Freitag, Juni 14, 2024

Putin will Ukraine jetzt noch heftiger bombardieren lassen

Russlands Diktator Wladimir Putin lässt seine Truppen jetzt noch heftiger Krieg führen. Am Samstag gab es Ziele im Nordosten und Südosten des Landes. Nach ukrainischen Angaben gab es mehrere Tote und Verletzte.

Kiew/Moskau, 16. Juli 2022 | Experten sind sich einig: Der Krieg wird immer härter und könnte sehr lange andauern. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat bei einer Inspektion der am Ukraine-Krieg beteiligten Truppenteile eine Ausweitung der Angriffe auf das Nachbarland befohlen.

Bereits zuvor hat der ukrainische Generalstab mitgeteilt, dass die russischen Streitkräfte nach einer Umgruppierung ihrer Kräfte die Angriffe im Osten des Landes wieder verstärkt hätten. Ziele waren am Samstag unter anderem Tschuhujiw im Nordosten und Nikopol im Südosten des Landes.

Propaganda-Termin von Putins Kriegsherr

Nach ukrainischen Angaben gab es mehrere Tote und Verletzte. “Nach Anhörung (des Lageberichts) hat der Chef des russischen Verteidigungsministeriums die nötigen Anweisungen zur Ausweitung der Aktivitäten der Heeresgruppen in alle Angriffsrichtungen gegeben, um dem Kiewer Regime die Möglichkeit zu nehmen, weiter massive Artillerie- und Raketenangriffe auf Infrastruktur und Zivilisten im Donbass und in anderen Regionen durchzuführen”, teilte das russische Verteidigungsministerium Ministerium am Samstag mit.

Es ist die zweite Inspektion der russischen Einsatzkräfte in der Ukraine durch Schoigu. Die erste fand Ende Juni statt. Bei der jetzigen Propaganda-Veranstaltung zeichnete der russische Verteidigungsminister zwei hochrangige Generäle aus, unter anderem den Chef der Heeresgruppe “Zentrum”, Generaloberst Alexander Lapin, der als mit federführend für die Eroberung des Ballungsraums Sjewjerodonezk – Lyssytschansk im Donbass durch moskautreue Truppen gilt.

Tödlicher Luftangriff

Bei dem Luftangriff auf Tschuhujiw in der Region Charkiw seien drei Menschen getötet worden, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Unter ihnen sei eine 70-jährige Frau. Zudem seien drei Menschen verletzt worden. Ein Wohngebäude, eine Schule und ein Geschäft seien beschädigt worden. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach möglichen weiteren Opfern, schrieb Synjehubow.

In Nikopol wurden nach Angaben des dortigen Rettungsdienstes und des Regionalgouverneurs zwei Menschen getötet. Die Toten seien unter den Trümmern von getroffenen Gebäuden gefunden worden. Der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Valentyn Resnitschenko, teilte mit, die russischen Streitkräfte hätten 53 Raketen vom Typ Grad auf Nikopol abgefeuert.

Auf Telegram schrieb Resnitschenko zudem, am späten Freitagabend hätten russische Raketen die Stadt Dnipro getroffen, die rund 120 Kilometer nördlich von Nikopol liegt. Dabei seien drei Menschen getötet und 15 verletzt worden. Raketen seien in eine Industrieanlage und eine Straße daneben eingeschlagen. Aufnahmen in den sozialen Medien zeigten dicken schwarzen Rauch, der aus den Gebäuden aufstieg, und brennende Autos.

Luftalarm im ganzen Land

Am Freitagabend war im ganzen Land Luftalarm ausgelöst worden. In sozialen Netzwerken kursierten Videos und Fotos, die fliegende Raketen und Rauchwolken etwa in der südöstlichen Großstadt Dnipro zeigen sollen. Der Gouverneur des zentralukrainischen Gebiets Poltawa, Dmytro Lunin, bestätigte Explosionen in Krementschuk. Eine weitere Rakete wurde laut dem Odessaer Militärgouverneur Maxym Martschenko über dem südukrainischen Gebiet abgeschossen. Details zu möglichen Opfern und Zerstörungen waren noch nicht bekannt.

Präsident Wolodymyr Selenskyj rief die Bürger zur Wachsamkeit auf. Zugleich warnte er Moskau, dass der bereits seit fast fünf Monaten andauernde Krieg auch in Russland nicht folgenlos bleiben werde. Selenskyj sieht auch die russische Gesellschaft angesichts des Kriegs gegen sein Land für Jahrzehnte geschädigt. Die Ukraine werde sich “Menschlichkeit und Zivilisation” bewahren, sagte er in der Nacht auf Samstag in seiner Video-Ansprache.

Zerstörte Bildungseinrichtungen würden wieder aufgebaut, versprach er. “Aber die russische Gesellschaft mit so vielen Mördern und Henkern wird für Generationen verkrüppelt bleiben – und zwar aus eigener Schuld.” Angesichts neuer Angriffe auf mehrere Regionen am Abend appellierte Selenskyj einmal mehr an seine Landsleute, Luftalarm nicht zu ignorieren.

(red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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