Dienstag, Juli 23, 2024

ÖVP tritt in Tirol nicht als ÖVP an – Liste „MATTLE“

Liste „MATTLE“

Angesichts der desaströsen Umfragewerte wird die ÖVP Tirol kreativ – und tritt als Liste „MATTLE“ an. Das könnte an der ausbaufähigen Bekanntheit des Spitzenkandidaten liegen, aber auch an Kanzler Nehammer. Der bekam jüngst „Tirol-Verbot“.

Innsbruck, 05. August 2022 | Bei der ÖVP Tirol herrscht Nervosität, die Umfragewerte waren zuletzt desaströs. Laut jüngster Umfrage von „Imad“ würde man bei einer Landtagswahl satte 15 Prozentpunkte im Vergleich zu 2018 einbüßen und stünde bei knapp unter 30 Prozent. Es droht ein Wahl-Debakel. Von den 44 Platter-Prozent kann ÖVP Tirol-Boss Anton Mattle derzeit jedenfalls nur träumen.

Bislang unbekannter Spitzenkandidat

Jetzt setzt man auf Methoden aus der Kurz-Zeit. In den Sozialen Medien kursiert der Wahlzettel für die kommende Landtagswahl im September. Darauf ist aber kein Volkspartei-Kürzel zu finden, dafür der Name des Spitzenkandidaten in fetten Lettern: „MATTLE – Anton Mattle Tiroler Volkspartei“.

In der „Krone“ wird genüsslich über die Hintergründe spekuliert. So ist Mattle laut „Imad“-Umfrage im Auftrag der Tiroler „Krone“ nur auf Platz 4 der antretenden Partei-Alphas. Nur 78 Prozent ist der Name Mattles ein Begriff. Am bekanntesten ist FPÖ-Mann Markus Abwerzger (87 Prozent), es folgen SPÖ-Chef Georg Dornauer (84) und der Grüne Spitzenkandidat Gebi Mair (80).

ÖVP könnte Probleme bekommen

Hinzu kommt auch, dass die Tiroler ÖVP offenkundig keine Lust auf Bundeskanzler Karl Nehammer hat. Der hat jüngst „Tirol-Verbot“ erteilt bekommen. Mattle, der Nehammers „Alkohol und Psychopharma“-Aussage kritisierte, lädt Nehammer nicht zu Wahlkampfveranstaltungen nach Tirol ein. Ein ordentlicher Dämpfer für den Kanzler, der an die scheibchenweisen Distanzierungen aus den Ländern gegenüber Sebastian Kurz vor dessen Rücktritt erinnert.

Dass man in der schwarzen Hochburg nun als Liste „MATTLE“ antritt, könnte indes noch Probleme bereiten. Denn die Reihung der Parteien auf dem Stimmzettel orientiert sich an der Stimmenstärke der letzten Wahl. Hier wiederum orientiert man sich an den Partei-Namen der auf der letzten Wahl eingereichten Zettel. Und da trat die ÖVP auch als solche an.

Das Land Tirol lässt bis 10. August ein Mängelbehebungsverfahren zu, fehlerhafte Wahlvorschläge können so noch ergänzt werden. „Zudem können bis zum 8. August 2022 Wahlvorschläge auch wieder zurückgezogen werden oder einzelne WahlwerberInnen verzichten“, heißt es weiter. So weit, dass die ÖVP gar nicht antritt, wird es dann wohl doch nicht kommen.

(wb)

Titelbild: APA/EXPA/JFK/picturedesk.com

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