Mittwoch, Juni 19, 2024

Doch Sanktionen auf russisches Öl?

Das ist ein Unterüberschrift

Ausgerechnet die wichtigsten Einnahmequellen Russlands – Öl- und Gaslieferungen – sind bisher von westlichen Sanktionen ausgenommen. Das könnte sich bald ändern, deutet US-Außenminister Blinken an.

Washington/Brüssel/Moskau, 07. März 2022 | Gegen erheblichen Widerstand einiger EU-Staaten – darunter Österreich – schloss die Union am Mittwoch einige russische Banken aus dem internationalen Zahlungsverkehr via SWIFT aus. Doch ausgerechnet jene Banken, über die Europa Gas und Öl aus Russland kauft, blieben ungeschoren. Das könnte sich ändern, sagte US-Außenminister Blinken am Sonntag bei NBC “Meet the Press”. Die USA würden mit der EU über einen Lieferstopp für russisches Öl verhandeln.

Berlin und Wien bremsen

Die größten russischen Banken, Gazprombank und Sberbank, deren Europatochter ihren Sitz in Wien hat, können bisher normal am internationalen Zahlungsverkehr teilnehmen. Über diese Banken wickeln EU-Staaten ihre Zahlungen für russisches Erdgas und Erdöl ab. Allein für Gas überwies die EU im Februar jeden Tag über 200 Millionen Euro nach Russland. Putins Staat verdient gut an den steigenden Öl- und Gaspreisen. In Deutschland fordert die CDU einen sofortigen Stopp der Gaslieferungen. Doch die Regierung in Berlin zögert. Auch Österreich steht auf der Bremse. Wir müssten “sicherstellen, dass bei uns nicht die Lichter ausgehen”, sagte Verfassungsministerin Karoline Edtstadler im ORF.

Westliche Energiekonzerne ziehen sich derweil schrittweise aus dem Russlandggeschäft zurück. Das betrifft auch die OMV, die ihr Engagement in einem russischen Erdgasfeld aufgiebt. Deshalb, und weil die Pipeline Nordstream 2 auf Eis liegt, wird die OMV bis zu 1,8 Milliarden Euro abschreiben müssen. Auf russische Gaslieferungen hat das keinen unmittelbaren Einfluss. Die OMV hat Lieferverträge für die nächsten Jahrezehnte abgeschlossen und Stand jetzt vor, sie auch zu erfüllen.

Die Ukraine fordert den Westen indes auf, auf russische Rohstoffe zu verzichten. Das Gas und Öl aus Russland würden “nach ukrainischem Blut riechen.”

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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