Samstag, Juni 15, 2024

ZackZack-Tor – Bundesliga ging in die fünfte Runde

ZackZack-Tor

Am Wochenende ging die fünfte Runde der österreichischen Bundesliga über die Bühne. Von sechs Partien fanden fünf statt. Rapid bat um einen Aufschub des Matches gegen den TSV Hartberg.

 

Graz/Altach/ Salzburg/Wolfsberg/Ried im Innkreis, 22. August 2022 | Am Wochenende gingen fünf Bundesliga-Partien über die Bühne. Das Match von Rapid gegen den TSV Hartberg wurde auf Antrag der Hütteldorfer verschoben. Aufgrund des vollen Termin-Kalenders Rapids während des Europacups machten die Wiener von einer neuen Bundesliga-Regelung Gebrauch. Seit dieser Saison kann jede österreichische Mannschaft, die am Play-off einer europäischen Gruppenphase teilnimmt, eine Wochenend-Partie verschieben. Falls sie die Gruppenphase erreichen, werden Teile der Einkünfte im Gegenzug in einen Solidaritätstopf eingezahlt, der anderen Vereinen zugutekommt.

Samstagsspiele

Sturm Graz – LASK (0:1): Knapper Kampf um die Spitzenplätze

Im Spitzenspiel der fünften Runde empfing Sturm Graz den Tabellenführer aus Linz, den Linzer Athletik-Sport-Klub (LASK). Die Favoritenrolle war im Vorfeld schwierig zu bestimmen, hatte doch der LASK mit starken Leistungen in den ersten vier Runden aufgezeigt. Sturm hingegen war in Runde zwei das Kunststück gelungen, als erste und einzige Mannschaft seit Austria Klagenfurt vergangene Saison, Red Bull Salzburg gleich zum zweiten Mal mit hängenden Köpfen nach Hause zu schicken.

Die Hausherren aus Graz legten auch gleich entschlossen los. Die dänische Naturgewalt Rasmus Höjlund kämpfte sich mit dem Ball in den Linzer Strafraum vor und legte zurück auf Neuzugang Tomi Horvat, dessen kräftiger Abschluss von rechts in LASK-Tormann Alexander Schlager seinen Meister fand. In Rosa spielend mussten die Linzer rund 20 Minuten auf die Unterstützung der mitgereisten Fans verzichten: Der LASK-Anhang lehnt alle Farben außer Schwarz und Weiß entschieden ab und protestierte mit anfänglichem Fernbleiben. Doch das Anfeuern der Auswärtsfans blieb wirkungslos, die Grazer blieben spielbestimmend: Höjlund überwand nach Zuspiel von Manprit Sarkaria den LASK-Keeper Schlager, scheiterte aber am Regelwerk: Er stand eine Fußspitze weit im Abseits. Die Linzer spielten zwar munter mit, fanden in der ersten Halbzeit aber keine nennenswerten Möglichkeiten vor. Dafür sorgte die Heim-Mannschaft. Der aus Italien gekommene Linksverteidiger David Schnegg spielte auf Horvat, dem Zeit und Raum zum Verhängnis wurden. Seine Schüsse wurden geblockt.

In der zweiten Spielhälfte wurde der LASK stärker. Zunächst schaute noch wenig Zählbares heraus. Aber die Gäste wurden sicherer im Auftreten und die Grazer standen nicht mehr nah genug am Mann. Das nutzte der zuletzt immer stärker gewordene Japaner Keito Nakamura. Sein Tanz an der Strafraum-Grenze wurde von der Sturm-Abwehr nur bestaunt. Verständlich, war doch auch der Abschluss unter das rechte Kreuzeck sehenswert: 1:0 für den LASK in Minute 65.

In der Schlussphase hätte der 17-Jährige Moritz Wels für den Ausgleich sorgen müssen, scheiterte aber an seinen Nerven. In der laut Sturm-Verteidiger Gregory Wüthrich „bitteren Niederlage“ sah LASK-Trainer Kühbauer einen „verdienten Sieg“.

Ballbesitz: 46,1 % – 53,9 %

Schüsse aufs Tor: 3 – 2

Zweikampfquote: 46,1 % – 53,9 %

SCR Altach – Austria Lustenau (1:2): Vorarlberg-Clash zwischen Heim-Team und Aufsteiger

Es war das erste Vorarlberger Derby in der Bundesliga seit Ewigkeiten. Die Altacher Cashpoint-Arena war ausverkauft – ebenfalls ein Ereignis mit Seltenheitswert. Vor 8.500 Zuschauern wollten die Hausherren vom SCR Altach dem gut in die Saison gestarteten Aufsteiger Austria Lustenau zeigen, was Bundesliga-Erfahrung heißt. Altach war aktiver und kam über links, doch Austria Lustenau verlor noch nicht die Zuordnung, sondern nur einen Schuh. Nach 25 Minuten dann Jubel bei den Altachern: Die Aktivposten Atdhe Nuhiu, Manuel Thurnwald und Alexis Tibidi sorgten nach einer schönen Aktion für die Führung der Heim-Mannschaft. Für Thurnwald war es bereits der vierte Assist in dieser noch jungen Saison.

Aber Lustenau bewies Comeback-Qualitäten. Ausgerechnet der Ex-Altacher Matthias Maak entsetzte die das Heim-Team nur fünf Minuten später mit dem Ausgleich per Kopf (30′).

Das unterhaltsame Spiel wurde in der zweiten Hälfte noch besser. Viele Chancen auf beiden Seiten im Altacher Abendregen sorgten für Spannung. Altach hatte zwar mehr Spielanteile, Lustenau war aber zielstrebiger. Bryan Teixeira vergab zunächst für die Gäste, auf der Gegenseite war es Forson Amankwah, der den Ball auf Lustenau-Schlussmann Domenik Schierl feuerte. Dann kam wieder der Aufsteiger. In einer schönen Kombination kam Teixeira zum Abschluss, aber Altach-Torhüter Toni Casali konterte mit einer wunderbaren Parade. Doch er konnte das Schicksal Altachs an diesem Samstagabend nicht abwenden. Nach einer Flipper-Orgie im Altacher Strafraum, die mit kontrolliertem Pass-Spiel nichts zu tun hatte, kam der Ball zu Anthony Schmid, der wiederum Teixeira bediente. Seine dritte Chance landete kurz vor Spielende in den Maschen: 1-2 aus Altacher Sicht. Danach probierte es Altach noch mit allen Mitteln, erreichte mit Gewalt aber nur eine gelb-rote Karte für Routinier Nuhiu. Direkt Rot wäre auch vertretbar gewesen. Aus, Ende, Enttäuschung für die von Miroslav Klose trainierten Altacher.

Ballbesitz: 57,7 % – 42,3 %

Schüsse aufs Tor: 8 – 7

Zweikampfquote: 56 % – 44 %

Red Bull Salzburg – Austria Klagenfurt (2:0): Schiedsrichter-Fehler leitet Heimsieg ein

In der vergangenen Saison konnte Klagenfurt den Liga-Goliath Salzburg zwar zu Hause überraschen, trotzdem war die Favoriten-Frage nur für Menschen mit problematischem Bezug zur Realität unklar. Salzburg spielte erwartungsgemäß offensiv und kam früh zur ersten Chance durch den als Linksverteidiger aufgebotenen Maximilian Wöber. Danach wurde Salzburg immer wieder gefährlich, spielte aber oftmals zu durchsichtig scharf in die Spitze auf den pfeilschnellen Fernando dos Santos Pedro, aka Fernando. Auch vereinzelte Klagenfurter Nadelstiche endeten meistens im Toraus. Mit dem 0:0 ging Salzburg wie schon gegen Hartberg in die Pause.

In der zweiten Halbzeit stellte der Schiedsrichter die Partie auf den Kopf. Die stark aus der Kabine gekommen Klagenfurter beschäftigen die Salzburger rund um den eigenen Strafraum. Andy Irving kam an der Strafraum-Grenze zum Schuss, der von Wöber eindeutig mit der Hand geblockt wurde. Das Spiel lief weiter und das sollte sich für die Klagenfurter als fatal herausstellen. Nach einem schwungvollen Hin und Her bediente der immer stärker werdende Maurits Kjaergaard die Laufmaschine Fernando. Der Brasilianer schloss gekonnt ins kurze Eck ab (51′). Trotz folgenreicher Fehlentscheidung gab sich Klagenfurt nicht auf, nahm zur Überraschung Salzburgs sogar das Ruder in die Hand. Markus Pink überwand gleich zwei Salzburger und spielte Florian Rieder in den Lauf, der von links an Salzburg-Wundertüte Köhn scheiterte. In Minute 62 brachte Salzburg-Trainer Matthias Jaissle Noah Okafor für den zuletzt als Chancen-Tod agierenden Benjamin Šeško und bewies damit ein glückliches Händchen. Der ebenfalls eingewechselte Salzburg-Senior Andreas Ulmer rollte den Ball zum zentral postierten Okafor, der locker zum 2:0 einschob (67′). Danach hätten beide Teams in Person von Fernando beziehungsweise Jonas Arweiler noch jeweils zwei Tore schießen können, brachten den Ball aber nicht über die Linie.

Ballbesitz: 65 % – 35 %

Schüsse aufs Tor: 12 – 4

Zweikampfquote: 44,4 % – 55,6 %

Sonntagsspiele

Wolfsberger AC – Austria Wien (1:2): Die Wölfe erben die Rote Laterne

Im überraschenden Kellerduell lud der Wolfsberger AC die Wiener Austria zum Tanz um die Rote Laterne. Die Kärntner gingen in der ersten Spielhälfte durch einen strammen Schuss von Thorsten Röcher in Führung (16′), mussten aber vor der Pause noch den Ausgleich durch Andreas Gruber hinnehmen (36′). In der 65. Minute drehte Marco Djuricin nach sehenswerter Vorarbeit von Gruber die Partie zugunsten der Violetten.

Ballbesitz: 46,2 % – 53,8 %

Schüsse aufs Tor: 4 – 3

Zweikampfquote: 45,2 % – 54,8 %

SV Ried – WSG Tirol (1:2): Heimteam nach Niederlage im falschen Film

Nach Rieder Führung leitete Kapitän Julian Wiessmayer mit einem Gastgeschenk die Tiroler Wende ein. Ried war spielbestimmend, Tirol freut sich am Ende aber trotzdem über einen seltenen Auswärtssieg, in dem die Tiroler eigentlich klar unterlegen waren.

Ballbesitz: 54,2 % – 45,8 %

Schüsse aufs Tor: 9 – 3

Zweikampfquote: 48,8 % – 51,2 %

(dp)

Titelbild: ERWIN SCHERIAU / APA / picturedesk.com

Autor

  • DanielPilz

    Taucht gern tiefer in komplexe Themengebiete ein. Lebt trotz Philosophiestudiums nicht im Elfenbeinturm und verpasst fast kein Fußballspiel.

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