Montag, März 4, 2024

»Setz dich ab, solange es geht!« – Wehrschütz flieht aus Kiew

»Setz dich ab, solange es geht!«

ORF-Korrespondent in der Ukraine Christian Wehrschütz berichtete im Morgenjournal um 8:00 Uhr, dass er Kiew verlassen werde. Freunde aus dem Bundesheer hatten ihm geraten: „Setz dich ab, solange es geht!“

 

Kiew, 01. März 2022 | Zwischen 7:00 Uhr und 8:00 Uhr veränderte sich am Dienstag die Lage für ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz in Kiew für die Zuhörer des Ö1-Morgenjournals spürbar. Zeigte er sich im Morgenjournal bei einer Schaltung um 7:00 Uhr noch relativ entspannt über die relativ ruhige Nacht in Kiew, berichtete er eine Stunde später, bei einer neuerlichen Zuschaltung, dass er sich nun auf dem Weg aus der ukrainischen Hauptstadt machen werde.

“Setz dich ab, solange es geht”

Er habe sich auf Rat von befreundeten Bundesheermitgliedern, trotz des inneren Zwiespalts zwischen Berichterstattung und Sicherheit, dazu entschieden, Kiew zu verlassen. Seine Freunde hätten ihm geraten: „Setz dich ab, solange es geht“. Der drohende russische Großangriff auf die Hauptstadt dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ein humanitärer Korridor soll den sicheren Ausweg aus Kiew am Dienstagmorgen erlauben. Laut Wehrschütz sei bereits in den vergangenen Tagen eine „totale Abwanderungsbewegung“ bemerkbar gewesen. Kiew ähnle einer Geisterstadt.

Wehrschütz will weiter berichten

Während der 8:00 Uhr-Schaltung des Ö1-Morgenjournals befand sich Wehrschütz noch in der österreichischen Botschaft in Kiew und packte seine Koffer. Währenddessen hatte ein Großteil der Angestellten der Botschaft diese bereits verlassen. Zum Zeitpunkt, als Wehschütz sich noch in der Botschaft befand, war laut seinen Aussagen nur mehr eine Mitarbeiterin der Botschaft, sowie die Sicherheitsleute anwesend. Die Botschaft werde in westlichere Regionen in der Ukraine verlegt. Wehrschütz will weiter aus der Ukraine berichten.

(bf)

Titelbild: screenshot/youtube

Benedikt Faast
Benedikt Faast
Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.
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5 Kommentare

  1. Leider geht er nun doch nicht,sondern ist wieder zurück gefahren,sein Team wollte bleiben und seine Frau hat gesagt,er darf,also leider,bleibt er dort.

    Verstehen muß ich es nicht,schon gar nicht seine Frau 🙁

  2. Es kann gut sein, dass Putin in der Ukraine eine ähnliche Militärstrategie verfolgt wie seinerzeit Franco. Widerstände wurden nicht schnell aus dem Weg geräumt. Sondern sehr langsam. Er machte alles dem Boden gleich. Es ging Franco darum, Widerständler vollkommen auszurotten. So wurden Städte dem Erdbodengleich gemacht. Man denke an Grosny, da war es auch so.

    Insofern ist verständlich, dass man flieht. Es wird leider kommen.

    Putin muss weg.

    • Ein offensichtlich paranoider, persönlich gekränkter Diktator bringt den Krieg in Europa zurück.
      Ich hoffe er wird sich dafür verantworten müssen.

    • Wenn man sich das Gesicht von Wehrschütz angeschaut hat,hat man gesehen,er will bleiben,aber er hat Angst und das ist nur allzu verständlich,ich wollte ihm immer zurufen,bitte hau ab,so schnell du kannst,es nützt nichts,man muß nicht den Helden spielen,nur damit wir hier grauenhafte Berichte zu sehen bekommen,ich hoffe,daß alle Berichterstatter so schnell wie möglich in Sicherheit kommen,es ist ein Beruf,der einfach schlimm ist,ich weiß,jeder entscheidet sich selber dafür,aber man darf auch sagen,so ich kann nicht mehr,ich hoffe ich komme so schnell wie möglich weg. Möge es ihm und vielen Menschen gelingen,jedes sinnlose Opfer und es werden sehr,sehr viele werden ist eines zuviel.

      Putin kann nur von seinem “engsten” Kreis aus dem Weg geräumt werden,man kann nur hoffen,daß es schneller geht,als er denkt,denn er dreht nun vollkommen am Rad,aber vollkommen,man kann auch nicht mehr mit ihm reden,bei dem sind alle Sicherungen durchgebrannt und da er sich versteckt hält,wird es nur sein engster Kreis schaffen,diese Sache zu erledigen.

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