Donnerstag, April 25, 2024

Gesichter essen laut Studie geschmacklich unbeliebt

Warum Menschen Essen mit Gesicht zwar gerne kaufen, aber ungern verschlingen und was der Biss in ein Schoko-Gesicht über unseren Charakter aussagt: Eine neue Studie aus Innsbruck stellt Theorien auf.

Innsbruck/Wien, 22. August 2022 | Wer kennt sie nicht: die berühmte “Bärchenwurst” oder grinsende Schoko-Smarties. Industrie und Marketing versehen Produkte gerne mit Gesichtern, besonders, um Kinder als Zielgruppe leichter zu erreichen. Schließlich belegen zahlreiche Studien, dass sich die Vermenschlichung positiv auf Produktbewertung und Kaufwahrscheinlichkeit auswirkt. Aber: Eine im “Journal of Consumer Psychology” veröffentlichte Studie der Uni Innsbruck zeigt nun in mehreren Befragungen und Experimenten, dass Konsumenten zwar gerne vermenschlichte Lebensmittel wie Schokolinsen mit Gesicht oder Lebkuchenmänner kaufen, sie aber nur ungern essen.

Ganze Marketing- und Werbekonzepte beruhen auf dem sogenannten “Anthropomorphismus”, etwa bei mit menschlichen Zügen versehenen Schokolinsen oder -eiern, Chips, Kroketten, und mehr. Sie stützen sich auf zahlreiche Untersuchungen, die den verkaufsfördernden Effekt von vermenschlichten Produkten belegen.

Tiroler Forscher begab sich auf Gesichts-Essens-Mission

Marketing-Experte Roland Schroll vom Department of Strategic Management, Marketing and Tourism der Universität Innsbruck sagte zur APA: “Ich persönlich will nicht in etwas reinbeißen, wo ein Gesicht drauf ist.” Aus diesem Grund hat er begonnen, das Phänomen näher zu untersuchen.

In mehreren Befragungen und Experimenten, die Schroll in den USA und Österreich durchgeführt hat, erfasste er die Reaktion von Konsumenten auf Lebensmittel mit menschlichen Zügen. Er zeigte dabei, dass Verbraucher diese nicht so gerne essen. “Wenn Produkte vermenschlicht werden, dann schreiben wir ihnen menschliche Eigenschaften zu und verleihen ihnen die Fähigkeit, Schmerz zu empfinden”, sagte Schroll. Sie zu essen, erscheine damit unmoralisch.

Apfel-Experiment

Gleich mehrere Studien führte er mit vermenschlichten und normalen Äpfel durch. So berichteten Versuchsteilnehmer, dass sie weniger Lust hatten einen Apfel zu essen, nachdem sie zuvor Werbung mit einem Apfel mit Gesichtszügen gesehen hatten. Sie würden zudem dann auch den Apfel weniger genießen. Wurden anderen Probanden Schokolinsen mit und ohne Gesicht darauf angeboten, griffen sie eher zu jenen ohne Antlitz.

Lebkuchenmann oder Lebkuchenbaum?

In einem weiteren Experiment wurden die Versuchsteilnehmer gebeten, sich einen Weihnachtseinkauf vorzustellen, wobei sie die Wahl zwischen einem Lebkuchen in Form eines Tannenbaums und einer menschlichen Figur hatten. Dabei zeigte sich, dass die Leute eher den Lebkuchenmann kaufen würden. Wurden den Probanden aber tatsächlich die Lebkuchen in diesen beiden Formen vorgesetzt, griffen sie lieber zum Baum.

Biss ins Gesicht zeigt Charakter

Diese Effekte zeigten sich primär bei Personen, die sich eher als “warmherzig” einstuften. Jene, die sich als “kaltherzig” einschätzten, hatten hingegen weniger Probleme mit dem Biss in Lebensmittel mit Gesicht.

Die 2015 veröffentlichte Studie, welche Schrolls Interesse an diesen Fragen geweckt hat, wurde in Südkorea durchgeführt. Deshalb hat er in weiteren Experimenten, die nicht Teil der aktuellen Veröffentlichung sind, gezeigt, dass das Phänomen auch abhängig vom Kulturkreis ist. In asiatischen Kulturen würde sich die Vermenschlichung positiv auf den Konsum auswirken, im Westen eher negativ, betonte er.

(apa/red)

Titelbild: APA Picturedesk

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11 Kommentare

  1. Esskultur an sich ist ein Set an kulturell vermittelten Praktiken und Einstellungen; selbige sind symbolisch aufgeladen sowie historisch überliefert und unterliegen dabei vielerlei Einflüssen wie sozioökonomischen Faktoren, Religion etc…
    Viele Speisen werden von den Individuen mit Erinnerungen, Erfahrungen, Bedeutungen und Wertigkeiten besetzt: Das Speisensystem wird so emotional überformt und in gemochte und nicht gemochte Speisen unterteilt.
    Gegenwärtig besteht ein “Fleckerlteppich” an verschiedenen Essstilen im europäischen Raum. Zwar sind vor allem bei unter 30-Jährigen besonders gesundheitsbewusste Ernährungsweisen verbreitet, jedoch sind traditionelle und teilweise auch gesundheitlich riskante Essgewohnheiten genauso vorhanden und folgen einer kulturellen Eigenlogik.
    In Krisensituationen wie z. B. Krankheiten, werden im Zuge der Erosion der Strukturen des Alltags auch die der Mahlzeitensysteme aufgelöst. Dies zeigt sich beispielsweise im Verschwinden fester zeitlicher Mahlze

    • itenstrukturen. Im Zuge individueller Sinnsuche und Lösungsversuche bietet sich während Lebenskrisen die Möglichkeit einer gesundheitsbewussten Neuausrichtung, jedoch auch der Beharrung auf bestimmten, oft gesundheitlich weniger ratsamen Konsummitteln und Produkten, wobei Letzteres aufgrund der emotionalen Bindung als wahrscheinlicher erscheint.
      Experimentelle Untersuchungen im Hinblick auf verschiedene Emotionen in ihrer Wirkung auf das Essverhalten sind kaum vorzufinden. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich Emotionen in ihrer kognitiven, motivationalen und behavioralen Komponente unterscheiden, ist selbiges umso beeindruckender.
      Schon vor hundert Jahren machte sich Friedrich August Edler von Hayek, ein österreichischer Ökonom und Sozialphilosoph darüber Gedanken. Hayek war ein Theoretiker des Neoliberalismus und zählt zu den wichtigsten Denkern des Liberalismus im 20. Jahrhundert. Selbiger erhielt auch einige lukrative Aufträge aus der Wirtschaft, um eine Verkaufsoptimierung von Produkten zu erforschen.
      Hayek drehte den Spieß um und entwarf unter Einbeziehung oben angeführter Parameter Theorien und Methoden die uns Konsumenten suggerieren sollten, was wir eigentlich benötigen und in weiterer Folge zu erwerben haben…
      Es muss immer heller werden!

      • Lieber Beobachter, bei Reisen sich auf die verschiedenen Essstile einzulassen, ist immer wieder ein Abenteuer und eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung der individuellen Präferenz. Generell ist es wichtig, sich der Nahrungsaufnahme mit einer gewissen Dankbarkeit zu widmen, viele Menschen auf diesem Planeten sind nicht in dieser glücklichen Situation. Ein wichtiger Aspekt ist weiters der Genuss! Man isst auch mit dem Auge hat schon was für sich. Zur Esskultur generell: verschlingen oder zelebrieren ist der Persönlichkeit geschuldet, diese Unterschiede merkt man ja auch in anderen Lebensbereichen… Und ein wichtiger Aspekt zum Schluss: Ein gutes Essen mit einem lieben Menschen (selbst gezaubert oder im Resti) oder ein geteiltes Sandwich im Zug mit einem unbekannten, kurzzeitigen Weggefährten erzeugt Nähe und Vertrautheit, an die man sich gerne erinnert. Essen ist für mich mehr als Nahrungsaufnahme.

        • Liebe Summa summarum, alles was Sie erwähnten kann ich nur vollinhaltlich bestätigen, unterstreichen und unterstützen.
          Ich habe vor ca. einer Stunde meine drei obligaten Teller Linguine verspeist. Selbige benötige ich täglich, viel Energie benötigt viel Kraftstoff. Natürlich darf man auch die Tatsache nicht außer acht lassen, dass jeder Mensch einen eigenen Ernährungskosmos mit speziellen Vorlieben und Bedürfnissen bildet. Die Kunst (wie den Sinn im Leben zu erkennen und zu finden) besteht darin, in den eigenen Corpus zu hören und zu verstehen, was er will und benötigt. Die Kulturgeschichte der Nahrungsaufnahme ist eine sehr lehrreiche und spannende,

          Ein Mann kann mit einem Wurm fischen, der von einem König gegessen hat, und essen von dem Fisch, der den Wurm verzehrt hat.
          William Shakespeare

          Ich wünsche Ihnen einen schönen und erfolgreichen Tag liebe Summa summarum, meiner geht langsam zu Ende, die Bettstatt ruft…
          Auf dass es heute wieder ein bisschen heller werden möge!

          • Sie, lieber Beobachter, und Shakespeare haben es erkannt 🙂
            Angenehme Nachtruhe!

  2. Gute Geschäftsidee.
    Es wird ständig gekauft, aber nicht gegessen und damit wohl noch mehr gekauft?
    Die CO2 Bilanz ist da vielleicht dann ein wenig schlechter?

    • Ich finde den Artikel komisch. Schokohasen und Schokoweihnachtsmänner habe ich ohne einen Gedanken zu verschwenden von Kopf bis Fuß aufgegessen. Wurst mit Gesicht gibt es eh nur zu allen “heiligen” Zeiten. Wurst kauf ich nicht.
      Als eine Vegetarianerin mir erklärte alles was Augen hat isst sie nicht und nebenbei einen Steckerlfisch gegessen hat, habe ich nur mehr geschaut.

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