsidentin einen Stuhl (bei Erdogan) hinstellen, einen Flughafen (Kabul) sichern, die Grenzen schützen, die Mitgliedsstaaten in der Gemeinschaft halten, sich die Schuldenvergemeinschaftung leisten uvam. Davon abgesehen sind 300 Mrd. hochgradig lächerlich.

plot_in
2. 12. 2021 1:34
Antworte auf  AsNr1

Ein belgischer Außenminister sagte vor 30 Jahren: Europa ist wirtschaftlich ein Riese, politisch ein Zwerg und militärisch ein Wurm.

Ich würde die EU nicht als machtlos sehen. Die Strategie geht in Richtung Ausbau wirtschaftlicher Macht. Solange es nicht zu kriegerischen Handlungen kommt, ist Europa auch politisch eine Macht. Von G7 über G20 usw. ist die EU einfach schon zahlenmäßig überlegen. Dies drückt sich auch in den Beschlüssen aus.

Strongsafety
1. 12. 2021 14:31

Wie kann man mit 300 Milliarden globale Macht ausbauen? Die EU ist nicht mehr zu retten. Öxit jetzt.

plot_in
2. 12. 2021 2:00
Antworte auf  Strongsafety

Wenn man es klug macht, dann kann man das. Ein Öxit wird nur uns selbst schaden.

Strongsafety
2. 12. 2021 7:25
Antworte auf  plot_in

Warum genau?

Kalle
2. 12. 2021 14:34
Antworte auf  Strongsafety

Weil vernetzte Wirtschaftssysteme vor allem für Industrienationen wie Österreich essentiell sind. Und weil wir alle unsere Verhandlungsmacht verlieren, wenn wir aus der EU aussteigen. Wenn wir unsere Industriegüter plötzlich über Zölle verkaufen müssen schauts schlecht aus

amour
1. 12. 2021 16:34
Antworte auf  Strongsafety

Hmm…langsam tendiere ich auch in diese Richtung..

accurate_pineapple
1. 12. 2021 14:36
Antworte auf  Strongsafety

Noch mehr Umverteilung von unten nach oben……
Irgendein Politiker hat die Forderung nach einer EU Steuer für alle gefordert um die Kosten der Krise zu reduzieren…..